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Vernissage 20. März, 18 - 21 Uhr
Um 19.30 Uhr spricht Klaus-Jürgen Sembach, ehemals Direktor der Neuen Sammlung, München.
Eine Gegenüberstellung der Fotografien von Willliam Eggleston und David Lynch hat es bisher
nicht gegeben und wir freuen uns sehr, dieses außergewöhnliche Projekt erstmals realisieren zu
können.
William Eggleston (* 1939), dessen Werk momentan in der großen Retrospektive „democratic
camera“ im Haus der Kunst in München zu sehen ist, zählt zu den wegweisenden Pionieren der
künstlerischen Farbfotografie. Mit seinen ungewöhnlichen Perspektiven, seinen reduzierten Kompositionen
und seinen lakonischen Alltagssujets gilt er als Chronist des amerikanischen Traums und zugleich
als dessen kritischer Beobachter. Er revolutioniert mit seinen gänzlich „bildunwürdigen“ Motiven
eine Bildästhetik, der bis dahin immer ein zentrales bedeutendes Motiv oder ein entscheidender
Augenblick zu Grunde gelegen hatte. Eggleston fotografiert Zustände, die raum- und zeitübergreifend
fortbestehen. In der Galerie Karl Pfefferle wird u.a. das inzwischen äußerst rare Portfolio 10.D.70.V.I
zu sehen sein, das zehn Motive aus den 70er Jahren enthält, einer Zeit, in der die Farbfotografie noch
als kunstunwürdig galt und allein der Werbung vorbehalten war. Entwickelt sind all diese Fotos im
höchst aufwendigen Dye-Transfer-Verfahren, das es ermöglicht, die Farben unabhängig voneinander
zu manipulieren und zu intensivieren.
David Lynch (* 1946), der als Regisseur mit Filmen wie „Wild at Heart“ und „Blue Velvet“ Weltruhm
erlangt, aber zeitlebens auch fotografiert, gezeichnet und gemalt hat, zeigt in seinen Fotografien
ebenso wie Eggleston unbestimmte Orte: Straßenkreuzungen, graffitibeschmierte Hauseingänge oder
stillgelegte Fabriken, die dem Verfall anheim gegeben sind. Lynch fotografiert dort schwarz-weiß ohne
künstliches Licht. Er zeigt Texturen, Konturen, Spuren der Arbeit, Flecken, Störungen. Menschenleere
Räume. Historische Bezüge drängen sich auf, werden aber weder bestätigt noch negiert, da Lynch
sich der Erklärung und Deutung seiner Bilder konsequent verweigert und auf einen rein intuitiven
Zugang des Bertachters vertraut. Titel, Entstehungsjahr und -ort bleiben unbenannt. Auch in seinen
teilweise fast abstrakten Aktfotos geht es primär um Oberflächenstrukturen, Licht und Schatteneinfälle,
denn so Lynch über seine Akte: „there are endless shapes and lights on shapes“. Lynchs Bilder
scheinen mehr zu verbergen als preiszugeben und sind gerade deshalb von einer überwältigenden
Anziehungskraft, die oft auch in einer Mischung aus Skurrilem und Bedrohlichem begründet ist. Nach
einer ersten Präsentation in der Ausstellung „The air is on fire“ in der Fondation Cartier, Paris im Jahr
2007 werden diese Fotografien von David Lynch in der Galerie Karl Pfefferle erstmals in Deutschland
zu sehen sein. (Caroline Klapp)
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