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Helmut Dorner wurde erstmals bekannt durch zwei Ausstellungen, die um
1990 im Krefelder Haus Lange und in der Kunsthalle Bern stattfanden. In
Erinnerung sind diese Auftritte durch die Spannweite der darin formulierten
Fragen, die ausdrücklich um Probleme der malerischen Organisation kreisten,
sich jeder oberflächlichen Referenz an den Zeitgeist enthielten. Dadurch
wirkten diese Bilder im Kontext einer neoexpressiven Malerei deutscher
Provenienz, die damals noch reüssierte, überraschend und fremd.
Helmut Dorner war in den achtziger Jahren an der Düsseldorfer Kunstakademie Schüler von Gerhard Richter. Auch wenn er
in seiner Malerei schon früh Eigenständigkeit erreichte, so ist das geistige Erbe des Lehrers doch in einer gewissen gemeinsamen
Grunddisposition bis heute spürbar.
Am Beginn Dorners künstlerischen Wegs standen kleinformatige, in dicken Schichten von Ölfarbe gemalte Bilder neben
größeren, glatten Lacktafeln, deren Oberflächen anonyme geometrische Muster zeigten, die nicht gemalt, sondern wie
eingelassen in die Lackschicht erschienen.
Spontaneität und Sinnlichkeit der Ölbilder schienen einer Anonymität und Unnahbarkeit der Lacktafeln gegenüber zu stehen.
Auch die malerische Sprache schien in verschiedene Richtungen zu weisen. Die Ölbilder ließen Formen und Figuren
nur erahnen, ihre Konkretion schien durch den Prozess der Vermalung der Ölfarbe nach vorne getrieben und zugleich wieder
ausgelöscht. Die glatten Lacktafeln wirken hingegen wie ein ungreifbarer Spiegel, der das Licht zurückwirft. Sie zeigen
keine Gesten, sondern mechanisch wiederholte Formen ohne persönlichen Bezug.
Die Galerie Vera Munro zeigt ab Oktober nun eine ganz neue Werkgruppe von Dorner, in denen er erstmalig mit Acryl, Öl
und Lack auf Holz arbeitet. In den Arbeiten, die aus der Zeichnung entstanden sind, zeigt sich ein Fortschreiten, das sich in
unterschiedlichen Materialien und Formaten ausdrückt. Zugleich wird aber auch eine Kontinuität sichtbar: eben jene
Grunddisposition einer Gebrochenheit der Malerei, in der Schönheit und Bedeutung formuliert und zugleich hinterfragend
perspektiviert wird.
Zur Person: Helmut Dorner (geboren 1952), ist seit 1989 Professor an der Kunstakademie Karlsruhe. 1997 wurde ihm der
Prix Eliette von Karajan verliehen, 2001 der Hans-Thoma Preis. Er war Teilnehmer der documenta IX (1992) und hatte
weltweit Einzelausstellungen, darunter das Kunstmuseum Winterthur, das Museum Haus Lange Krefeld, das Josef Albers
Museum Bottrop und das Saarland Museum Saarbrücken.
Wir würden uns freuen, wenn Sie über diese Ausstellung berichten. Der Künstler ist während des Aufbaus in Hamburg und
steht Ihnen gern zum Interview bereit.
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