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Maina-Miriam Munsky: Die Angst wegmalen    Sep 7 - Nov 2, 2013

Geburt III
Maina-Miriam Munsky
Geburt III, 1967
 
Nach London fahren
Maina-Miriam Munsky
Nach London fahren, 1975
 
 
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Die Angst wegmalen
Maina-Miriam Munsky (1943-1999)

45 Jahre Galerie Poll

Eröffnung: Freitag, 6. September 2013, 18-21 Uhr
Ausstellung vom 7. September bis 2. November 2013

Zur Ausstellung erscheint eine umfangreiche Werkdokumentation.
Buchvorstellung: Sonntag, 8. September 2013, 12 Uhr, Berlinische Galerie

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'Ich male meine Bilder nach eigenen Fotos und mit dem Pinsel. Ich male Eingriffe in das Leben der Frau, des Kindes. Ich male Operationen, Geburt und den Tod, Grenzsituationen des Menschen, seiner Hilflosigkeit, seines Ausgeliefertseins. Ich male meine Bilder so objektiv, so wahrheitsgemäß, wie es mir möglich ist.'
Maina-Miriam Munsky

Das Werk der 1943 in Wolfenbüttel geborenen und 1999 in Berlin gestorbenen Malerin Maina-Miriam Munsky ist heute nahezu vergessen. Aus Anlass ihres 70. Geburtstages erinnert die Galerie Poll mit einer Ausstellung und einer umfangreichen Dokumentation an Leben und Arbeit der Künstlerin.

'Ihre Bilder gehören zu den Höhepunkten des neuen Berliner Realismus der siebziger Jahre. Das von ihr erreichte Niveau war in seiner Perfektion nicht mehr zu überbieten. Die Zeit für eine Wiederentdeckung ist reif', schreibt Eckhart Gillen in seinem Beitrag für das von der Kunststiftung Poll und Jan Schüler herausgegebene Buch. (Verlag Kettler, ISBN 978-3-86206-292-8, 25 Euro, Vorzugsausgabe mit einer Porträtfotografie der Künstlerin aus dem Jahr 1977 von Erhard Wehrmann, Auflage 15 + 5 e. a., 200 Euro)

Die Ausstellung zeigt Bilder und Zeichnungen aus den Jahren 1967 bis 1990. Ein Schwerpunkt liegt mit den siebziger und achtziger Jahren auf jener Zeit, in der die Künstlerin den für sie typischen, an der Neuen Sachlichkeit geschulten hyperrealistischen Malstil gefunden hat. Ihre Bilder mit knappen, nüchternen Titeln wie 'Kabine', 'Sonde', 'Neugeborene' oder 'Blauer Kopf' zeigen kühl und emotionslos gynäkologische Untersuchungen, Operationen, den Geburtsvorgang oder die Versorgung des Neugeborenen kurz nach der Geburt. Die Farbpalette ist auf wenige kühle Farbtöne reduziert, einzige Lichtquelle häufig nur das Kaltlicht der OP-Lampen.

Im Zentrum der Ausstellung steht das Gemälde 'Selbst' aus dem Jahr 1978. Es zeigt die Künstlerin in einem Krankenbett. Lucie Schauer, Kunsthistorikerin und langjährige Freundin von Maina-Miriam Munsky, interpretierte das Bild als eine Todesvision der Künstlerin: 'Sie malte sich selbst auf dem Sterbebett. Sie befand sich in einer depressiven Phase, war bereits damals gefährdet durch den Alkohol'.

Mit der Ausstellung begeht die Galerie Poll ihren 45. Geburtstag: Am 8. Oktober 1968 eröffnete die Galerie in der Niebuhrstraße 77 in Berlin-Charlottenburg mit einer Ausstellung des Kritischen Realisten Peter Sorge, dem langjährigen Ehemann von Maina-Miriam Munsky. (siehe auch Pressemitteilung 'Kein bunter Reigen. 45 Jahre Galerie Poll')

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