Daniel Buren, Tony Cragg und Tatsuo Miyajima

Daniel Buren, Tony Cragg und Tatsuo Miyajima

installation view

Installation view

Wednesday, June 27, 2012Saturday, August 4, 2012


Berlin, Germany

DANIEL BUREN, TONY CRAGG, TATSUO MIYAJIMA
27. JUNI – 4. AUGUST 2012
Eröffnung Dienstag, 26.6.2012, 19-21 Uhr

Die Buchmann Galerie Berlin freut sich, eine Gruppenausstellung mit Werken von Daniel Buren, Tony Cragg und Tatsuo Miyajima zu präsentieren.

Daniel Buren benutzt sein „visuelles Werkzeug“, die 8,7 cm breiten Streifen, um die Wahrnehmung des Raumes – in diesem Fall der Wand der Galerie – in subtiler Art zu ändern. Die weißen Streifen spielen mit dem nicht Sichtbaren, dem was zwischen ihnen steht, um die statische Wand dynamisch zu machen. Sie lassen den nicht bewusst wahrgenommenen Raum in der Gegenwart der Wahrnehmung erscheinen. Durch die Erweiterung des Plexiglases über das Motiv der Streifen hinaus und die zentrierte Hängung wird die gesamte Wand Teil des Kunstwerks. Das Werk ist zwischen dem nicht zu fassenden Chaos und der rationalen Wiederholung des visuellen Motives angesiedelt.

Tatsuo Miyajima verwendet ebenfalls ein wiederkehrendes Motiv, leuchtende LED Ziffern, die unendlich von 1-9 oder 9-1 zählen. Counter sculpture benutzt diese spezifische Technologie nicht, sondern zeigt analog riesige Ziffern aus Spiegelglas. Jeden Tag wird eine neue Ziffer nach dem Zufallsprinzip gelegt. Dafür folgt man dem vorgezeichneten Schema auf dem Boden. Die mit dünnen weißen Linien markierten Formen geben den Rahmen für die Ziffern 1-9. Auch hier gibt es also das Spiel mit dem nicht Sichtbaren, das von den möglichen, nicht ausgefüllten Feldern hinterlassen wird.

Die Rolle der Spiegel ist hochsymbolisch. Sie lassen uns erkennen, dass wir in der Erscheinung der Wirklichkeit nur uns selbst spiegeln. Wir sehen die Gesetze der Natur nur durch unsere aktuellen wissenschaftlichen Modelle. Miyajimas Ziel ist es, uns die Begrenztheit dieses Systems vor Augen zu führen: es gibt nur 9 Ziffern, um eine unendlich große, nicht greifbare Wirklichkeit einzufangen.

Während Miyajima als Datenforscher in der Meteorologie arbeitete, fing Tony Cragg als Chemielaborant an. Beide beschäftigen sich mit der Beziehung zwischen Naturwissenschaft und Kunst. “Bei meiner Arbeit geht es mir nicht um eine Nachahmung der Natur oder Evolution, im Mittelpunkt stand vielmehr schon immer das enge Festhalten an den Grundlagen der Strukturfindung“. (Tony Cragg)

Die ausgestellte Arbeit Graphea I ist eine der ersten, in der Cragg die Zeichnung als eigenständiges Werk behandelt. Cragg spielt mit der Transparenz und Reflexion der Materie des Werkes. Die Zeichnung ist auf die schwarze Akrylfläche gekratzt und zeigt das Weiß der Wand. Der Titel der Arbeit scheint ein Wortspiel zu sein, er bezieht sich auf zwei Wirklichkeiten: Graphea ist der wissenschaftliche Name eines Schmetterlings, die Form der Arbeit lehnt sich daran an. Der lateinische Wortstamm graphis heißt Zeichnung. Beide Bedeutungen verschmelzen, wenn man bedenkt, dass es auch Zeichnungen auf den Flügen dieses Schmetterlings gibt. Ein wunderbares Beispiel für Tony Craggs Arbeitsweise, in der er stets versucht ein Netz zwischen Wörtern, Bedeutungen, Wirklichkeit und Kunst zu schaffen.

Für weitere Informationen über die Künstler und für Bildmaterial zu den Arbeiten können Sie sich gerne jederzeit mit der Galerie in Verbindung setzen. press@buchmanngalerie.com.

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DANIEL BUREN, TONY CRAGG, TATSUO MIYAJIMA
JUNE 27–AUGUST 4, 2012

The Buchmann Galerie Berlin is pleased to present a group exhibition with works by Daniel Buren, Tony Cragg, and Tatsuo Miyajima.

Daniel Buren uses his “visual tool,” 8.7-cm-wide stripes, to alter the perception of the space—in this case, a wall of the gallery—in a subtle way. The white stripes play with the invisible space between them in order to make the static wall dynamic. They cause the space that is not perceived consciously to be perceived in the present. The extension of the Plexiglas beyond the motif of the stripes and the centered hanging make the entire wall part of the artwork. The work is located between ungraspable chaos and the rational repetition of the visual motif.

Tatsuo Miyajima also uses a recurring motif—glowing LED digits that count endlessly from one to nine or nine to one. Counter Sculpture does not use this specific technology but rather analogously displays giant digits of mirror glass. Every day a new digit is placed according to a random principle. This follows the schema drawn on the floor. The forms marked with thin white lines provide the frame for the numbers one to nine. Here too we have a form of playing with the invisible that is left behind by the possibly-but-as-yet-not-filled-in fields.

The role of the mirrors is highly symbolic. They cause us to recognize that in the appearance of reality we merely mirror ourselves. We see the laws of nature only through our current scientific models. Miyajima’s goal is to show us the limitation of this system: there are only nine numbers to capture an infinitely large, ungraspable reality.

Whereas Miyajima worked as a data analyst in meteorology, Tony Cragg began working as a laboratory technician. Both are preoccupied with the relationship between science and art. “I’m not really trying to copy nature or copy evolution in what I’m doing, but somehow what was important was always the idea of staying pretty near to the basics of making structures.” (Tony Cragg)

The work exhibited, here, Graphea I, is one of the first in which Cragg treats a drawing as an autonomous work. Cragg plays with the transparency and reflection of the work’s matter. The drawing is scratched into the black acrylic surface and reveals the white of the wall. The work’s title seems to be a pun; it refers to two realities: Graphea is the scientific name of a genus of moth; the work’s form alludes to this. Its Latin root, graphis, means drawing. Both meanings fuse if we consider that there are also drawings on the wings of this moth. It is a wonderful example of Tony Cragg’s approach, in which he is constantly trying to create a network between words, meanings, reality, and art.

For further information about the artists or for photographs of the works, please feel free to contact the gallery at any time: press@buchmanngalerie.com.