Circle Culture Gallery

Clemens Behr, Lennart Grau: Surface to surface

Clemens Behr, Lennart Grau: Surface to surface

surface to surface, installation view

Surface to Surface, installation view, 2014

Saturday, June 7, 2014Saturday, August 23, 2014 (Opening Reception: Friday, June 6, 2014, 7 p.m. (EST))

Potsdamer Straße 68, 2nd Courtyard
Berlin, 10785 Germany

CLEMENS BEHR AND LENNART GRAU

SURFACE TO SURFACE

June 7th – August 23rd, 2014

Circle Culture Gallery presents the duo exhibition "Surface to Surface“ by the young German artists Clemens Behr and Lennart Grau. Considered from an aesthetic angle, a clash of diverging surfaces can be noticed – the soft and organic appearance on the one hand and the strictly geometric construction on the other hand. Whereas Lennart Grau's artworks are characterized by smooth and round contours and atmospheric gradients, Clemens Behr works with strictly separated, architectural and edgy fragments to create his space-consuming installations.

In fact, the artists share the same pivotal idea: the relationship between surface and space. In their artistic practice, both have produced bodies of work that oscillate between the medium painting and its objectuality in different ways. Based on the assumption that space is defined by the relation between its surfaces and articulated through their adding and layering, by the use of elements like outlines, texture and haptic, the artists create completely new spaces. The play of three-dimensionality runs like a common thread through the exhibition – in the non-existent, imaginated space of a canvas piece or in the fragmented and reconstructed shape of a sculpture: a powerful area of tension emerges.

In the artworks of Lennart Grau, the exorbitant and pasty paint application almost sculpturally stands out against the surface of the canvas. On these hills, the artist creates lighting situations and searches for visual instincts while playing with forms of delusion and deceit in the tradition of the “Trompe-l’oeil“ – terms that are transferable to deceptive buisness practices. The artist addresses the process of seduction when the rational mind underlies the lure of lust.

The works of Clemens Behr range between painting and sculpture. Installations – often with a pictorial approach – are fragmented by the insides and outsides of architecture. The surface is teared out of its original context and inserted into a new one. Different dimensions and perspectives get confused, blurred and interconnected. Behr's partly walkable installations seemingly dissipate the seperation of space and object; they epitomize the process of deconstruction and construction. The symbolical destruction and fragmentation of the constructed space and its new, allegedly arbitrary design create “broken“ works that attain to perfection.


CLEMENS BEHR UND LENNART GRAU

SURFACE TO SURFACE

Circle Culture Gallery freut sich mit der Ausstellung „Surface to Surface“ die neuesten Arbeiten der beiden jungen Berliner Künstler Clemens Behr und Lennart Grau zu präsentieren. Unter rein ästhetischen Gesichtspunkten betrachtet treffen darin in ihrer Materialität und Wirkung divergierende Oberflächen aufeinander – die sanfte, organische Anmutung auf der einen und die streng geometrische Konstruktion auf der anderen Seite. Während in Lennart Graus Malerei weiche, runde Formen und atmosphärische Verläufe prägende Merkmale sind, arbeitet Clemens Behr in seinen raumgreifenden Werken mit klar getrennten, architektonischkantigen Fragmenten.

Tatsächlich vereint die beiden Künstler jedoch das selbe, zentrale Interesse: das Verhältnis von Fläche und Raum. In ihrer künstlerischen Praxis haben beide Werkgruppen geschaffen, die auf ganz unterschiedliche Art und Weise zwischen dem Medium Malerei und seiner Objekthaftigkeit oszillieren. Ausgehend von der Prämisse, dass sich Raum durch die Beziehung seiner Flächen definiert und durch das Hinzufügen und Überlagern solcher artikuliert werden kann, erschaffen die Künstler mit Elementen wie Kontur, Textur und Haptik gänzlich neue Räume. So zieht sich das Spiel mit der Dreidimensionalität durch die Ausstellung hindurch; sei es in dem nicht vorhandenen, imaginierten Raum einer Leinwand oder in der zersplitterten und dekonstruierten Form einer Skulptur: Stets entsteht ein kraftvolles Spannungsfeld zwischen den Flächen.

In den Arbeiten von Lennart Grau hebt sich der maßlose, pastöse Farbauftrag geradezu skulptural von der Leinwandfläche ab. Auf diesen Erhebungen inszeniert der Künstler Lichtsituationen, sodass ein gleichsam irritierendes wie faszinierendes Spiel mit der Illusion von Räumlichkeit entsteht. In der Tradition des „Trompe-l'OEil“ spielt Grau mit Formen der Täuschung und Verblendung – Begriffe, die auf zwielichtige Machenschaften in der Wirtschaftswelt übertragbar sind. So thematisiert der Künstler in seinen Werken oftmals Prozesse der Verführung, die darauf verweisen, dass der rationale Verstand den Verlockungen der Gier zumeist unterliegt.

Die Arbeiten von Clemens Behr bewegen sich zwischen Malerei und Plastik. Seine Installationen generieren sich aus architektonischen Fragmenten von Innen- oder Außenräumen, die er isoliert, herausbricht und neu zusammensetzt. Flächen werden aus ihrem Zusammenhang herausgerissen und in einen Neuen transferiert, dabei überlagern und verschieben sich Dimensionen und lassen gänzlich neue Perspektiven entstehen. Behrs teils begehbare Installationen lösen die Trennung von Raum und Objekt auf und reflektieren die konstruktiven Wahrnehmungsprozesse des Alltags. Die symbolhafte Zerstörung und Zersplitterung des konstruierten Raumes und dessen neue, vermeintlich willkürliche Formgebung schafft „zerbrochene“ Werke, die in ihrer Vollkommenheit beeindrucken.