Eröffnung: 18. März, 18-21 Uhr
Es spricht um 19.30 Uhr Prof. Dr. Peter Weiermair, Verleger und freier Kurator.
Hans Petri und Mélina Avouac sind anwesend.
HANS PETRI
DOPPELSCHAU DER LIEBE UND IN ALLE EWIGKEIT
Hans Petri (*1963), der mit Titeln wie “Nur Gott ist wirklich richtig krass”
die Besucher seiner Ausstellungen polarisiert, nimmt im Kunstbetrieb
eine radikale Außenseiterposition ein. Wir freuen uns, seine neuesten
Fotografien und Zeichnungen, die Anfang letzten Jahres in einer Einzelausstellung
im Autocenter Berlin (das u.a. für Jonathan Meese eine
erste Plattform war) zu sehen waren, nun erstmals in München zu
zeigen.
Der Inhalt der Bildwerke von Hans Petri erscheint auf den ersten Blick
irritierend und auf Provokation angelegt: Sie kreisen um sexuelle Obsessionen
und konfrontieren den Bertachter in ihrer Uneindeutigkeit mit
seinen eigenen sexuellen Phantasien bzw. Tabus. Petri zeigt mädchenhafte
Frauen in doppeldeutigen, teilweise obszönen Szenen, die
entweder von aggressiv-obsessiver Selbstdarstellung oder sensibler
Schüchternheit geprägt sind. Inhaltlich wie formal fügt Petri dabei
scheinbar unzusammenhängende Konstellationen neu zusammen,
montiert, collagiert und schafft so neue verstörende Bezüge. Seine Motive,
die ebenso wie jene von Larry Clark oder Nan Goldin kaum vom
eigenen Leben zu trennen sind, werden dabei mit Zitaten aus einer
pluralistischen Welt zwischen Politik, Werbung, Kultur und Gesellschaft
in Beziehung gesetzt. Auf diese Weise wird Hans Petris Kunst zu einem
Bekenntnis an die eigene Generation, deren Unsicherheit und Orientierungslosigkeit
sich zwischen Popkultur und Intellektualiät bewegt und
die er mit seinen krassen, nur scheinbar eindeutigen Inhalten, teils humorvoll,
teils radikal zu provozieren sucht, um sie als Kulturbeitrag der
zeitgenössischen Gesellschaft vor Augen zu führen.
MÉLINA AVOUAC (*1982), diesjährige Absolventin der Bildhauerklasse
von Olaf Metzel an der Münchner Akademie, thematisiert in ihrem
formal klassisch anmutenden Zeichnungszyklus “La vie en noir” den
distanzierten Bilck auf das von Medien geprägte Bild der Sexualität ihrer
eigenen Generation und vermittelt auf diese Weise ein weibliches
Gegenbild zu den Arbeiten Hans Petris.
(Caroline Klapp)
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