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MICHELLE GRABNER, JEREMY GILBERT-ROLFE
27. AUGUST – 16. OKTOBER 2010
Eröffnung: Donnerstag, 26. August, 17 – 20 Uhr. Die Künstler sind anwesend.
Anlässlich der Eröffnung der Saison 2010 der Zürcher Galerien gibt sich die Anne Mosseri-Marlio Galerie
die Ehre, Gemälde und Papierarbeiten der beiden Künstler Michelle Grabner und Jeremy Gilbert-Rolfe zu
zeigen. Beide Künstler haben sich ganz der Linie beziehungsweise der Farbe verschrieben. Ihr Malstil,
ihre Formensprache und ihre Palette könnten kaum unterschiedlicher sein, gemeinsam ist ihnen jedoch
ein hohes Maß an Sorgfalt und eine ausgeprägte künstlerische Neugier. Die große Leidenschaft der
beiden für die Kunst und für Fragen der Kunstgeschichte ist in ihrem Schaffen überall spürbar, und das
gilt nicht minder für die Inspirationsquellen, aus denen sie schöpfen. Michelle Grabner und Jeremy
Gilbert-Rolfe sind aber nicht nur Künstler, sie arbeiten zudem als Kunstkritiker und lehren an zwei der
bedeutendsten amerikanischen Kunsthochschulen. Obwohl beide bereits in den Vereinigten Staaten und
in Europa ausgestellt haben, ist dies ihre erste gemeinsame Ausstellung. Beide werden am
Eröffnungsabend anwesend sein.
Michelle Grabner (USA, 1962) erkundet abstrahierend die Oberflächenmuster alltäglicher Objekte und
die Veränderungen, die bei deren wiederholter Wiedergabe zu beobachten sind. Am bekanntesten ist die
Künstlerin für ihre Silberstift- und Flashe-Arbeiten. In der Ausstellung zeigt sie eine Serie neuer
Silberstiftarbeiten auf Leinwand und auf Papier. Die wiederholten Linien lassen den Eindruck
changierender Farbintensitäten entstehen. Die sorgfältige Ausführung der einzelnen Linien und die
minimalen Abstände zwischen diesen erzeugen einen dreidimensionalen Effekt, der den Betrachter dazu
zwingt, genau hinzuschauen, um die Ursache der verschiedenen Lichtwirkungen zu ergründen.
Mit dem Wort „Flapjack“ werden im Mittleren Westen Pfannkuchen bezeichnet, die anders als die
rechteckigen englischen Haferkuchen (Oat cakes) rund sind. Grabners scheibenförmige Gemälde
bestehen aus Abfolgen unterschiedlich dicht gesetzter kleinerer und größerer Punkte. Die Spuren der
Zeit sind auf den Bildern allenthalben zu erkennen: Das gilt so gut für die Geduld und die
Aufmerksamkeit, die die Künstlerin auf ihre Arbeiten verwendet, wie für ihre Kreativität, berührt aber
sogar die Intensität und Konsistenz der Farbe. Die Intensität der Punkte lässt sich daher vom
Arbeitsvorgang selbst ebenso wenig ablösen wie die Positionierung der einzelnen Markierungen und
deren Tiefenwirkung. Die Formate von Grabners Bildern (max. 203 cm) sind so bemessen, dass die
Künstlerin mit der ausgestreckten Hand sämtliche Partien ihrer Malgründe erreichen kann. Die
unterschiedlichen Formate gestatten es ihr jedoch zugleich, ihre Arbeiten spielerisch zu gruppieren und so
bestimmte Illusionen zu erzeugen, ohne sich dabei auf das Op Art-typische Kalkül einzulassen. Dabei
präsentieren sich ihre Arbeiten – bei aller Konstanz – ungemein abwechslungsreich und sind niemals
langweilig.
Michelle Grabner ist Professorin und Lehrstuhlinhaberin an der Kunsthochschule des Art Institute of
Chicago. Ihre Arbeiten sind in zahlreichen Kunsteinrichtungen vertreten: etwa dem Milwaukee Art
Museum, dem Museum of Contemporary Art, Chicago, dem Victoria and Albert Museum, London, dem
Musée d´Art Moderne Grand-Duc Jean, Luxemburg, und in der Daimler Kunst Sammlung, Berlin.
