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Jenny Holzer. Highly Sensitive (Cologne)    Jun 6 - Sep 30, 2007

At The Midtown Massacre Ochre
Jenny Holzer
At The Midtown Massacre Ochre, 2007
 
  
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Monika Sprüth und Philomene Magers freuen sich, neueste Arbeiten der New Yorker Künstlerin Jenny Holzer in ihren Kölner Räumen präsentieren zu können. Thema ihrer jüngsten Arbeiten ist die politische Landschaft der USA nach 9/11 und die Debatte über verdeckte Ermittlungen, Misshandlungen von Kriegsgefangenen und Kriegstragödien in Irak, Afghanistan und Guantanamo Bay, die Jenny Holzer anhand von schriftlichen Anweisungen, Emails und Zeugenaussagen von Entscheidungsträgern, Soldaten und Gefangenen offenlegt. In ihren “Redaction Paintings” zeigt Holzer Dokumente aus Regierungs- und Militärkreisen, die im Zuge des Freedom of Information Act veröffentlicht worden sind. Ursprünglich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, wurden viele dieser Dokumente von Seiten der Regierung und des Militärs vor deren Freigabe stark zensiert. Ohne sich einer bestimmten Ideologie zu verschreiben, präsentiert Holzer in ihren Bildern Text als Material und weckt dadurch beim Betrachter eine Neugierde auf die eigentliche Bedeutung der Worte, die in ihrem ursprünglichem Kontext oft nicht in ihrer Bedeutung erfasst werden, weil sie in dem Informationsfluss, dem wir ständig ausgesetzt sind, untergehen. Die “Formica Report“ Serie besteht aus 16 Arbeiten (von denen 6 in dieser Ausstellung gezeigt werden). Sie sind vergrößerte Reproduktionen des über sechshundert Seiten langen Anhangs des Formica Reports, der Misshandlungen an Kriegsgefangenen im Irak beschreibt. Der Formica Report wurde 2004 erstellt und 2006 vom Pentagon - größtenteils zensiert – herausgegeben. Die schwarzen Balken der zensierenden Textmarker lassen die Seiten als abstraktes Gemälde erscheinen.

Die Tryptichen “At the Midtown Massacre“ , “Jaw Broken“ und “Gloves Off“, sowie die einzelne Tafel mit dem Titel “Wish List“ (alle 2006) sind stark vergrößerte Dokumente in Öl auf Leinwand, die Zeugnis geben über den Krieg und Misshandlungen an Gefangenen aus der Perspektive von Militärs und Kriegsgefangenen. Desweiteren ist eine Serie von Autopsieberichten zu sehen, die die Todesumstände von Inhaftierten in amerikanischer Kriegsgefangenschaft erläutern.

Seit mehr als 25 Jahren präsentiert Jenny Holzer, geboren 1950 in Ohio, USA, ihre Ideen, Argumente und Bedenken in öffentlichen Räumen und internationalen Ausstellungen, wie zum Beispiel auf der Biennale in Venedig, dem Reichstag in Berlin und dem Guggenheim Museum in New York und Bilbao.
Ihr Medium, ob nun formuliert auf T-Shirts, Tafeln oder LEDs, ist die Schrift, wobei die öffentliche Dimension entscheidend ist für den Rezeptionsprozess ihrer Arbeit. Angefangen bei ihren Plakat-Aktionen in New York in den späten 1970er Jahren über ihre neueren Lichtprojektionen auf Landschaften und Gebäude, bis hin zu der aktuellen Serie von Bildern, die amerikanische Regierungsdokumente wiedergeben, setzt Jenny Holzer der Ignoranz und Gewalt mit ihrer Vorgehensweise Humor, Aufrichtigkeit und Zivilcourage entgegen.

Die Arbeiten, die in der Ausstellung “Highly Sensitive“ gezeigten werden, setzen ein Thema fort, welches Jenny Holzer mit einer Arbeit für das Magazin “Wired“ im Jahr 2004 begonnen hat und im Rahmen ihrer Einzelausstellung im Kunsthaus Bregenz, “Truth before Power“, in der sie die Balance von Transparenz und Sicherheit innerhalb einer demokratischen Regierung zum Thema machte, fortgesetzt wurde. Kurz darauf projizierte Holzer unmittelbar vor den amerikanischen Präsidentschaftswahlen freigegebene Regierungsdokumente auf die Fassade der Gelman Library der George Washington Universität. Ein ähnliches Projekt verwirklichte sie 2005, indem sie Dokumente, die die politische Situation der USA im Mittleren Osten zum Thema hatten, an das Gebäude der New York University Bobst Library projizierte.

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