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Matthias Zinn    Jan 14 - Feb 19, 2011

Porträt mit gelbem Kopf
Matthias Zinn
Porträt mit gelbem Kopf, 2010
 
  
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MATTHIAS ZINN

Vernissage: Donnerstag, 13. Januar 2011, 18 bis 20 Uhr
Ausstellungsdauer: 14. Januar - 19. Februar 2011
Öffnungszeiten: Di - Fr 11 bis 18.30 Uhr, Sa 11 bis 16 Uhr

Malen heisst, mir selbst greifbar zu machen, was ich sehe. Ich male die Dinge in meiner Reichweite. Sie sind die Basis, Entdeckungen zu machen. Die Herausforderung liegt darin, gegen ein simples „Gelingen“ anzuarbeiten. Je mehr mir das Bild entgleitet und seine kalkulierten Optionen verliert, umso näher kann ich einer Formulierung kommen, die sich „richtig“ anfühlt. (Matthias Zinn)

Wir freuen uns, nach 2009 die zweite Ausstellung von Matthias Zinn in der Galerie Mai 36 präsentieren zu können. Das malerische und zeichnerische Schaffen des 1964 in Tegernsee geborenen und heute in Berlin lebenden Künstlers hat in den vergangenen Jahren zunehmend Aufmerksamkeit erfahren, so war er u.a. 2010 mit einer umfangreichen Werkgruppe in der Ausstellung „Ambigu – Zeitgenössische Malerei zwischen Abstraktion und Narration“ prominent vertreten, in der das Kunstmuseum St.Gallen eine programmatische Standortbestimmung zeitgenössischer malerischer Positionen vornahm.

Seine Bildmotive findet Matthias Zinn in seinem unmittelbaren Lebens- und Arbeitsumfeld vor, er kann sie täglich sehen und sie eingehend studieren. Sei das ein Tisch mit den obligaten Malutensilien, eine Staffelei, ein Stuhl im Raum, ein Schuh oder ein Hemd, achtlos auf den Boden geworfen, der Blick aus seinem Atelierfenster auf die Häuser und Fassaden gegenüber, ein einsamer Baum, ein verlassener Spielplatz oder auch nur ein Hügel. Es bedarf der Vertrautheit zu den Dingen und Orten, damit sie dem Künstler im Akt des Malens wieder fremd werden können: „Seine Motive, die Ausgangspunkte eines konzentrierten, introspektiven Malvorgangs bilden, sind im buchstäblichen Sinne nahe liegend […]. Es steht ausreichend Zeit für eingehende Studien zur Verfügung, bevor die Gegenstände und Orte malerisch umgesetzt werden; eine Phase der Verinnerlichung, um Abstand zu gewinnen, die konkreten Erscheinungen der Dingwelt hinter sich zu lassen und stattdessen mit den Mitteln der Malerei zu etwas Wesenhaftem vorzudringen.“ (Stefanie Kasper, „Wahrnehmung mittels Malerei“, in: Ambigu. Zeitgenössische Malerei zwischen Abstraktion und Narration, Kunstmuseum St.Gallen, 2010, S. 88.)

Zur spezifischen Motivwelt gesellen sich in der aktuellen Werkphase zahlreiche Gesichter, dargestellt von vorne, von hinten, von der Seite, allein oder in kompositorisch waghalsigen Kombinationen mit üblichem Gegenstandsinventar. Meist bleiben die Köpfe schemenhaft reduziert, in ihrer Kompaktheit von geradezu archaischer Kraft. Dabei geht es Zinn weniger um ein konkretes Individuum, um die Wiedergabe einer Emotion oder eines Gemütszustandes als um das Gegenüber an sich, das Festhalten eines menschlichen Antlitzes als einen der Urgründe von Malerei.

Dabei bewegt sich Matthias Zinns Schaffen stets von der gesehenen und erfahrenen Wirklichkeit weg, um zum Wesenhaften der Dingwelt vorzudringen. Wirklichkeit wird erfasst und in eine autonome malerische Gestalt übersetzt, also buchstäblich abstrahiert – und das nicht nur formal, sondern recht eigentlich als konzeptueller Ansatz: Im Grunde geht es Matthias Zinn vordringlich immer um die Autonomie von Malerei.

Für mich ist die Frage von Figuration oder Abstraktion nicht entscheidend. Eine bildnerische Antwort zu finden, ist ein abstrakter Prozess, in dem sich beide Pole verbinden. Die Idee, die ich von einem Gegenstand habe, kann ich im Bild nur umsetzen, wenn ich es ungegenständlich angehe, um dann wieder zu einer gegenständlichen Formulierung zu kommen. (Matthias Zinn)

Wir freuen uns, Sie in Anwesenheit von Matthias Zinn in der Galerie zu begrüssen und danken Ihnen für Ihr Interesse. Auf Anfrage lassen wir Ihnen gerne geeignetes Bildmaterial zukommen (office@mai36.com).

Mai 36 Galerie
Victor Gisler

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