Gemeinsam mit ihrem Künstlerkollegen Brad Killam leitet sie das unabhängige Künstlerprojekt The
Suburban (Oak Park, Illinois) und dessen in ländlicher Umgebung gelegenen „Außenposten“ The Poor
Farm (Manawa, Wisconsin). Anlässlich des 10. Gründungsjubiläums der Tate Modern war The Suburban
auch in der Ausstellung No Soul For Sale in London vertreten.
Jeremy Gilbert-Rolfe (GB, 1945) geht es vor allem darum, Komplexität sichtbar zu machen. Von
diesem Ansatz sind auch die geometrischen Strukturen bestimmt, die seine neueren, vertikal
ausgerichteten Gemälde charakterisieren. Auf diesen farbenprächtigen dynamischen Bildern ist deutlich
ein Spannungsverhältnis zwischen Linie und Oberfläche zu erkennen. Gilbert-Rolfe selbst beschreibt
seine Vorgehensweise so: „Aus der zuerst gewählten Farbe ergeben sich bestimmte Sequenzen. So
erscheinen die Primärfarben in fünf Gruppen, von denen jede mit der zweiten Farbe der je vorgängigen
Gruppe beginnt – unterbrochen lediglich von vier schwarzen (oder seltener weißen oder grauen)
Farbflächen. Ursprünglich hatten diese Sequenzen den Zweck, alles, was mit dem Zeichnen zu tun hat,
an den Rand zu drängen, damit auf dem Bildträger möglichst viel Raum für die Farbe erhalten bleibt.“
Zwei der in der Ausstellung gezeigten Gemälde sind einer Gruppe von zehn Arbeiten entnommen, die
Anfang des Jahrzehnts entstanden sind. Sie haben zwar allesamt mehr oder weniger dasselbe Format
(169 cm) und sind damit genauso groß sind wie Gilbert-Rolfes Frau, decken jedoch gestalterisch ein
breites Spektrum ab.
Gilbert-Rolfe sagt, dass er sich derzeit vor allem für die Spontaneität des Schaffensprozesses interessiert,
eine Vorliebe, die sich ganz von alleine aus der Parallelität zwischen seiner künstlerischen Arbeit und
seinem theoretischen Ansatz ergibt. In Beauty and the Contemporary Sublime (1999) hat er sich ganz
unmittelbar mit der – wie er meint – allgegenwärtigen Angst der Philosophie, der Kunstgeschichte und
der Kunstkritik vor der Schönheit auseinandergesetzt und diese Angst mit der Vorliebe des
zeitgenössischen Kunstbetriebs für eine Kunst in Verbindung gebracht, die unsere Sinne ausdrücklich
nicht ansprechen soll. Da er selbst malt, hat die visuelle Erfahrung für ihn allerdings einen höheren
Stellenwert als die philosophischen oder die historischen Implikationen seines eigenen Schaffens.
Gilbert-Rolfe ist mit seinen Gemälden in zahlreichen öffentlichen Sammlungen vertreten, etwa der
Albright-Knox Gallery of Art in Buffalo, NY, dem Getty Study Center, Los Angeles; dem Museum of
Contemporary Art, Miami, aber auch in Privat- und Firmensammlungen. Er ist ferner Professor am Art
Center College of Design in Pasadena, Kalifornien. Außerdem hat er nicht nur als Maler, sondern auch
als Kritiker National Endowment for the Arts-Stipendien erhalten; überdies ein John Simon Guggenheim-
Stipendium (für Malerei), den Francis Greenberger Award für sein künstlerisches Lebenswerk sowie den
Mather Award der College Art Association (für Kunst- und Architekturkritik).
Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte die Galerie: +41 43 243 0380 / mail@annemoma.com
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MICHELLE GRABNER, JEREMY GILBERT-ROLFE
AUGUST 27 – OCTOBER 16, 2010
Opening Thursday, August 26th, 5:00 – 8:00 PM in the presence of the artists
For the Zurich Galleries’ 2010 Season Opening, Anne Mosseri-Marlio is very proud to present paintings
and works on paper by Michelle Grabner and Jeremy Gilbert-Rolfe. Both artists are obsessed with lines
and strokes. Their painting styles, shapes and palettes are completely different yet their diligence,
meticulous application and research have parallels. The in-depth passion for and knowledge of art, art
history, as well as inspirational sources are palpable in their work. In addition to being artists, Michelle
Grabner and Jeremy Gilbert-Rolfe write art criticism and are chair at two of the most respected
university programs in the United States. Although they have exhibited in the United States and Europe
this is their first two-person show. They will be present at the opening.
Michelle Grabner (US, 1962) investigates the abstraction of patterns taken from objects of daily life
and their changes through repetition. As an artist, she is best known for her paintings with metal point
and flash. For this exhibit, she presents a new series of silver point works on canvas and paper. The
repeated lines allow shades of color to materialize. The dexterity of the stroke and its precise
placement and closeness to the next one creates a 3-dimentional effect that requires the viewer’s visual
concentration to ascertain the source of light and plane.
Flapjack refers to the mid-western term for pancakes (versus the English square baked oat cake).
Grabner’s round paintings are a series of dots of different sizes and density. Time affects everything –
patience, color, fluidity, alertness, and discovery. The intensity of the dots is related to the process, as
is their positioning and perceived depth. Her canvas size (max 203 cm / 80 in.) is limited to her reach
but the variety of sizes allows for intense or playful installations and illusions without the controlled
calculations present in Op Art. Her language is constant, varied, and never tedious.
Michelle Grabner is Professor and Chair of the Department of Painting and Drawing at The School of
the Art Institute of Chicago. Her works are in the collections of the Milwaukee Art Museum, The
Museum of Contemporary Art, Chicago, The Victoria and Albert Museum, London, the Musée d’Art
Moderne Grand-Duc Jean, Luxembourg and the Daimler Collection, Berlin. She and fellow artist Brad
Killam run The Poor Farm (Manawa, Wisconsin) and the independent artist space The Suburban
(Oak Park, Illinois) that was featured in Tate Modern’s 10 year anniversary exhibit No Soul For Sale.
Jeremy Gilbert-Rolfe(UK, 1945) wants to make complexity visible. This position is the origin of the
systemic and geometric formulas of his recent, vertically orientated, paintings. In these colorful and
dynamic works, Gilbert-Rolfe creates tension between line and surface. Gilbert-Rolfe describes his
process: “It allows for a sequence with the colour with which it starts, which gives one the primary
colours in five groups of which each begins with the second colour in the previous group, interspersed
with four black (or, less often, whites or greys). The purpose of that sequence originally was to put
everything drawing does into a margin so as to leave most of the surface for colour.” Two of the
paintings in the show are from a group of ten paintings made at the beginning of the decade which are
all virtually the same size— 66 1⁄2” (169 cm) tall, his wife’s height— but all painted very differently.
Gilbert-Rolfe says he is now primarily interested in the involuntary, a logical consequence of the parallel
development of his painting and his theory. In Beauty and the Contemporary Sublime (1999) he
directly addressed what he regarded as philosophy’s, art history’s and art criticism’s ubiquitous fear of
beauty, relating it to his view of the contemporary art world’s preference for art which does not appeal
to the senses. Through his painting practice, he is interested in emphasizing the visual experience over
his works’ philosophical or historical roots.
Gilbert-Rolfe’s paintings are in several public collections, including the Albright-Knox Gallery of Art,
Buffalo, NY; the Getty Study Center, Los Angeles; the Museum of Contemporary Art, Los Angeles; the
Museum of Contemporary Art, Miami, as well as private and corporate collections. He is Professor and
Chair of the Graduate Art Program at Art Center College of Design in Pasadena, California. He has
been awarded National Endowment for the Arts Fellowships in both painting and criticism, a John
Simon Guggenheim Fellowship (in painting,) a Francis Greenberger Award for Lifetime Achievement in
the Arts and the College Art Association’s Mather Award (for art and architectural criticism).
For further information please contact the gallery at +41 43 243 0380 or mail@annemoma.com
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