Thomas Wrede: Real Landscapes – Zwischen Sehnsucht und Debakel

Thomas Wrede: Real Landscapes – Zwischen Sehnsucht und Debakel

nach der flut by thomas wrede

Thomas Wrede

Nach der Flut, 2012

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achterbahn-ruine by thomas wrede

Thomas Wrede

Achterbahn-Ruine, 2013

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Friday, January 31, 2014Friday, March 28, 2014

Beck & Eggeling
Bilker Strasse 5 und Bilker Strasse 4-6

Düsseldorf, Germany

Beck & Eggeling präsentiert im Rahmen des 'Duesseldorf Photo Weekend 2014' neue Fotoarbeiten von Thomas Wrede aus seiner Serie „Real Landscapes“.

Die Eröffnung findet am Freitag, 31. Januar 2014 um 19 Uhr in der Bilker Straße 4-6, Düssseldorf, statt. Der Künstler ist anwesend.

Nicht zuletzt durch drei vorangegangene Einzelausstellungen bei Beck & Eggeling gehört Thomas Wrede (*1963) bereits als etablierte Position zur Düsseldorfer Fotoszene. Seine großformatigen, stillen, aber auch dramatischen Landschaftsfotografien faszinieren in besonderem Maße, da sich der Betrachter schlagartig mit allen Facetten der menschlichen Existenz konfrontiert fühlt. Idylle und Katastrophe, Sehnsucht und Debakel bilden den schmalen Gra von Stimmungen, die, hervorgerufen durch Wredes komplexe Regie, nachdenklich stimmen. Szenische Wolkenformationen oder gleißende Sonnenuntergänge am Horizont lassen die Grenzen verschwimmen.

Ausgangspunkt seiner fotografischen Arbeiten ist immer wieder die Sehnsucht nach der Natur. Dabei bedient sich Wrede in seiner Serie „Real Landscapes“ der Requisiten von Modelleisenbahnen und setzt Häuser und Bäume in Miniaturgröße in die reale Natur – an den Strand, in den Schnee oder in eine nahe gelegene Pfütze. Dabei ist jeweils nur ein kleiner, wenige Fußschritte umfassender Auszug der Natur von Belang. Die Wahrnehmung des Betrachters wird dadurch auf eine falsche Fährte gelenkt, da sich im Foto die ganze Umgebung nach der Größe der Häuser oder Bäume richtet. Die hervorgerufene Täuschung durch Widersprüche und Unstimmigkeiten der Proportionen ist Ergebnis der geschickten Nutzung einer analogen Plattenkamera mit Weitwinkel – Wrede greift in Maßstäbe ein und verringert Distanzen. So wird aus der Pfütze ein See, aus Schneehaufen verschneite Bergketten und aus ein paar Zentimeter ebenem Sand ein kilometerlanger Strand.

„Es ist mir wichtig, in die Welt hinauszugehen und mich der Landschaft mit ihrer spezifischen Licht- und Wettersituation auszusetzen und anregen zu lassen, um dann mit geringen und simplen Mitteln neue Bildwelten zu schaffen, die ausschließlich durch die Fotografie, in der Fotografie, als Fotografie existieren.“ (Thomas Wrede)

Dass es nicht immer Sehnsucht verheißende, romantische Landschaften in Wredes Fotografien sind, sondern auch katastrophale Ausmaße von Naturgewalten zum Thema werden, zeigt die Fotografie „Nach der Flut“. Bekannte Bilder, die an echte Szenarien aus den Nachrichten erinnern, legen sich vor unser inneres Auge.

Thomas Wrede wurde 1963 in Lethmathe/Westfalen geboren. Sein Studium der bildenden Kunst absolvierte er in Münster und Berlin. Von 1998 bis 2005 hatte Wrede einen Lehrauftrag für Fotografie an der Kunstakademie Münster inne. Zahlreiche Ausstellungen der letzten Jahre präsentierten die Arbeiten Wredes im In- und Ausland. Besonders seien hier die Einzelausstellungen im Museum Kunst der Westküste, Alkersum (2010), in der Kunsthalle Bielefeld (2010) und im Wallraf-Richartz-Museum, Köln (2007) und folgende Gruppenausstellungen genannt: im Nationalmuseum für Geschichte und Kunst, Luxemburg (2013), im Seoul Museum of Art, Südkorea (2011) und im Kunstmuseum Wuhan, China (2009).
In den vergangenen Jahren fanden Fotografien Wredes Eingang in bedeutende Kunstsammlungen: Staatsgalerie Stuttgart, Landesmuseum Münster, The West Collection Philadelphia, Kunst-am-Bau-Projekte in Berlin für die Bundesrepublik Deutschland, UBS Zürich & Luzern, DZ-Bank Frankfurt. Der Künstler wurde bereits mit bedeutenden Preisen gewürdigt, darunter der Karl-Hofer-Preis der Hochschule der Künste Berlin.