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Harald Klingelhöller 'Neue Skulpturen' (Berlin)    Jun 22 - Sep 8, 2012


Eröffnung: Freitag, 22. Juni 2012, 18 – 21 Uhr
Ausstellung: 22 Juni – 8. September 2012

Die Konrad Fischer Galerie Berlin freut sich, die Eröffnung einer Ausstellung mit neuen Arbeiten von Harald Klingelhöller ankündigen zu dürfen.

Harald Klingelhöller wurde 1954 in Mettmann bei Düsseldorf geboren, wo er von 1976 bis 1982 bei Klaus Rinke studierte. Seine Arbeiten waren früh in Ausstellungen zu sehen, an denen sich unter anderen auch Thomas Schütte, Reinhard Mucha, Wolfgang Luy und Ludger Gerdes beteiligten. 1993 trat er eine Professur an der Kunstakademie Karlsruhe an, die er bis heute ausübt. Klingelhöllers Arbeiten sind seit Jahrzehnten in wichtigen internationalen Ausstellungen zu sehen – unter anderem 1987 auf den Skulpturprojekten Münster, 1990 in der Whitechapel Gallery, London, 1992 auf der documenta 9, und in großen Einzelausstellungen 1997 im Lenbachhaus, München, und 2007 im Museu Serralves, Porto.

Seit Mitte der 80er Jahre gehen Harald Klingelhöllers bildhauerischer Arbeit sprachliche Konstruktionen voraus, die weit mehr sind als nur Titel der jeweiligen Werke. In der Verschränkung von oft metaphorisch-poetischen Sprachformen – wie beispielsweise "Wie das Bild eines Lesenden am Fenster" oder "In a landscape reacting to words" – und den ihnen zugeordneten, formal oftmals sehr verschiedenartig gestalteten Skulpturen, öffnen sich prinzipiell unabgeschlossene Resonanzräume, in denen die Bedeutungen von Klingelhöllers Werken nachhallen und sich beständig verändern. Der grundsätzlichen Offenheit linguistischer Systeme entsprechend, begreift Klingelhöller seine Skulpturen nicht als endgültige Setzungen, sondern als jeweils gleichrangige Versionen der Zusammenführung von sprachlichem Ausdruck und skulpturaler Form.

Seit 2005 entstehen die so genannten „Schrankversionen“, bei denen die Determinierung der formalen Gestalt durch die zugeordnete Sprachform erstmals vollkommen nachvollziehbar wird: Die Abmessungen der einzelnen Schubladen der zumeist in Gips gearbeiteten Schränke entsprechen nun exakt den Maßen der einzelnen Worte, die der Arbeit ihren Titel geben. Dies gilt auch für die neue Skulptur "Straßen nach dem Regen erzählt, Schrankversion" (2012), die allerdings erstmals – einem großformatigen Architekturfragment ähnelnd – ihren eigenen Ort mitbringt und daher freistehend und ohne Wandbezug den Ausstellungsraum einnehmen kann.

Die formale Gestalt von Klingelhöllers „Schattenversionen“ beruht auf Übertragungen und Umformungen von im Atelier erzeugten Schatten früherer Skulpturen gleichen Titels in Stahlblechformen. Durch Biegen, Kanten, Vergrößern und Verkleinern werden die Schatten in die Dreidimensionalität überführt, wobei die Ausgangsformen der Schatten in der Wiederholung und Schichtung der pulverbeschichteten oder lackierten Bleche ihren Ort als „Kartonform“ finden, an welchem die eigentliche Referenz als Erinnerung leise nachklingt.

Seit kurzem arbeitet Klingelhöller neben den Schrank- und Schattenversionen an „Ketten“, die in oben beschriebenem Sinn als Versionen früherer oder zukünftiger Skulpturen zu begreifen sind. Hier wird der Sprachbezug wieder direkt sichtbar, indem die Reihungen der titelgebenden Worte in die Ordnung der Kette übertragen werden, Gruppen verschiedenfarbiger Kettenglieder also jeweils den Worten des Titels entsprechen. Über Eck hängend oder den Ausstellungsraum teilend eröffnen die fast schwebend anmutenden Metallketten Räume hinter Räumen – gedanklich und zugleich äußerst real.

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Opening: Friday, June 22, 2012, 6 – 9 pm
Exhibition: June 22 – September 8, 2012

Konrad Fischer Galerie Berlin is pleased to announce the opening of an exhibition of new works by Harald Klingelhöller.

Harald Klingelhöller was born in 1954 in Mettmann, Germany. From 1976 until 1982 he studied in Düsseldorf with Klaus Rinke. Early on he participated in exhibitions with artists such as Thomas Schütte, Reinhard Mucha, Wolfgang Luy and Ludger Gerdes. Since 1993 he has been a professor at Kunstakademie Karlsruhe. Klingelhöller’s work has been shown in numerous important international exhibitons, such as Skulpturprojekte Münster (1987), Whitechapel Gallery London (1990), and documenta 9 (1992), as well as in solo exhibitions at Lenbachhaus München (1997) and Museu Serralves, Porto (2007).

Since the mid-eighties Klingelhöller’s sculptural work has been accompanied by lingual constructions which are far more than just titles of the sculptures. In juxtaposing metaphoric-poetic language – for example "Like the image of someone reading by the window" or „In a landscape reacting to words“ – with the related but heterogenous sculptural forms, the work of Klingelhöller creates a space of resonance, in which the meanings of the works are echoing and constantly morphing. In keeping with the flexibility of linguistic systems, Klingelhöller understands his sculptures not as final propositions but as possible portrayals of the relationship between his sculptures and and their accompanying text.

In 2005, the determination of the sculptural form through its title becomes evident for the first time in Klingelhöllers „cabinet versions“, as the dimensions of the cabinet’s drawers correspond precisely with the length of each word used in the related text. This principle also applies for his new work „Streets after the rain, cabinet version“ (2012). Detached from all walls, this sculpture brings along its own place and therefore, like a large scale architectural fragment, corresponds with the exhibition space.

The forms of Klingelhöller’s „shadow versions“ are based on the transformation of shadows of his earlier works into steel plates. By bending, trimming, enlarging or minimizing powder-coated or lacquered steel plates, the shadow outlines of previous sculptures become three-dimensional. The „shadow versions“ then keep the title of the original sculpture that casts the shadow in the first place. The repetition of this process often results in the shape of boxes made out of several layers of steel plates („box versions“), which quietly echoe their point of reference.

Besides the cabinet and shadow versions, Klingelhöller recently started working on „chains“, which can be understood as references to past and future sculptural work. Here, the connection to language becomes visible again as the words of the work’s title are transferred into the sequence of the chain, represented by differently coloured chain links. Placed in corners or even dividing the exhibition space, these seemingly hovering metal chains reveal rooms behind rooms – conceptually and very real.

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