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BAE, Bien-U: Windscape    Nov 29, 2012 - Mar 2, 2013

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Bae Bien-U
om1a-035v, 2002
 
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Bae Bien-U
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Bae Bien-U
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Bae Bien-U
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Bae Bien-U
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Bae Bien-U
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BAE, Bien-U
Windscape

29. November 2012 – 2. März 2013

Eröffnung und Buchvorstellung in Anwesenheit des Künstlers:
Mittwoch, 28. November, 18 – 20 Uhr.

Die Christophe Guye Galerie freut sich sehr, Ihnen die nächste Ausstellung Windscape des renommierten koreanischen Künstlers Bae, Bien-U zeigen zu dürfen. Seit Jahren betreut Christophe Guye den Künstler in der Schweiz. Bereits 2009 kuratierte er Bae, Bien-Us erste Schweizer Ausstellung Sac red Wo od in der Galerie Zur Stockeregg. Gezeigt wurden Aufnahmen des alten Kiefernwaldes rund um den Schrein der Könige der Shilla-Dynastie nahe Gyeongju. Die aktuelle Ausstellung präsentiert eine Auswahl von Arbeiten, welche während der letzten zwanzig Jahren entstanden sind. Darunter sind Werke der neusten Serie Windscape, kombiniert mit Arbeiten aus Seas cape und der viel gerühmten Werkgruppe Orum. Mit analogen Grossformataufnahmen nähert sich Bae verschiedenen Orten mit einer kontemplativen, koreanisch geprägten Bildsprache. Sie schlägt auch den durch westliche Ästhetik geschulten Blick in den Bann. Bae vermag es mit seinen faszinierend meditativen Schwarzweiss- Fotografien die Kraft und Schönheit der Natur festzuhalten. In ihrer abstrakten und zugleich anschaulichen Darstellungsweise wirken seine bewegten Landschaften wie temporäre Stillleben. Windscape eröffnet gleichzeitig in drei Galerien – in Paris, Berlin und Zürich – und wird von Baes neuester Publikation mit dem gleichnamigen Titel vom Hatje Cantz Verlag begleitet.

Die Kunst Bae, Bien-Us ist tief mit der natürlichen Umgebung Koreas, sowie der Kultur des Landes verwurzelt. Er gilt als einer der herausragenden zeitgenössischen Künstler Asiens und präsentiert in dieser synchronen Ausstellung traditionelle Silbergelatineabzüge von Landschaftsaufnahmen seiner Heimat. Die Serien Orum, Seascape und Windscape vereinigen die neusten Werke und Höhepunkte von Baes über dreissigjähriger Karriere: Mit Windscape werden Meerespanoramen, Bergwelten und Landschaftsbilder gezeigt. Sie veranschaulichen Baes einzigartige Ausdrucksweise, die sowohl konzeptionell und graphisch, als auch malerisch und lebendig ist. Dem Fotokünstler gelingt es, die Dramaturgie und Magie der mystischen Kulissen einzufangen. Seine Fotografien sind mehr als Bilder; sie vermittelten einen kontemplativen Bewusstseinszustand und sind »Ikonen der Natur«.

Seit Beginn seiner Kariere vor vierzig Jahren, wandte sich Bae sich immer mehr von der natürlichen Umgebung ab und fokussierte auf typisch koreanische Natursymbole, wie das Meer und der Himmel der Insel Jeju, die königlichen Heiligengräber der Shilla-Dynastie nahe Gyeongju, oder am bekanntesten die Orums („kleine Berge“) und die heiligen koreanischen Kiefern, die Sonamu. Mit grossem Respekt betrachtet, ist die Kiefer ein Symbol für Gerechtigkeit, Schönheit und Transzendenz und in der Literatur wie auch anderen Bereichen der koreanischen Kultur stark vertreten. Desgleichen liegt der Ursprung der Werke aus Windscape im koreanischen Wort für Landschaft. Der koreanische wie auch der in China und Japan gebräuchliche Begriff für Landschaft setzt sich aus den zwei Schriftzeichen für »Wind« und »Szenerie« zusammen. Er ist eng verbunden mit den traditionellen, kosmologischen Vorstellungen von einer alle lebenden Dinge durchziehenden Quintessenz, dem Äther. Die poetische Wortschöpfung Windscape ist eine wörtliche Übersetzung jenes Begriffes, der in ganz Ostasien mit den Bedeutungsebenen assoziiert wird, die den Wind immer als Teil der Landschaft begreifen.

