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Christian Holstad / David Robilliard (ScheiblerMitte)    Mar 14 - Apr 18, 2009

Box of Tricks - My Ass
David Robilliard
Box of Tricks - My Ass, 1987
 
Genius Loci Reaching Gentle Heights (Oval)
Christian Holstad
Genius Loci Reaching Gentle Heights (Oval), 2003
 
Princess Middlefinger Drying Wings in a Sunny Cemetary
Christian Holstad
Princess Middlefinger Drying Wings in a Sunny Cemetary, 2003
 
Resident
Christian Holstad
Resident, 2003
 
Big is Breathtaking
David Robilliard
Big is Breathtaking, 1987
 
Get Off My Back Will You
David Robilliard
Get Off My Back Will You, 1987
 
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Eröffnung: 13. März 2009, 18-21 Uhr

Die Ironisierung der Entleerung von Inhalten in der zeitgenössischen Konsum- und Informationsgesellschaft ist eine beständige Komponente im Werk des New Yorker Künstlers Christian Holstad (*1972 in Anaheim, Kalifornien). Häufig tauchen in seinen Arbeiten Zitate der Hoch-, Pop- und Subkultur auf, die er miteinander verbindet, in verschiedene Kontexte transferiert und scheinbar ad absurdum führt. Mediale Grenzen kennt seine Ausdrucksweise nicht. Neben Performances, Zeichnungen und Collagen fertigt er, als gelernter Keramiker und Bildhauer, Installationen und Skulpturen an. Für letztere verwendet der Künstler häufig traditionelle Handarbeitstechniken, wie Stricken, Nähen oder Häkeln. Dem gegenüber steht seine Affinität zu fetischisierten, harten Materialien wie Leder, Gummi oder metallische Ketten und ihre Referenz zu einer Subkultur der SM - und Gayszene. Die vielschichtigen Beziehungen zwischen Haptik, emotionalem Gehalt des Werkstoffs und das Überschreiten von inhaltlichen Festschreibungen sind dabei für Holstad interessant. In seinen bekannten Collagen erschafft der Amerikaner kontroverse Hybride von Bildern aus Schwulenmagazinen und idyllischen Interieurs oder Landschaften. Mit seinen "Eraserhead – Drawings" arbeitet er in ähnlicher Weise. Holstad verwandelt markante Körperpartien wie Gesichter von Persönlichkeiten des politischen Lebens aus Zeitungsartikeln mit einem Radiergummi in Leerstellen und kreiert anschließend am selben Ort eine neue Form. Damit gibt er diesen Arbeiten oft eine starke politische Aussage und verhandelt auf ironische Weise das Thema der referenzlos gewordenen und sinnentleerten Bilder und Zeichen der massenmedialen Gesellschaft . Christian Holstads Arbeiten sind nun erstmals in Berlin bei ScheiblerMitte zu sehen. Die Werke des Künstlers befinden sich unter anderem im Museum of Modern Art (New York), im Museum of Contemporary Art (Miami), im Museum of Contemporary Art (Chicago) und im Osloer Astrup Fearnley Museeet for Moderne Kunst.

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David Robilliards Kunst ist einzigartig und ungewöhnlich. 1952 auf der Kanalinsel Guernsey geboren, verschlug es den Poeten, Zeichner und Maler in den 70er Jahren in die Kunstmetropole London. Hier traf er Gilbert & George, die seine größten Unterstützer und Bewunderer wurden und ihn nicht nur als ihren Lieblingskünstler bezeichneten, sondern ihn auch als das Modell des modernen Menschen ansahen: "The new master of the modern person. Looking, thinking, feeling, seeing, bitching--he brilliantly encapsulates the 'Existers' spirit of our time." 1984 verlegte das Künstlerduo seinen ersten Gedichtband „Inevitable“, dem sieben weitere folgten. Unkonventionalität, Naivität und Authentizität zeichnen sein poetisches und ebenso sein zeichnerisches und malerisches Werk aus. Robilliard hing als Autodidakt keiner künstlerischen Schule an. Seine, aus Schrift und knappen Umrisszeichnungen bestehende Kunst, basiert auf seinem poetischen Talent und ist von einer Frische, Unmittelbarkeit und kompromisslosen Ehrlichkeit geprägt. David Robilliard erscheint uns heute mehr denn je als Vorläufer der sogenannten YBA. David Robilliard starb 1988 im Alter von 36 Jahren an AIDS. Sein bildnerisches Werk, bestehend aus 61 Bildern und einigen hundert Papierarbeiten befindet sich unter anderem in großen, öffentlichen Sammlungen, wie der des Museum of Modern Art, New York. Posthum ehrte das Stedelijk Museum in Amsterdam Robilliards außergewöhnlichen Stil 1993 in einer großen Einzelausstellung ("A Roomful of Hungry Looks"), dessen gesuchter Katalog das Werkverzeichnis seiner Bilder darstellt. Wir freuen uns sehr, diesen exzeptionellen Künstler erstmals in Berlin präsentieren zu können.

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