Robert Polidori (Auguststraße)

Robert Polidori (Auguststraße)

Friday, February 10, 2012Saturday, April 21, 2012


Berlin, Germany

Robert Polidori
10. Februar – 21. April 2012
CWC GALLERY, Auguststraße 11–13, 10117 Berlin
Öffnungszeiten: Dienstag – Samstag 12–20 Uhr


PRESSEMITTEILUNG

- CAMERA WORK eröffnet neue Galerie in der Ehemaligen Jüdischen Mädchenschule Berlin

- CWC GALLERY zeigt zeitgenössische Photographie und Kunst

- Ausstellung zum umfassenden Werk von Robert Polidori ab 10. Februar 2012

Vier Räume, 500 m2 Ausstellungsfläche, eine Galerie: Am 10. Februar eröffnet mit der CWC GALLERY eine Dependance von CAMERA WORK in einem der geschichtsträchtigsten Gebäude Berlins – der Ehemaligen Jüdischen Mädchenschule Berlin. Verbindet der 1928 fertiggestellte Bau vom Architekten Alexander Beer äußerlich spätexpressionistische Elemente mit der Baukunst der Neuen Sachlichkeit, zeigt die CWC GALLERY getreu ihres Namens CAMERA WORK CONTEMPORARY zeitgenössische Positionen aus Photographie, Malerei und Skulptur in umfangreichen Retrospektiven, konzeptuellen Gruppen-ausstellungen oder Kooperationsausstellungen mit Privatsammlungen oder Institutionen. Die äußere Eleganz und Puristik des Gebäudes spiegeln sich auch im ersten Stockwerk in den vier großzügigen und lichtdurchfluteten Räumen sowie großflächigen Fluren der CWC GALLERY wider. Ein reduziertes, stilvolles Design sowie eine hochwertige Gestaltung und klare Formensprache erzeugen eine besondere Atmosphäre, in der dem Betrachter dank des freien Wirkungsraumes der ausgestellten Werke eine außergewöhnliche Erfahrung in der Rezeption ermöglicht wird.
Mit der Galerie CAMERA WORK in Berlin-Charlottenburg und der CWC GALLERY im international in Kunstkreisen bekannten Galerienviertel in Berlin-Mitte bieten sich CAMERA WORK nun außerordentliche Möglichkeiten, die Ikonen der Photographiegeschichte, Masterworks sowie zeitgenössische Photographie und Kunst in jeweils exklusiven Räumlichkeiten präsentieren zu können.

Zum Auftakt wird in der CWC GALLERY ab dem 10. Februar eine umfassende Ausstellung zum Werk des Photographen Robert Polidori gezeigt. Neben international bekannten Ikonen seines Schaffens werden auch noch nie zuvor gezeigte Arbeiten des Künstlers präsentiert.

Robert Polidori

Die umfassende Ausstellung gibt Einblick in das imposante Gesamtwerk von Robert Polidori. Beeindruckende Photographien des Schlosses Versailles, aus dem Kreml und aus der kubanischen Hauptstadt Havanna werden ebenso präsentiert wie ausgewählte Arbeiten aus den Serien »Sperrzonen: Pripyat and Chernobyl« sowie »After the Flood« mit Photographien aus New Orleans nach dem Hurrikan »Katrina«. Ergänzend zu diesen Serien werden ausgewählte Architekturphotographien von Robert Polidori aus New York, Los Angeles und Berlin gezeigt.

Feudaler Prunk und farbenfrohe Patina – Robert Polidoris Spurensuche im Schloss Versailles, im Kreml und in Havanna
Der Fokus der Ausstellung liegt auf Polidoris umfangreicher Dokumentation der Umbau- und Restaurationsarbeiten im Schloss Versailles, die er seit nunmehr über 25 Jahren photographisch begleitet. Die prunkvollen Räume, die aufwendigen Restaurierungsarbeiten am Schloss in den 80er Jahren und die goldgerahmten Porträts von Adligen, die Polidori zu seinen Subjekten auserkoren hat, geben dem Betrachter einen Einblick in die Vergangenheit dieses geschichtsträchtigen Ortes, die so behutsam konserviert wird. Gleichzeitig verbindet sich die Historie mit der Gegenwart und lässt die glanzvolle Ästhetik dieser sorgsam geschmückten, verzierten und doch längst vergangenen feudalen Welt neu erleben. Eine für das Auge kaum fassbare Überfülle an Goldverzierungen, polierten Intarsien und glitzernden Kronleuchtern zeigen hingegen Polidoris Photographien aus dem Kreml in Moskau, dem ehemaligen Sitz der Zaren und Fürsten, der heute wieder Regierungssitz ist. In den komplexen, stillen Bildern schließt sich der Kreis zwischen gestern und heute.
Die Spuren der Zeit sind auch in Polidoris Aufnahmen aus Havanna zu finden. Sie zeigen bröckelnde, abblätternde, aufbrechende Strukturen, gleichzeitig ziehen sie den Betrachter durch die brillanten, vollen Farben und Kontraste in ihren Bann.

