Philip Guston

Philip Guston

untitled by philip guston

Philip Guston

Untitled, 1968

winter ii by philip guston

Philip Guston

Winter II, 1961

the light by philip guston

Philip Guston

The Light, 1975

untitled by philip guston

Philip Guston

Untitled, 1969

untitled (hood) by philip guston

Philip Guston

Untitled (Hood), 1969

Thursday, May 1, 2014Saturday, August 23, 2014

Schöneberger Ufer 71
Berlin, 10785 Germany

Philip Guston

01.05.14 - 23.08.14
Eröffnung: Mittwoch, 30. April

Berlin Gallery Weekend: 2. – 4. Mai

Berlin – Am Mittwoch, dem 30. April eröffnet Aurel Scheibler die zweite Einzelausstellung, die er dem amerikanischen Künstler Philip Guston (1913 – 1980) widmet. Gezeigt wird eine Gruppe später Zeichnungen und Gemälde, ergänzt durch zwei frühere Werke. Bereits 2007 veranstaltete die Galerie eine Ausstellung mit Arbeiten, die alle aus Privatsammlungen stammten und organisierte damit die erste Guston-Ausstellung in einer deutschen Galerie. „Philip Guston“ findet gleichzeitig statt mit der Einzelschau „Philip Guston – Das Große Spätwerk“ in der Sammlung Falckenberg in Hamburg, die anschließend ins Louisiana Museum für Moderne Kunst in Humlebæk wandert. Die Ausstellung bei Aurel Scheibler läuft bis zum 28. Juni und hat während des Gallery Weekend Berlin besondere Öffnungszeiten (siehe unten).

Philip Guston war ein großer Katalysator, und seine Fähigkeit, sich erfolgreich zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion zu bewegen, ist gerade für die heutige Zeit besonders bedeutsam, da Maler häufig zwischen diesen sich früher gegenseitig ausschließenden Polen arbeiten. Gustons Werk bestätigt die enorme Vitalität der Malerei und ihre Bedeutung in einer Zeit, die von den Massenmedien mit Bildern überschüttet wird. Als sein Spätwerk 1981 zum ersten Mal in Europa in der einflussreichen Ausstellung »A New Spirit in Painting« in der Royal Academy in London zu sehen war, führte dies zu einer neuen Wertschätzung nicht nur von Gustons Malerei. Seine Retrospektive, die 1982 in der Whitechapel Gallery in London, im Stedelijk Museum in Amsterdam und in der Kunsthalle Basel gezeigt wurde, offenbarte die immense Bedeutung dieses Malers für seine eigene Generation und viele, die noch folgen sollten. Heute wird niemand, der sich ernsthaft mit Malerei beschäftigt – ob nun figurativ, abstrakt oder beides –, an Gustons OEuvre vorbeikommen.

Die derzeitige Präsentation bei Aurel Scheibler stellt nicht nur ein ergänzendes Kapitel zu den aktuellen Museumsausstellungen dar, sondern bietet auch die seltene Gelegenheit einer intimen Auseinandersetzung mit einer entscheidenden Gruppierung von Gustons Werk. Den Kern der Ausstellung bildet eine Auswahl von drei Zeichnungen und sieben Gemälden aus jener Periode, die gemeinhin als seine »späte« gilt, deren Eckpfeiler faszinierenderweise zwei hervorragende farbig-abstrakte Gemälde von 1960 und 1961 bilden. Diese Arbeiten agieren gewissermaßen als Leuchtfeuer, sie erschließen offensichtlich einen Weg zu dem fast obsessiv von Darstellung heimgesuchten Werk, das Guston seit Ende der 1960er Jahre gestalten sollte – als sich gegenständliche Elemente, die als solche kaum zu erkennen sind, in lyrischer Abstraktion wiederfinden. Es sind zentrale Arbeiten zum Verständnis von Gustons einzigartiger Leistung in der Geschichte der abstrakten Kunst.

Die drei gezeigten Kohlezeichnungen von 1968 und 1969 sind wichtige Beispiele für Gustons neue, reduzierte Sprache, die er seit 1966 entwickelte. Zu diesem Zeitpunkt hatte er die Abstraktion bis an ihre Grenze erforscht. Er gab das Malen vollkommen auf, grübelte und hielt Ausschau nach einem Neuanfang. Der Weg zur greifbaren Gegenständlichkeit seines Spätwerks wurde ihm durch die Zeichnung gewiesen. Die elementarste Form, ein Bogen, ein banaler Umriss, bewegt sich langsam hin zu einem Vokabular, das sich aus anspruchslosen »Dingen« und Alltagsobjekten zusammensetzt. 1968 führen seine Zeichnungen zu den berühmten »Klan«-Figuren mit Kapuzen, Bilder, die Guston seit seiner Jugend in sich trug und die in seinem frühen figurativen Werk auftauchen. Die Ausstellung enthält drei exemplarische Gemälde aus dieser Periode, in denen Gustons wiedererwachtes Vertrauen in die Malerei erkennbar wird. Mitte der 1970er Jahre – vier große Gemälde werden aus dieser Zeit gezeigt – nimmt sein Werk eine neue Wendung. Diese Gemälde sind wie unverhüllte Wahrheiten. In ihnen analysiert Guston erbarmungslos seine Schwierigkeiten und Selbstzweifel, seine inneren Konflikte und fortwährenden Kämpfe. Obwohl sie mit selbstkritischer Kraft scharfkantig aufgeladen sind, haben sie eine große Leichtigkeit. Gustons nicht abklingende Leidenschaft für Poesie, seine unendliche Freude an alltäglichen »Dingen«, deren nützliches Dasein seelenruhig neben seinem eigenen Leben stattfindet, und die Verehrung, die er seiner Frau Musa erwies, halten Einzug in diese Bilder. Ein großer Teil des Lebens spielt sich dort ab, wo sich tiefste Angst und finstere Verzweiflung abzeichnen, hatte Guston erkannt. Er machte es in seinen Gemälden und Zeichnungen immer wieder sichtbar. »In my beginning is my end« (»In meinem Anfang liegt mein Ende«), schrieb T. S. Eliot in »East Coker«. Dieser Gedanke war auch Guston vertraut.

