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Eröffnung: 13. März 2009, 18-21 Uhr
Die Ironisierung der Entleerung von Inhalten in der zeitgenössischen Konsum- und
Informationsgesellschaft ist eine beständige Komponente im Werk des New Yorker
Künstlers Christian Holstad (*1972 in Anaheim, Kalifornien). Häufig tauchen in
seinen Arbeiten Zitate der Hoch-, Pop- und Subkultur auf, die er miteinander
verbindet, in verschiedene Kontexte transferiert und scheinbar ad absurdum führt.
Mediale Grenzen kennt seine Ausdrucksweise nicht. Neben Performances,
Zeichnungen und Collagen fertigt er, als gelernter Keramiker und Bildhauer,
Installationen und Skulpturen an. Für letztere verwendet der Künstler häufig
traditionelle Handarbeitstechniken, wie Stricken, Nähen oder Häkeln. Dem
gegenüber steht seine Affinität zu fetischisierten, harten Materialien wie Leder,
Gummi oder metallische Ketten und ihre Referenz zu einer Subkultur der SM - und
Gayszene. Die vielschichtigen Beziehungen zwischen Haptik, emotionalem Gehalt
des Werkstoffs und das Überschreiten von inhaltlichen Festschreibungen sind dabei
für Holstad interessant.
In seinen bekannten Collagen erschafft der Amerikaner kontroverse Hybride von
Bildern aus Schwulenmagazinen und idyllischen Interieurs oder Landschaften.
Mit seinen "Eraserhead – Drawings" arbeitet er in ähnlicher Weise. Holstad
verwandelt markante Körperpartien wie Gesichter von Persönlichkeiten des
politischen Lebens aus Zeitungsartikeln mit einem Radiergummi in Leerstellen und
kreiert anschließend am selben Ort eine neue Form. Damit gibt er diesen Arbeiten
oft eine starke politische Aussage und verhandelt auf ironische Weise das Thema
der referenzlos gewordenen und sinnentleerten Bilder und Zeichen der
massenmedialen Gesellschaft .
Christian Holstads Arbeiten sind nun erstmals in Berlin bei ScheiblerMitte zu sehen.
Die Werke des Künstlers befinden sich unter anderem im Museum of Modern Art
(New York), im Museum of Contemporary Art (Miami), im Museum of Contemporary
Art (Chicago) und im Osloer Astrup Fearnley Museeet for Moderne Kunst.
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David Robilliards Kunst ist einzigartig und ungewöhnlich. 1952 auf der Kanalinsel Guernsey
geboren, verschlug es den Poeten, Zeichner und Maler in den 70er Jahren in die
Kunstmetropole London. Hier traf er Gilbert & George, die seine größten Unterstützer und
Bewunderer wurden und ihn nicht nur als ihren Lieblingskünstler bezeichneten, sondern ihn
auch als das Modell des modernen Menschen ansahen: "The new master of the modern
person. Looking, thinking, feeling, seeing, bitching--he brilliantly encapsulates the 'Existers'
spirit of our time." 1984 verlegte das Künstlerduo seinen ersten Gedichtband „Inevitable“,
dem sieben weitere folgten. Unkonventionalität, Naivität und Authentizität zeichnen sein
poetisches und ebenso sein zeichnerisches und malerisches Werk aus. Robilliard hing als
Autodidakt keiner künstlerischen Schule an. Seine, aus Schrift und knappen
Umrisszeichnungen bestehende Kunst, basiert auf seinem poetischen Talent und ist von
einer Frische, Unmittelbarkeit und kompromisslosen Ehrlichkeit geprägt. David Robilliard
erscheint uns heute mehr denn je als Vorläufer der sogenannten YBA.
David Robilliard starb 1988 im Alter von 36 Jahren an AIDS. Sein bildnerisches Werk,
bestehend aus 61 Bildern und einigen hundert Papierarbeiten befindet sich unter anderem in
großen, öffentlichen Sammlungen, wie der des Museum of Modern Art, New York. Posthum
ehrte das Stedelijk Museum in Amsterdam Robilliards außergewöhnlichen Stil 1993 in einer
großen Einzelausstellung ("A Roomful of Hungry Looks"), dessen gesuchter Katalog das
Werkverzeichnis seiner Bilder darstellt.
Wir freuen uns sehr, diesen exzeptionellen Künstler erstmals in Berlin präsentieren zu
können.
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