ArtChina Gallery

Liu Fei, Shen Jingdong und Zhang Hui 'Images in Motion'

Liu Fei, Shen Jingdong und Zhang Hui 'Images in Motion'

navy by shen jingdong

Shen Jingdong

Navy, 2008

beijing wawa by zhang hui

Zhang Hui

Beijing Wawa, 2008

Thursday, December 4, 2008Saturday, February 7, 2009


Hamburg, Germany

Liu Fei, Shen Jingdong und Zhang Hui 'Images in Motion'
4. Dezember 2008 - 7.Februar 2009

Alle drei Künstler leben und arbeiten in Beijing, sind zwischen 37 und 44 Jahren alt und haben mit Ausstellungen in Europa und New York bereits internationale Erfolge gefeiert.

Markenzeichen von Liu Fei (geb. 1964 in Nanjing) sind die kahlköpfigen, fröhlich provozierenden jungen Frauen in der Studentinnenkleidung der 20er Jahre. Deren damalige Progressivität stellt der Maler bewusst in Zusammenhang mit dem heutigen Wandel in China, wo es damals wie heute um das Aufbrechen gesellschaftlicher Normen und starrer Traditionen geht.Die optische Uniformität (Kleidung, Glatze) steht in schroffem Gegensatz zum individuellen Ausdruck der Frauen, in denen sich der Wunsch nach Veränderung spiegelt.

Shen Jingdong (geb. 1965 in Jiangsu) war ursprünglich Künstler beim chinesischen Militär.Aber an Stelle heroisch verklärter Soldatendarstellungen tritt in seiner Serie „Heroes“ eine Armee ganz normaler Helden des Alltags, deren Uniformen ihre jeweiligen Berufe bezeichnen. Der Eindruck von Prototypen wird durch das Fehlen jeglicher individueller Merkmale verstärkt; fast meint man, Playmobil-Figuren vor sich zu haben. Mit diesen ebenso überraschenden wie humorvollen Porträts gelingt dem Künstler eine intensive Reflektion des Wandels in der chinesischen Gesellschaft.

Zhang Hui (geb. 1969 in Yinchan) lässt in ihren Bildern puppenhafte Protagonistinnen auftreten, deren anachronistischer Kleidungsstil Verwirrung schafft. Die „Beijing Wawas“ (so nennt Zhang Hui den von ihr geschaffenen Charakter) muten mit ihrem Stilmix aus Anzügen, Tanzkleidern und Accessoires unterschiedlichster Epochen ebenso vertraut wie absurd an. Ihre überdimensionalen kindlichen Köpfe erinnern an japanische Mangas, doch ihre Frisur ist typisch chinesisch. Oft in Grautönen gemalt, strahlen die Beijing Wawas Einsamkeit und Verletzlichkeit aus, aber auch einen gewissen Trotz, sich nicht der nüchternen Erwachsenenwelt anpassen zu wollen.Zhang Hui vermittelt uns einen Eindruck von den Widersprüchlichkeiten, denen sich die jungen Mädchen in den heutigen chinesischen Metropolen ausgesetzt sehen.