Anlässlich unserer Ausstellung erscheint ein Katalog mit Abbildungen aller ausgestellten Arbeiten sowie persönlichen Fotografien aus den Archiven des Nachlasses von Philip Guston. Die Publikation enthält Texte von William Corbett und David Schutter. William Corbett ist ein amerikanischer Dichter und Kunstkritiker, der zahlreiche Gedichtsammlungen veröffentlich hat. Er lernte Guston 1972 kennen und freundete sich mit ihm an. 1994 schrieb Corbett „Philip Guston’s Late Work: A Memoir“. Der Künstler David Schutter lebt in Chicago und ist Associate Professor im Department of Visual Arts an der University of Chicago. Schutters Arbeiten werden regelmäßig ausgestellt, zuletzt in der Ausstellung „The Way of the Shovel: Art as Acheology“ im Museum of Contemporary Art in Chicago. Seit 2006 wird Schutter von Aurel Scheibler vertreten.

Während des Gallery Weekend Berlin finden in folgenden Berliner Kinos Vorführungen von „PHILIP GUSTON. A Life Lived“, 1980 von Michael Blackwood Productions Inc. gedreht, statt:

Hackesche Höfe Kino, Rosenthaler Straße 40, 10178 Berlin
1. - 7. Mai tägl. um 15.00 Uhr
sowie Sonntag 4. Mai um 11.00 Uhr
www.hoefekino.de

filmkunst 66, Bleibtreustraße 12, 10623 Berlin
Samstag 3. Mai um 13.30 Uhr
www.filmkunst66.de

Anmerkungen:

Selbst heute ist Gustons Werk dem breiten Publikum in den deutschsprachigen Ländern relativ unbekannt. In den Museen sind seine Bilder kaum präsent und die erste institutionelle Ausstellung, die Guston in Deutschland gewidmet war, wurde erst in den Jahren 1999 und 2000 im Kunstmuseum Bonn und im Württembergischen Kunstverein in Stuttgart gezeigt. Ihr folgte in den Jahren 2007/2008 eine ausgezeichnete Retrospektive seiner Papierarbeiten, die in München, Bonn und Humlebæk zu sehen war. Derzeit widmen sich die Schirn Kunsthalle in Frankfurt, die Sammlung Falckenberg in Hamburg-Harburg und das Louisiana Museum in Dänemark seinem Spätwerk mit der gemeinsamen Ausstellung „Philip Guston – Das Große Spätwerk“, die im November vergangenen Jahres eröffnet wurde und bis in den Sommer 2014 laufen wird.

„Philip Guston“ eröffnet anlässlich des Gallery Weekends Berlin mit erweiterten Öffnungszeiten:

Freitag 2. Mai: 11.00 - 21.00 Uhr
Samstag 3. Mai und Sonntag 4. Mai: 11.00 - 19.00 Uhr

Danach gelten die üblichen Öffnungszeiten (Dienstag bis Samstag von 11.00 bis 18.00 Uhr.)

Aurel Scheibler dankt dem Estate of Philip Guston und der McKee Gallery, New York, herzlich für die Zusammenarbeit.

__________________________________________________________

Philip Guston
1st May – 28th June 2014
Opening: Wednesday, 30th April

Berlin Gallery Weekend: 2nd – 4th May

Berlin – On Wednesday 30th April, Aurel Scheibler opens his second exhibition devoted to Philip Guston (1913 – 1980) which comprises of a group of late drawings and works on canvas complemented by two important earlier paintings. Scheibler’s first Guston show, organized in 2007 and sourced solely from private collections, was the first Guston exhibition ever to take place in a German gallery. “Philip Guston” coincides with “Philip Guston – Late Works” which takes place at the Sammlung Falckenberg in Hamburg until 25th May and will travel on to the Louisiana Museum of Modern Art in Humlebæk where it will be on view during the summer. “Philip Guston” runs until 28th June and will have special opening hours for Gallery Weekend (see below).