Die zeitlosen und universalen Landschaftsfotografien von Bae nehmen einen vom ersten Augenblick an gefangen. Der Betrachtende wird eingeladen, in die Bilderwelt einzutauchen. In seinen stillgehaltenen, temporären Momenten und räumlichen Ausschnitten hört man förmlich das Tosen des Wassers, kann den Duft der Gräser riechen und spürt die Kälte oder Wärme des Windes. Oftmals mit der Philosophie des Ying und Yang gedeutet, wobei einander entgegengesetzte Kräfte dennoch aufeinander bezogen sind, spiegeln sich in Baes geheimnisvollen Fotografien diese Naturkontraste wieder: Lärm und Stille, Bewegung in der Ruhe wie auch Ruhe in der Bewegung, Licht und Schatten, Geraden und Bögen, Flächen und Raum oder Konturen und Strukturen. Diese dynamischen Wandlungen der Elemente in Baes Arbeiten berühren diskret die verschiedenen Sinneswege des Betrachters. Durch die ausbalancierte Kontextualisierung, wie auch durch das Aufeinandertreffen der verschiedenen Serien offenbart sich die Essenz der Natur als universale Urkraft mit ihrem Wesen und Wirkung.

Die fehlende Farbe in seinen fotografischen Werken lassen bestimmte künstlerische Elemente ausdrucksstark in den Vordergrund rücken. Einzig mit verschiedenen Grautönen und den Kontrastfarben Schwarz und Weiss hält der Künstler flüchtige Geheimnisse fest: Naturereignisse, welche wir allzu oft übersehen, wie das erzählende Rauschen des Meers, das sanft wiegende Gras, die vom Nebel verhüllten Felsen, das Erwachen des Horizonts. Weit von jeglicher digitaler Überarbeitung entfernt, verlässt er sich einzig auf die künstlerische Fassungskraft seines Kameraauges, um seine Naturszenarien festzuhalten. Baes monochrome, meditative Landschaftsaufnahmen von einer fast kalligraphischen Qualität strahlen kontemplative Stille aus. Eine Stille, in der die Zeit stehengeblieben zu sein scheint.

Bae gehört einer Generation von koreanischen Künstlern an, welche zwar neue, mehrheitlich westliche ästhetische Ideen adoptierten, dennoch aber koreanischen Traditionen treu blieben. Neben anderen seiner Zeitgenossen, wie z.B. Kimsooja, Ji Seok-Cheol oder Atta Kim beeinflusste er stark zeitgenössische Tendenzen in Korea. Nicht zuletzt durch seine langjährige Lehrtätigkeit als Professor für Fotografie am Seoul Institute of the Arts hat Bae Generationen von Studenten geprägt. Der Kunstkritiker Chiba Shigeo schrieb einst: Bae »sieht die Natur nicht mit seinen Augen, er sieht sie mit seinem Körper. Es verstehet die Natur nicht als ein Bild, vielmehr ist sie eine Erweiterung seiner selbst«. Baes fotografische Motive, wie Berge, Steine, Gewässer, Bäume, der Horizont, Gräser, Wellen, Hügel oder der Nebel stehen für jeden frei. Aber nur wenigen Künstlern gelingt es, die eigene ästhetische Erfahrung in objektiven Wert zu transformieren und das Wesentliche der Natur einzufangen, auf eine Weise, die den Betrachter derart berührt und verzaubert.

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