RAINER FETTING
Bilder
Vernissage am 13. Januar, 19 bis 21 Uhr
Um 19.30 Uhr spricht Daniel J. Schreiber, künstlerischer Leiter der Kunsthalle Tübingen.
Rainer Fetting ist anwesend.
Die in der Kunsthalle Tübingen gerade zu Ende gegangene Ausstellung „Manscapes“ führt mit
ihrem wortspielerischen Titel zu dem Leitmotiv der Malerei von Rainer Fetting (*1949): wie kein
anderer deutscher Künstler seiner Generation hat er das Thema des menschlichen Abbilds,
darunter vor allem das des Männerbildes, seit seinen künstlerischen Anfängen im Berlin der späten
70er Jahre – der Zeit der legendären Galerie am Moritzplatz – bis heute konsequent verfolgt und
geprägt.
In der Galerie Karl Pfefferle wird nun, neben neu entstandenen Sylt- Landschaften, eine Auswahl
bedeutender, zum Teil bisher nicht gezeigter „Menschenbilder“ aus verschiedenen Schaffensperioden
Fettings zu sehen sein. Der Kontext, in den diese Bildnisse gesetzt oder aus dem sie
generiert werden, ist dabei unterschiedlicher Natur: zum einen entstehen sie aus dem realen,
gegenwärtigen Umfeld des Künstlers, zum anderen aus Inszenierungen, in denen die Modelle eine
bestimmte Rolle übernehmen, so zum Beispiel in den Portraits von „Cops“ oder Mönchen. In
einem weiteren Werkkomplex übersetzt Rainer Fetting Szenen aus Spielfilmen in gemalte
„Filmstills“. So entstammen die wunderbar rätselhaft-düsteren Bilder „Jane Lagrange“ und „Room
of the Loner“ dem Nouvelle Vague Film „Der eiskalte Engel“ von Jean-Pierre Melville aus dem
Jahr 1967. Der klassische Hollywood-Gangster wird darin als existenzialistischer Einzelkämpfer
portraitiert und es ist sicher kein Zufall, dass dieser Film für Rainer Fetting eine besondere
Bedeutung hat. In seinen Bildern, die letztendlich alle im „Einzelkampf“ entstehen, geht es um ein
gewaltiges Lebensgefühl, glühend, voller Unruhe und Wucht. Und es geht um das Bekenntnis
eines Malers, der an malerische Traditionen anknüpft, um seine eigene Gegenwart in jedem Bild
neu zu erfinden. Rainer Fetting erzählt in seinen Bildern keine Anekdoten, er thematisiert – unabhängig vom Motiv – immer auch das Malen selbst: die ungeheure Sinnlichkeit der Farbe in
einem lichtdurchfluteten Spannungsfeld aus gestischen Pinselstrichen – schnell, heftig und
dennoch präzise und sicher.
Zur Eröffnung am Donnerstag, 13. Januar 2011 spricht um 19.30 Uhr Daniel J. Schreiber,
künstlerischer Leiter der Kunsthalle Tübingen. Einen umfassenden Einblick in das Werk
Rainer Fettings gewährt außerdem die Ende 2009 im DuMont Verlag erschienene 400 Seiten
starke Monographie „Fetting“.
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