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Dokoupil: Soap Bubbles and Candle Soot    Feb 6 - Mar 29, 2014

Zwei Blasen
Jiri Georg Dokoupil
Zwei Blasen, 2013
 
Kaminfeuer II
Jiri Georg Dokoupil
Kaminfeuer II, 2013
 
Untitled
Jiri Georg Dokoupil
Untitled, 2013
 
Untitled
Jiri Georg Dokoupil
Untitled, 2013
 
Untitled
Jiri Georg Dokoupil
Untitled, 2013
 
Untitled
Jiri Georg Dokoupil
Untitled, 2013
 
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Dokoupil: Soap Bubbles and Candle Soot
06/02/14 - 22/03/14

Eröffnung: Donnerstag, 06/02, 19 - 21 Uhr


Von der Fixierung des Flüchtigen im Werk von Jiři Georg Dokoupil

Amorphe Formen in Gold, Weiß, hellem Grün oder leuchtendem Blau steigen wabernd, an Rauchschwaden erinnernd, auf und überlagern sich auf schwarzem Fond zu einer bouquetartigen Komposition. Partiell ist die Farbe zu opaken Flecken verdichtet, an anderen Stellen hingegen lässt sie, zart aufgetragen, den Untergrund durchschimmern. Bewegt und flüchtig erscheint das Motiv, als würde es sich im nächsten Moment auflösen. Zarte, ringförmige Linien, in die einige der Gebilde auslaufen, deuten darauf hin, dass es sich um farbige Seifenblasen handelt, die auf der dunkel grundierten Leinwand zerplatzt sind. Sie fungieren als Verweis auf den bildgenerierenden Prozess.

Jiři Georg Dokoupil hat in den vergangenen 25 Jahren in provokant-ironischer Erweiterung traditioneller Gattungsgrenzen Werke geschaffen, deren spezifische Materialität im unmittelbaren Bezug zur Art ihrer Herstellung steht.
Den Seifenblasenbildern und Kerzenbildern ist der Einsatz ephemerer Materialien gemein. Er verbindet sich zugleich mit einer Neudefinition dessen, was Malerei oder Zeichnung ist und wo die Unterschiede zwischen beiden Techniken liegen. Denn: Malt oder zeichnet Dokoupils Hand, die eine rußende Kerze führt?
Dokoupils Seifenblasenbilder fallen in eine Materialkategorie des absolut Vergänglichen. Experimentell vorgehend, knüpft er ikonografisch an eine kunsthistorische Tradition an. Dabei operiert er mit einem gleichermaßen technischen wie philosophischen Paradoxon, nämlich das Flüchtige festhalten zu wollen. Die Seifenblase, eine hohle, schillernde Kugel, gebildet aus einem dünnen Film aus Seifenwasser, zerplatzt in Berührung mit festen Objekten schon nach wenigen Augenblicken. So hat seine Schönheit wie auch seine Kurzlebigkeit das fragile Gebilde in der Kunst des Barock zu einem Vanitassymbol, zum Hinweis auf die Vergänglichkeit alles Irdischen werden lassen.

Dr. Agnes Matthias in: Katalog zum Lovis-Corinth-Preis 2012. Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg 2013

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