Chris Hipkiss
Visionäre Landschaften
24.9. – 24.10.2009
Eröffnung: Donnerstag, 24.9.2009, 18-20 Uhr
Die Galerie Michael Haas zeigt in ihrer ersten Einzelausstellung neuste Arbeiten des
britischen Fantasten und Visionärs Chris Hipkiss. Immer wieder erhält Hipkiss´ Kunst
unberechtigterweise das Label „Outsider Art“, vor allem seit seiner Teilnahme an einer
Gruppenausstellung der Tate Britain in London (2005). Der Stempel wird dem Schaffen von
Chris Hipkiss jedoch nicht gerecht. In Amerika und Großbritannien stellen sehr spezialisierte
Museen seit den frühen 1990 Jahren Hipkiss´ Werk aus, während es in Deutschland – weil
nicht dem Trend folgend – bisher relativ unbekannt ist.
Die bis in kleinste Details ausgearbeiteten, oft versponnenen Szenen wirken so surreal wie
apokalyptisch. Es sind von Witz und bitterem Ernst, Fantasie und Realitätsbezug lebende
Visionen unserer Welt. Unterschwellige, nie eindeutig ausformulierte politischen Aussagen
des Umweltaktivisten Hipkiss tragen insbesondere die jüngeren Werke. Immer wieder klingt
der rücksichtslose Umgang mit der Natur an. Verdorrt oder zu gefährlichen Werkzeugen
verkommen, steht sie lebensfeindlicher Architektur und bedrohlichen Kriegsschauplätzen
gegenüber. Hipkiss stutzt die Natur zu säuberlichen Plantagen, die auch Friedhöfe sein
könnten. Riesige Grashalme verwandeln sich in Speere und Geschütze auf kampfbereiten
Kriegsschauplätzen, Fabrikgebäude zu übermächtigen technoiden Landschaften.
Vogelschwärme mutieren zu Kampfflugzeugschwadronen unter denen sich komische, zu
Symbolen abstrahierte Frauenfiguren räkeln. Diese einzigen Wesen in Hipkiss´ Bildern stehen
als Alter Ego des Künstlers .
Chris Hipkiss wird 1964 in der Nähe von London geboren. Trotz guter Leistungen bricht er
die Schule ab und arbeitet zunächst im väterlichen Tischlerbetrieb. Eine künstlerische
Ausbildung erhält er nicht. Als Autodidakt zeichnet Hipkiss kontinuierlich, findet jedoch erst
1990 zu seinem typischen Stil. Die meist großformatigen Blei-, Silber- und
Goldstiftzeichnungen entspringen nicht einer durchkomponierten Idee sondern breiten sich im
Verlauf der Arbeit über die Unterlage aus. Seit 2001 lebt Hipkiss in Südfrankreich.
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