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Georg Eger: Time Fiction (Vienna)    Sep 13 - Oct 27, 2012

Somebody #45
Georg Eger
Somebody #45, 2012
 
  
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Georg Eger: Time Fiction
part II
painting

Vernissage: 13 Sep 2012, 18-20 Uhr
Dauer: 27 Okt 2012

Die Identität des modernen Menschen im urbanen Lebensraum beschäftigt den in Wien lebenden Künstler Georg Eger. Die white8 GALLERY zeigt in der diesjährigen Ausstellung des Künstlers seine neuen Werke, in denen er die bei der letzten Schau in der Galerie (ANONYMUS IDENTITY Part I, 15. Sept. – 20. Nov. 2011) aufgegriffenen Gedanken weiterentwickelt.

Bei Georg Eger ist der Mensch eine Gestalt ohne Körper und Volumen. Er ist wie ein Schatten oder eine Silhouette, in denen der Mensch zugleich anwesend und abwesend ist. Schwarze Lücken in anthropomorpher Form durchreißen die mehrfarbige Umgebung der Stadtarchitektur auf den Gemälden des Künstlers. Trotz der fotorealistischen Darstellungsweise entzieht Georg Eger jedoch der Stadt genauso wie dem Menschen ihre Identität. Er verzerrt Gebäude, krümmt sie wie in einem konvexen Spiegel oder kombiniert Architekturelemente moderner und alter Stadt auf eine provokative Weise. Damit wird das Raumgefühl zerstört und die Stadt verwandelt sich in eine seelenlose Umgebung. Dabei hat die einsame schwarze Menschengestalt entweder gar keine Interaktion mit dieser Umgebung oder zeigt sich erdrückt von einer schweren Last der Nichtigkeit und Leblosigkeit.
Ohne Zweifel verarbeitet Georg Eger in der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem urbanen Lebensraum seine eigenen Erfahrungen als Bewohner Wiens, das als Inbegriff einer Stadt gilt. Dabei zeigt er unmissverständlich, dass die Anonymität der Stadt nicht nur aus der modernen oder industriellen Architektur, sondern ebenso aus der historischen Prachtarchitektur resultieren kann. Die Stadt wird zu einem seelenlosen Monstrum, welches dem Menschen seine Identität raubt. Raffiniert gelingt es dem Künstler, in seinen Gemälden den Verlust der Identität als physisch und seelisch schmerzvolle Erfahrung für den Betrachter spürbar zu machen.
(Ksenija Tschetschik)

Die white8 GALLERY bietet mit der neuen Ausstellung Georg Egers sowohl dem Künstler als auch den Galeriebesuchern eine Möglichkeit, über Ursprung und Konsequenzen der städtischen Anonymität nachzudenken und nach ihrer Bewältigung zu suchen.

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