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Max Kaminski – Arbeiten von 2005 bis 2010
Eröffnung: Sonntag, 13. Juni 2010, 11.00 Uhr
Es spricht: Dr. Christof Trepesch,
Direktor der Kunstsammlungen und Museen Augsburg
Nach dem großen Erfolg der Kaminski-Präsentation in unserer Karlsruher Galerie mit Arbeiten von "1990-
2004" legen wir nun in der Mochentaler Ausstellung den Schwerpunkt auf die Arbeiten von "2005-2010" mit
den Zyklen "La Maison d' Annmarie" und "Rue Paradis".
Mit dieser Auswahl befinden wir uns nicht mehr hauptsächlich bei den infernalen Sujets der brennenden,
verkohlten Welt und Menschen in Trümmern, sondern lassen nun zwei außergewöhnliche Positionen von Max
Kaminski in Dialog treten: Zum einen geheimnisvoll unheilschwangere Landschaften, die in üppigen
Kaskaden von Glyzinien-Blüten zu ertrinken scheinen. Film-Noir-Szenen, die Kaminski als exquisiten
Koloristen ausweisen. Andererseits ungeheuerliche Panoptiken, in denen Max Kaminski glut- und blutrot
Totentanz, Karneval und Mummenschanz inszeniert.
Was diese doch sehr unterschiedlichen Arbeiten verbindet, ist das Faszinosum des Unwirklich-Surrealen und
Grell-Überblendeten. Hierzu Dr. Melanie Klier im die Ausstellung begleitenden Katalog: „Man kann sich
kaum vorstellen, wie farblich kraftvoll und eindringlich Kaminski seine unheimlichen Augenblicke des
möglichen, gewaltvollen Davor oder Danach komponiert. Wie variantenreich er mit einem Violett, Mauve
und Flieder Regie führt. Das Haus von Annmarie, den Pool, den Garten, zu einer bedrückend stillstehenden,
hitchcock-artigen Dramaturgie des Kriminalstücks verfremdet.
Unvorstellbar auch, wie intensiv, schmerzvoll und leidenschaftlich Kaminski die Farbe Rot in seinen "Rue
Paradis"-Bildern inszeniert. Dass sein immer wieder aufscheinendes, sich konkretisierendes und auch
skizzenartig verschwindendes Formvokabular aus Halloween-Masken, Totenköpfen und Sensenmännern,
Teufelsfratzen und Seelenfressern dem kuriosen Schaufenster eines Geschäfts aus seiner Wahlheimat
Marseille entlehnt ist, erscheint zweitrangig angesichts der zeitlosen Brisanz und Ausdruckskraft dieser
glühend-makabren Schaustücke.
Spannend bleibt Kaminskis Verständnis von Licht und dessen unerwarteten Effekten. Harmlose Jalousien
avancieren durch das beißend-grelle Gelb zu alles versengenden Glühstäben. Immer wieder taucht der hell
lodernde Besen auf, einer Lunte gleich, die Kaminski schon in der orchestralen Farbglut, in den verkohlten
und zerfetzten Leibern, in der explosionsartigen Sprengung des gedrängt-kompakten Bildzentrums seiner
Karlsruher Werke gelegt hat.“
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