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Eröffnung: Sonntag, 29. Mai 2011, 11.00 Uhr
Dauer der Ausstellung: 29. Mai - 17. Juli 2011
Es spricht: Comm. Joachim Burmeister, Bregenz.
1972 bis 2006 Direktor der Villa Romana, Florenz
Unsere Ausstellung, die 60 Jahre künstlerischen Schaffens umspannt, zeigt, dass die Auseinandersetzung mit dem Licht des Südens und der mediterranen Landschaft in kontinuierlicher Entwicklung bis hin zum Spätwerk Thema von Kuhns Malerei ist - und bleibt. Denn in der Bildwelt des gebürtigen Baden-Badener Malers, die mit dem Beginn der fünfziger Jahre abstrakter wird, erscheinen immer wieder gleiche Formen, Fragmente des Gegenständlichen: Tore, Boote, Zelte, Meere, Berge, Bäume. Und immer wieder ist es auch die teils zarte, empfindsame, teils stark leuchtende Farbigkeit, die an südliche Erlebnisse erinnert. An Eindrücke, die Kuhn bei seinen vielen Aufenthalten am Mittelmeer empfing. Auf Capri, Ischia, in Positano, auf Sizilien, Fuerteventura und Ibiza.
Hans Kuhn besuchte, nach anfänglichem Studium der Kunstgeschichte in München und Berlin, Schüler von Ludwig Meidner und besuchte die Kunstakademie in Berlin. In Paris – und das ist entscheidend, unterrichtete ihn Roger Bissière. Fritz Baumgart schreibt dazu: „Von Meidner konnte er viel über das graphische Handwerk erfahren, von Bissière, der damals, Mitte der zwanziger Jahre unter dem Einfluss von Braque stand, viel von der Malerei.“ Bissières Schlüsselwort sei „Iumière“ gewesen, das dieser als in die farbige Fläche eingehendes Licht verstand, so dass die Farbe unabhängig von einer von außen erfolgenden Bestrahlung Lichtqualitäten aus sich entwickelt. Beides, das Graphische und die lichterhellte Farbe spielen bei Hans Kuhn, eine substantielle Rolle.
Nach dem Krieg (1947) wurde Hans Kuhn von Carl Hofer an die Hochschule für bildende Künste Berlin berufen, leitete dort die Klasse für Wandmalerei und übernahm damit eine Aufgabe, die, so Fritz Baumgart, ihren Niederschlag in seinen Bildern fand: In freskoartigem Farbauftrag und in der ihm eigenen Art „die Bildfläche dicht zu verweben“. Die das Bild überspannenden Linien ergeben ein sensibles Geflecht, graphisch und malerisch zugleich, das die Farbflächen überspielt und sie kontrapunktisch steigert. Signifikant für Hans Kuhns Kunst ist sein Umgang mit dem Material, gleich ob man von Aquarellen, Gouachen, geschliffenen Lackbildern oder großformatigen Spachtel-Bilder spricht. Es bezeichnet nicht nur, es ist zeichenhaft. Sand, Öl, Pigment oder Wasserfarbe werden in einen das Bild konstituierenden Prozess eingebunden.
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