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Eröffnung am Donnerstag, 26. August, 17 - 20 Uhr
Der Künstler ist anwesend.
Seit 2005 beschäftigt sich Thomas Grünfeld (*1956, Opladen bei Köln) mit einem für die Malerei widersinnigen Material: Filz. Der eigentlich wegen seiner hybriden, „misfits“genannten Tierskulpturen bekannte Künstler schafft aus Filz „Bilder, ohne zu malen“. Diese sind minimalistisch und unterscheiden sich damit von seinen raffinierten Mischwesen, die er aus verschiedenen Tierpräparaten zusammensetzte.
„Kunst ist ein Hybrid“ – das ist das Motto von Thomas Grünfeld. Entsprechend umkreist das Thema seiner Werke Fragen wie „Kunst und Natur“, „Design und Möbel“, „Ästhetik und Funktion“. Bei den „Felts“ verwendet Grünfeld ein Material, das man zunächst mit Basteln, Kunsthandwerk oder Haushaltsobjekten wie Decken, Säcken oder Unterlagen verbindet. Es erlaubt weder Farbmodulationen noch Verläufe und beschränkt den Künstler auf das Auf oder Nebeneinanderlegen ausgeschnittener Filzmatten. So klar definiert die reduzierten Filzbilder in ihrer Konzentration auf Farbe und Form zunächst wirken, so irritierend sind sie durch die vielen, sich beim Anblick einstellenden Assoziationen zum Material Filz.
Das Spiel mit Doppeldeutigem treibt Grünfeld in seinen Bildthemen und –titeln weiter.
Bezieht sich der Titel des Werks „3Löcher“ auf abstrakte Rundformen, auf Verweise zum
Golfspiel oder auf die einzige Öffnung im Schleier muslimischer Frauen? Ist das geschnürte
Frauenbein reine Form und Farbe, Verband, Fetisch oder gar ein zur praktischen
Handhabung verschnürtes Objekt? „Coat of arms“ wiederum spielt mit dem englischen Wort
für Wappen. Doch wo man Symbole wie Adler und Krone erwartet, liegt eine Möhre auf
einem Sattel.
Thomas Grünfeld studierte von 1978 bis 1992 an der Akademie in Stuttgart und ist seit 2004
Professor für Bildhauerei an der Düsseldorfer Kunstakademie. Der zur Ausstellung
erscheinende Katalog enthält das Werkverzeichnis aller bisher entstandenen „Felts“ und
einen Text von Hans Irrek.
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