Die Spuren der Zeit in Robert Polidoris Architekturphotographie
Den Photographien Polidoris wohnen eine anmutige Stille, eine präzise komponierte Ästhetik, eine farbenfrohe Komplexität und Kraft inne. Die Detailgenauigkeit der großformatigen Bilder ermöglicht es dem Betrachter, die Oberflächenstrukturen und Formen mit dem Auge regelrecht abzutasten: eine komplexe Bildfläche, die uns die Räume auf ganz neue Weise erfahren lässt.
Der Berührungspunkt zwischen Alt und Neu ist ein wiederkehrendes Motiv in Polidoris Arbeiten. Die von ihm photographierten Räume, obwohl vollkommen menschenleer, erzählen mit ihrer einzigartigen Patina oder ihrem höfischen Glanz mannigfache Geschichten. So photographierte er 2009 auch das Neue Museum in Berlin, das vom englischen Architekten David Chipperfield aufwendig wiederhergestellt wurde, wobei alte Strukturen von neuen ergänzt und die sichtbaren Spuren der Zeit bewusst erhalten wurden.

Polidoris Zeugnisse der Zerstörung aus der atomaren Sperrzone und nach der Natur-katastrophe
Robert Polidori dokumentiert in seinen Werken auch die oftmals verheerenden Auswirkungen des menschlichen Eingriffs in seine Umwelt, wie z.B. in seiner eindringlichen Serie zur Reaktorkatastrophe in Tschernobyl. Er hat zudem die Auswirkungen des verheerenden Hurrikans »Katrina« im Jahr 2005 in New Orleans photographiert. Aus beiden Serien werden ausgewählte Werke in der Ausstellung präsentiert. Die Architekturphotographie nutzt Polidori so als Mittel, dem Betrachter nicht nur die Paläste der Welt, sondern auch Orte der Zerstörung und der Tragödie zu zeigen, so dass sich der Rezipient mit dem Motiv neu auseinandersetzt. Ähnlich verhält es sich auch mit seinen Photographien aus dem Hotel Ambassador in Los Angeles, von denen ebenfalls ein ausgewähltes Werk in der Ausstellung zu sehen sein wird. Das Hotel erlangte 1968 als Stätte des tödlichen Attentates auf Robert Kennedy traurige Berühmtheit und wurde 2005 abgerissen.

Über Robert Polidori
Der 1951 im kanadischen Montreal geborene Robert Polidori lebt in New York und Paris. Umfangreiche Photoreportagen in Zeitschriften wie The New Yorker – deren Redaktionsphotograph er neben Martin Schoeller ist – Architectural Digest, Geo oder Vanity Fair begründeten Polidoris internationalen Erfolg, der durch Preise wie den Deutschen Fotobuchpreis oder den Alfred-Eisenstaedt-Award offiziell gewürdigt wurde. Robert Polidoris Arbeiten wurden nicht nur in zahlreichen Galerien, sondern auch in international renommierten Museen wie dem Metropolitan Museum of Art in New York, dem Musée d’Art Contemporain de Montréal und dem Martin-Gropius-Bau in Berlin gezeigt. Zudem sind zum umfangreichen Werk Polidoris zahlreiche Publikationen erschienen, unter anderem der mit dem Liliane Bettencourt Prix de la Photographie ausgezeichnete, dreibändige Bildband »Parcours Muséologique Revisité« mit der monumentalen photographischen Dokumentation des Schloss Versailles.