Guston was a major catalyst and his ability to move successfully between figuration and abstraction and back again is particularly relevant today as artists shift regularly between these once mutually exclusive poles. Guston’s work also affirms the vitality of painting and its past history in an age glutted with mass media images. The first appearance of his late work in Europe in the influential “A New Sprit in Panting” exhibition at the Royal Academy in London in 1981 set the tone for a renaissance of the appreciation of painting. Guston’s retrospective, which followed in 1982 at the Whitechapel Gallery in London, the Stedelijk Museum in Amsterdam and the Kunsthalle Basel manifested the important role of the artist for his own generation and many more to come. Today, nobody seriously involved with painting – be it figurative, abstract or both – will be able to circumvent Guston’s oeuvre.

Not only is the presentation in our gallery a complementary chapter to the current museum shows, it also offers the rare opportunity for an intimate engagement with a crucial grouping of Guston’s work. The quintessence of the show is formed by a selection of three drawings and seven paintings from what is usually known as his ‘late’ period. The intriguing feature of this exhibition is the fact that it is corner-stoned by two superb, colorful abstract paintings from 1960 and 1961. These works act as beacons, they clearly open up a way to the obsessive, image-ridden works that Guston will paint from the late sixties onwards as, almost imperceptibly, objective elements gather in lyrical abstraction. They are pivotal works for the understanding of Guston’s unique achievements in the story of abstract art.

The three charcoal drawings in the show from 1968 and 1969 are important examples of Guston’s new, simplistic language, which he developed since 1966. At this point, he had explored abstraction to its limits. He ceased painting altogether, brooding, looking for a fresh start. The way to the tangibility of the late work was pointed out to him through drawing. The most basic of forms, an arc, a banal shape, slowly move into a vocabulary made of unassuming ‘things’ and objects of everyday life. In 1968 his drawings led to the illustrious hooded „Klan“ figures, images that Guston had literally lived with since his teenage years and that had appeared in his early figurative work. The exhibition contains three exemplary paintings from this period in which Guston’s renewed confidence and sense of purpose are apparent. In the mid seventies – four large canvasses of this time are shown – the work takes a new turn. These paintings are naked truths. They mercilessly dissect Guston’s troubles and doubts, his inner conflicts and continuous struggles. Although highly charged with self-critical force and a cutting edge, they have the power to let in the light. Guston’s lifelong passion for poetry, his endless joy connected to the everyday ‘things’ whose useful lives take place uncomplainingly alongside his own and his reverence for his wife Musa find their way into this work. The good parts of life exist where its deepest angst and darkest despair loom and Guston had acknowledged and grasped this. He made it visible, tirelessly, in his paintings and drawings. “In my beginning is my end.” wrote T.S. Eliot in ‘East Coker’. Guston had arrived on the same page.

A catalogue containing illustrations of all exhibited works as well as personal photos from the Guston Estate archives will be published on the occasion of our exhibition. The publication will feature texts by William Corbett, David Schutter and Aurel Scheibler. William Corbett is an American poet who has published several poetry collections as well as art criticism. He met Guston in 1972 and struck up a friendship with the artist. In 1994 Corbett wrote “Philip Guston’s Late Work: A Memoir”. David Schutter is a Chicago-based artist and Associate Professor at the Department of Visual Arts at the University of Chicago. David’s work has been widely exhibited, most recently in the exhibition “The Way of the Shovel: Art as Archeology” at the Museum of Contemporary Art in Chicago. Schutter has been represented by Aurel Scheibler since 2006.

A special screening of “PHILIP GUSTON. A Life Lived”, the artist monograph produced by Michael Blackwood Productions in 1980 will be shown in two movie theaters in Berlin during Gallery Weekend.

Hackesche Höfe Kino, Rosenthaler Straße 40, 10178 Berlin
From 1st May through 7th May every day at 3 pm
Exceptional Sunday screening on 4th May at 11 am
www.hoefekino.de

filmkunst 66, Bleibtreustraße 12, 10623 Berlin
Saturday 3rd May at 1.30 pm
www.filmkunst66.de

Notes to the Editors:
Even today, Guston’s oeuvre is still relatively unknown to the general public in German-speaking countries. The work is hardly noticeable in museums and the first German institutional exhibition dedicated to Guston was shown in the Kunstmuseum Bonn and the Württembergischer Kunstverein Stuttgart in 1999/2000. This was followed by an excellent retrospective of his works on paper, which ran in Munich, Bonn and Humlebæk in 2007/2008. At present, in a joint effort, the Schirn Kunsthalle in Frankfurt, the Sammlung Falckenberg in Hamburg and the Louisiana Museum in Denmark are devoting an exhibition to his late work which opened in November last year and will run through the summer of 2014.

“Philip Guston” opens on the occasion of Berlin Gallery Weekend and will have exceptional opening hours during that time.
Friday 2nd May: 11 am to 9 pm
Saturday 3rd May: 11 am to 7 pm
Sunday 4th May: 11 am to 7 pm

Afterwards normal gallery hours will apply (Tuesday through Saturday from 11 am to 6 pm).

Aurel Scheibler thanks the Estate of Philip Guston and the McKee Gallery, New York, for their kind cooperation.