Brigitte Kowanz
»What Next«
6. Juli - 6. Oktober 2012
Eröffnung: Donnerstag, 5. Juli, 18 - 21 Uhr
Einführung in die Ausstellung um 19:30 Uhr
Brigitte Kowanz ist anwesend.
In der Ausstellung »What Next« präsentiert Häusler Contemporary neue Arbeiten der österreichischen Künstlerin
Brigitte Kowanz. Das Licht steht seit den 1980er Jahren im Zentrum ihres Werkes. Es wird dabei zum Material und
zur Metapher bei der Suche nach neuen Formen der Darstellung der sichtbaren Wirklichkeit.
Mit Werkstoffen wie Glas, Spiegeln und Metall manipuliert die Künstlerin das Medium Licht und verbindet es mit Zeichen, Codes oder Schrift.
Die neuen Arbeiten von Brigitte Kowanz (*1957, Wien) kreisen um
die wechselseitigen Beziehungen zwischen Licht, Raum und
Sprache. Ihre Objekte und Installationen scheinen die Grenzen zum
realen Raum zu weiten, zu überschreiten oder gar aufzulösen. Es
öffnen sich neue virtuelle Räume voll atmosphärischer Dichte.
Im Glaskubus »CQ« (2012) einer Neonarbeit, in der durch
halbdurchlässige Spiegel wiederholt die Buchstaben C und Q
reflektiert werden, öffnet sich der existierende Raum in einen
unendlichen virtuellen Raum. Hier durchdringen sich Realität und
virtuelles Spiegelbild, so dass auch die Grenze zwischen Kunstwerk
und Betrachter fließend wird. In den konzeptuell angelegten, jedoch
poetisch anmutenden Werken verbergen sich stets konkrete
Botschaften. CQ, ausgesprochen als ‚seek you‘ – ich suche dich –
war der erste funktelegraphische Ruf in der Geschichte der Seefahrt,
der 1909 in Morsezeichen abgesetzt wurde.
Die Auseinandersetzung mit naturwissenschaftlichen Phänomenen
und verschiedenen Formen der Kommunikation, sei es Sprache,
Schrift oder verschlüsselten Übermittlungsverfahren, führte zu einer
intensiven Beschäftigung mit dem Morsealphabet. Die Codierung
ist im Werk von Brigitte Kowanz seit 15 Jahren wiederkehrendes
Element. Die Künstlerin entwickelte einen Punkt-Strich-Code,
bestehend aus Neonkreis und -rechteck, den sie in stets neue,
eigenständige Werktypen integriert. Streng linear, expansiv oder
geschwungen, an Handschrift erinnernd, formen sich
Buchstabencodes, deren Bedeutung sich jedoch erst erschließt,
wenn man den Code kennt. Botschaften in Arbeiten wie »A patient
waiter is no loser«, »Enlighten«, »Now we see«, alle 2012, erläutern die Arbeit und greifen gleichzeitig historische und philosophische
Bezüge auf.
In ihrer neuen Werkgruppe »Discs« bezieht sich Brigitte Kowanz
inhaltlich auf die Morsecodierung, verleiht ihrem Medium Licht
durch den Einsatz neuer Materialien jedoch neue Form und Gestalt.
»In light of light« (2011) und »What Next« (2012) sind virtuelle Reliefs
aus Licht und Schatten. Geschliffene Edelstahlscheiben bilden dabei
einen matten Spiegel für Neonröhren, die mit Morsecodierung
versehen auf den Platten aufgebracht sind. Die Lichtbrechung
erscheint in diesen Werken nicht als harter Reflex, sondern als
weicher Schimmer, der die Installation nicht mehr flach, sondern
räumlich gekrümmt erscheinen lässt.
2009 wurde Brigitte Kowanz mit dem Großen Österreichischen
Staatspreis für Bildende Kunst ausgezeichnet. Sie lehrt an der
Hochschule für angewandte Kunst Wien.
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