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Imi Knoebel: Rot, Gelb, Weiß, Blau (Studio)    Feb 10 - Mar 9, 2013

Exhibition view
Imi Knoebel
Exhibition view, 2013
 
  
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Imi Knoebel: Rot, Gelb, Weiß, Blau

6 Farbsiebdrucke aus dem Jahr 1995

Color Field Painting bzw. Farbfeldmalerei entwickelte sich den 1940er und 1950er Jahren in den USA. Sie steht für ein grundlegendes und zugleich radikales Hinterfragen der traditionellen Bildauffassung in der Malerei. Die Leinwand soll ausdrücklich nicht mehr als ein Farbträger sein, wodurch Farbe zugleich Form, Mittel und Inhalt der Malerei wird.

Als Reaktion auf die vorherrschende abstrakte gestische Malerei erweiterten auch in Europa viele Künstler Anfang der 1960er Jahre die Grenzen ihrer bisherigen Arbeit. Bild und Farbe identifizieren sich vollkommen - das Bild wird zur Farbe, die Farbe zum Bild.

Mit einem Augenzwinkern beantwortete Imi Knoebel Barnett Newmans rhetorische Frage "Who’s afraid of Red, Yellow and Blue?" in seiner Serie "Ich nicht" von 2006.

1940 in Dessau geboren, besucht Imi Knoebel (Pseudonym für Klaus Wolf Knoebel) zunächst die Werkkunstschule in Darmstadt und beschäftigt sich - nach Ideen der Bauhaus-Vorkurse - mit konstruktiven und strukturalen Kompositionsübungen. Fasziniert von der Lehrerpersönlichkeit Joseph Beuys wechselt er 1964 an die Düsseldorfer Kunstakademie, wo er sich deutlich von den übrigen Beuys-Schülern absetzt. Schon damals beschäftigt er sich in analytischen Serien mit dem Verhältnis von Raum, Trägergrund und Farbe. Nach sehr puristischen Experimenten mit weißen Bildern und weißen Lichtprojektionen verwendet Imi Knoebel 1974 erstmals Farbe.

Die symmetrisch aufgebauten Arbeiten des ausgestellten Mappenwerkes sind von einer roten, blauen bzw. gelben monochromen Farbfläche bestimmt. Rote, gelbe, blaue, weiße schmale Balken begrenzen das Quadrat. In drei der Arbeiten werden die monochromen Farbflächen durch 2 farbige Linien gebrochen, "durchkreuzt". Es entstehen vier gleichmäßig angeordnete Quadrate. Jegliche Raum- und Tiefenwirkung ist aufgelöst.

Die Reduktion auf die elementaren Koordinaten der Malerei ist einem Vorbild – Kasimir Malewitsch – verpflichtet. Dessen Gemälde "Das Schwarze Quadrat" auf weißem Grund aus dem Jahr 1915 ist ein Meilenstein der Malerei der Moderne und wird als Ikone der Moderne bezeichnet. Der Titel mit dem Bezug auf die Primärfarben Rot, Gelb und Blau verweist aber auch auf den Maler Piet Mondrian, der diese in seinem späteren Werk hauptsächlich verwendete.

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