Markus Greif 'Snap Shots – Malerei'
25. April – 20. Juni 2009
Special Sunday: Die Galerie ist am Pfingst- Sonntag den 31. Mai
von 12:00 – 20:00 Uhr für Sie geöffnet.
Special Production: Für diese Ausstellungfür wurde explizit ein Film produziert, der genauer erklärt, wie die Bilder von Markus Greif entstehen.
Fotografien oder schnelle Skizzen sind das künstlerische Verfahren um Alltagssituationen Dokumentarisch
festzuhalten. So sammelt der Künstler intuitiv Augenblicke und Situationen aus der modernen Welt in der er lebt. „Snap shots“ eben, schnelle Aufnahmen. Dies geschieht spontan und ohne bewusste Auswahl. Franz Kafka beschrieb die Tätigkeit des Fotografierens wie folgt: „Die Fotografie fesselt den Blick an der Oberfläche eines Gegenstandes. Damit vernebelt sie gewöhnlich das verborgene Wesen, das wie ein Licht- und Schattenhauch durch die Züge und Formen der Dinge hindurchschimmert. Es ist der feine, jedoch zugleich Riesige - Unterschied zwischen dem schnellen Auslösen der Kamera und dem meditativen, sorgfältig geplanten Umgang
mit Farbe und Malgrund, von dem Markus Greif künstlerisch fasziniert und gefesselt ist.
Die Bildgegenstände und Personen überträgt er auf die Leinwand. Dabei verzichtet er allerdings auf die minutiös nach gebaute „Übersetzung“ der Fotografie. Schlussendlich geht es in seiner Kunst ja nicht um Fotorealismus. Vielmehr erhalten die Ölbilder einen eigenen expressiven Charakter und Ausdruck. Expressiv heißt - heftiger (starker) Ausdruck. Diesem Begriff ist eine ganze Kunstepoche zugeordnet: Der Expressionismus, ihm gehören eine ganze Reihe von Künstlern an die unsere moderne Zeit nachhaltig geprägt haben und deren Vertreter uns bis heute faszinieren. So z. B. Henri Matisse, Jean Cocteau, Alberto Giacometti, Lovis Corinth und viele andere- die hier leider nicht alle genannt werden können. Die genannten Künstler beeinflussen
das künstlerische Schaffen von Markus Greif. Es ist nicht nur das eigentümliche Verhältnis
aus Akademischer Malkunst und Realismus welches in den Werken von Lovis Corinth sowie Henri Matisse auftritt, und sich somit auch in der Malerei von M. Greif widerspiegelt. Vielmehr ist es ihre Wahl der Farben, ihr expressiver Gestus, ihre Energie der Darstellung von Schönheit- um den Blick des Betrachters auf das „Wesentliche“ eines Bildes zu lenken.
Vor rund fünfhundert Jahren stellte Leon Battista Alberti die These auf, dass das gemalte Bild ein „offen stehendes Fenster“ (aperta fenestra) sei: „Alles was der Mensch sieht ist auch vorhanden.
Das Verborgene, hinter dem Vorhang der ersten Ansicht, ist es was ein Bild interessant macht. Jedoch, es will gefunden und gesehen werden. Es gilt also auf Endeckungsreise zu gehen. Die Kunstwerke von Markus Greif sind also Bilder, welche den Kampf zwischen der
Realität und der Möglichkeit der Illusionserzeugung- mittels der Beherrschung der Farbe zeigen. Sie werden in einem Arbeitsgang durchgemalt. So entstehen angehaltene Zeitfenster
eines längst vergangenen kurzen Augenblicks, ein gemalter Ausschnitt, eine Dokumentation
der Moment- Zeit, deren „Vorbild“ ehemals ein Foto oder eine Skizze war. Der Künstler verzichtet in diesem Kontext auch auf die Darstellung von Gesichtszügen und zu viele Details. Wichtig sind ihm die Protagonisten, die Passanten, die Menschen die auf den Ölbildern zu sehen sind. Es sind beschäftigte Wesen die ständig die gleichen Aktivitäten wiederholen. Sie vollziehen alltäglich vorkommende Handlungsabläufe. Sie sind Zufällig, Göttlich und zugleich Natürlich. Um dies zu dokumentieren, verwendet Greif alle zeitgemäßen Mittel um in seinen Bildern das Besondere in der Langeweile zu zeigen. Der Betrachter ist aufgefordert eine intensive
Bildforschung zu betreiben um wieder dieses Außergewöhnliche im hundert Mal angeschauten
zu entdecken. Greif möchte, dass Kunst die Menschen wieder durchs Leben begleitet, dass gemalte Bilder in Wohnungen Einzug halten und das Plakat verdrängen, das Kunst die Herzen verändern hilft. Unsere Galerie investiert seit langer Zeit viel Energie und Mühe in Expressiv veranlagte Künstler. Begründet wurde die Collection und der expressive Werkteil der Hegau-Bodensee-Galerie Sammlung (Sammlung A. Burkart) durch die Freundschaft unseres Galerie – Besitzers, mit dem dänischen Künstler Svend Saabye. Greif ist wie Saabye Sportangler und Fliegenfischer und Zeichner zugleich. Während des Studiums der freien Malerei oder auch für den Beruf des Kommunikationsdesigners, ist die Darstellung des menschlichen Körpers die Königsdisziplin. Dieser wichtige Teil der Ausbildung, beginnt normalerweise mit der Abbildung der eigenen Hände und dem Selbstporträt. Während seines Studiums an der Freien Kunstschule Stuttgart , wurden die Lehrtechnischen - Schwerpunkte phasenweise auf den Bereich - Radierung
und Ölmalerei – konzentriert. Insofern nimmt es nicht Wunder, dass Greif diese Form der künstlerischen Umsetzung von Ideen während der Jahre 05/06 intensiv weiter verfolgt hat. Dies Ermöglichte die Schöpfung einer künstlerischen Basis, die ihm später den Einstieg in die figürliche und Zugleich expressive Malerei ermöglichte.
Zu seiner Arbeit sagt er selber:
„Malen und Kunst erfinden, frei und aus der Erinnerung, Natur – Menschen, Alltägliches - Besonderes,
durch lange Beobachtungen und Studien bleibt in meiner Erinnerung und Empfindung dass übrig, was mir am wichtigsten ist, was ich meinen Freunden gerne vor Augen führen möchte.
Für diese Empfindungen suche ich einen Transformator oder Katalysator auf die Fläche, auf die Leinwand, auf das Aquarellpapier“.
Seitdem Greif in Thayingen (Kanton Schaffhausen/Schweiz) ein großes Atelier gefunden hat, erscheint uns seine Malerei in veränderter Form. Der Einstieg in einen neuen Job um seine Kunst finanzieren zu können, Kooperationen mit anderen Künstlern, die Integration neuer Maltechnik,
alles das Begeistert und Überzeugt, dass dieser Mensch seine Bestimmung gefunden hat, und bringt einem die künstlerischen aber auch die Menschlichen Qualitäten des Markus Greif näher.
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