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Die Samuelis Baumgarte Galerie präsentiert vom 11. Februar bis zum 24. März 2012 eine große
Werkschau von zehn herausragenden Künstlern, deren Schaffen den Bogen von deutscher
Nachkriegskunst bis hin zu zeitgenössischen Positionen im weiten Feld der Abstraktion spannt. Die
Vernissage findet am Samstag, dem 11. Februar 2012 um 17:00 Uhr statt.
Mit Georg Meistermann (1911-1990) begegnet man im Projectroom einem Künstler, der nicht – wie
beispielsweise Fred Thieler (1916-1999) - den Weg der gestisch-expressiven Malerei des Informel
beschritt. Im Gegensatz zu Thieler, der sich in seinen unvorhersehbar generierten Bildern auf die
eruptive Kraft der Farbe fokussierte wie in „Mit zartem Blau, 1992“ (Mischtechnik auf Leinwand, 200
x 280 cm), schuf Meistermann durchdachte Kompositionen, die anhand geschwungener, schwarzer
Liniengefüge wie in „Komposition, 1952“ (Öl auf Leinwand, 53 x 65 cm) eine kalligraphischzeichnerische
Wirkung ausstrahlen. Ebenso strukturiert sind die Arbeiten von Ernst Wilhelm Nay
(1902-1968), der durch das Übereinanderlegen verschiedener Farbschichten eine dichte, vielfarbige
Komposition erzeugte, auf deren verschiedenen Ebenen Farben vor- und zurücktreten. Ein
herausragendes sowie kunsthistorisch bedeutsames Beispiel für dieses Gestaltungsprinzip ist das zur
Gruppe der Scheibenbilder gehörende Werk „Purpurklang, 1962“ (Öl auf Leinwand, 162 x 130 cm).
Ähnlich wie bei Nay strahlen auch die Bilder von Fritz Winter (1905-1976) eine an musikalische
Rhythmik erinnernde Dynamik aus. Winter setzte sich mit einer bildlichen Wiedergabe eines auf das
Geistige abhebenden Weltbildes auseinander, was die Arbeit „Komposition, 1950“ (Öl auf Malkarton,
48,5 x 61 cm) eindrucksvoll verdeutlicht. Einen Kontrapunkt dazu bildet die Malerei von Josef Albers
(1888-1976), die weder darstellend ist noch sich einer sichtbaren Kompositionslehre bedient. So
huldigte Albers auf außergewöhnliche Weise dem Quadrat, das er wie in „Study for Homage to the
Square: New Greens, 1963“ (Öl auf Hartfaser, 61 x 61 cm) schablonenhaft-flächig repetierte.
Heinz Mack (*1931), Mitbegründer der international einflussreichen Künstlergruppe ZERO, gehört zu
den Künstlern, deren OEuvre eine Brücke zwischen Nachkriegskunst und zeitgenössischer
geometrischer Abstraktion schlägt. Seine Vorliebe für prismatische und geometrische Grundformen
kommt neben der Bildhauerei auch in seiner Malerei zum Tragen, so auch im großformatigen Werk
„Eikon, 2000“ (Acryl auf Leinwand, 210 x 260 cm) – ein imposantes Beispiel für die stete
Untersuchung der Beziehungen von Farbe und Form. Geometrie und Lichtwirkung sind auch die
zentralen Aspekte der international renommierten Kunst von François Morellet (*1926), Daniel Buren
(*1938) sowie der „Zürcher Konkreten“ Marguerite Hersberger (*1943), deren unterschiedliche
Ausprägungen geometrischer Abstraktion sich als Eyecatcher in der Mainhall offenbaren. Bei Buren
findet eine bewusste Reduktion der Kunst auf nüchtern-monochrome Schemata, für die er bereits in
den 1970er Jahren als Vertreter der Analytischen Malerei eintrat, auch in zeitgenössischen
Installationen wie „Cadre décadré – 04 A4 (rot), 2006“ (Stahlrahmen, Plexiglasscheiben,
Transparentfolie, 95,7 x 95,7 cm) Ausdruck. Während in dieser Formensprache das Werk nur sich
selbst – ohne Bezug zur Außenwelt – zeigt, widmen sich die Künstler Morellet und Hersberger der
Gestaltung des Bildfeldes als einer tendenziell unendlichen, über die Begrenzungen des Bildes
hinausreichenden Struktur. Zudem ist beiden Künstlern die Verwendung von Lichtröhren als
Erweiterung der bildnerischen Ausdrucksmittel gemein, wobei deren Einsatz individuell ausfällt:
gebündelt-zentriert im Raum wie in Morellets „Décrochage n° 8, 2006“ (Acryl auf Leinwand auf Holz,
Neonröhren, 240 x 152 cm) oder streng gegliedert wie Hersbergers netzartiges „Light Circle, 2012
(37 Leuchtröhren, ca. 660 x 460 cm). Komplettiert wird die Ausstellung durch eine junge Position der
zeitgenössischen deutschen Malerei, durch Cornelius Quabeck (*1974), einem ehemaligen
Meisterschüler von Jörg Immendorff. Seine Oszillation zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit
erzeugt unbestimmbare optische Phänomene, die wie im Werk „Peach Inn, 2009 (Acrylfarbe und
Tusche auf Leinwand, 180 x 240 cm) als aufleuchtende irisierende Lichter und sprühende Funken aus
dem Bildraum herauszutreten scheinen und damit dem Betrachter eine Art anspielungsreiches,
illusionistisches Rausch-all-over suggerieren.
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