Brigitte Kowanz «Coincidence»
Eröffnung: Donnerstag, 27. August, 18–20 Uhr
28. August 2009 bis 14. November 2009
Dienstag-Freitag 12–18 Uhr Samstag 11–16 Uhr
Häusler Contemporary Zürich präsentiert in der Einzelausstellung
«Coincidence» einen Querschnitt neuer und neuester Arbeiten der
international renommierten Wiener Künstlerin Brigitte Kowanz,
welche dieses Jahr mit der höchsten Kunstauszeichnung Österreichs,
dem Österreichischen Staatspreis, geehrt wurde. Für Brigitte Kowanz
sind Licht in seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen und
Sprache zentrale künstlerische Gestaltungsmedien.
Die Wirkung der in der Ausstellung prominent vertretenen
«Spiegelarbeiten» beruht auf der Beschaffenheit der verwendeten
Zweiwegspiegel: eine gleichzeitig transparente und reflektierende
Scheibe löst die Grenzen zwischen Innen und Aussen auf. Beim
Glaskubus «Beyond Light» pflanzt sich die Neonschrift ausgehend
von der Strahlungsquelle in Spiegelungen und Reflexionen unendlich
in virtuelle Räume fort, überwindet die Begrenzung des Objekts und
vermittelt den Eindruck eines scheinbar grenzenlosen Raumes.
Die Arbeiten aus der Serie «Indirekte Transparenz – Indirektes Licht»
bilden einen weiteren wichtigen Bestandteil der Ausstellung. Dabei
vereint die Künstlerin zwei bis heute prägende und allgegenwärtige
Erfindungen: die Glühbirne und den Fernseher. Die Art und Weise der
Kombination dieser beiden Elemente, die jedes für sich betrachtet, ob
ihrer Alltäglichkeit kaum Aufsehen erregen würden, spielt mit unseren
Sehgewohnheiten und stellt unsere Wahrnehmung auf die Probe.
Denn anstatt gleichmässig die Umgebung zu erhellen, scheint die
Glühbirne ein flackerndes Fernsehbild auszustrahlen. Seit den frühen
1990er Jahren experimentiert Brigitte Kowanz mit der Idee, die
Eigenschaften des Kunstlichtes durch die Gegenüberstellung der
klassischen Form der Glühbirne und des medialen Lichts von
Bildschirmen zu visualisieren. Durch die zunehmende Medialisierung
der Gesellschaft ist diese Werkserie aktueller denn je.
Die Arbeiten «Extension» und «Exchange» sind nach der Handschrift
der Künstlerin geformte Lichtskulpturen. Brigitte Kowanz greift bei
diesem Werktypus die zeichnerischen Gesten früherer Arbeiten wieder
auf, wobei die Lesbarkeit des Begriffes zugunsten der kalligraphischen
Wirkung in den Hintergrund tritt und der Akt des Schreibens selbst
zum Gegenstand der Reflexion wird.
Wie in den Wandarbeiten gewinnen Farben auch in der jüngsten
Werkgruppe der Künstlerin an Bedeutung: kolorierte Acrylglaskästen,
erhellt von dazu kontrastierendem Licht, das sich in einer organisch
geschwungenen Linie über die Kästen zieht. Der wie zufällig
wirkenden Linie liegt der codierte Satz «Die verschlüsselte Nachricht
dieses Schriftbandes bewirkt das Zustandekommen seiner Form»
zugrunde. Der Schlüssel für diesen rätselhaften Satz ist in einem
einfachen binären System zu finden: bei jedem im Satz
vorkommenden «R» schwingt das Schriftband nach rechts, bei jedem
«L» nach links. Je nach Sprache und genauem Wortlaut des Satzes
ergeben sich signifikant unterschiedliche, eigenständige Formen.
Trotz ihrer formalen Unterschiedlichkeit ergänzen sich die in der
Ausstellung «Coincidence» gezeigten Arbeiten aus Spiegel, Licht und
Schrift in idealer Weise. Sie interagieren sowohl miteinander als auch
mit dem Betrachter sowie dem Ausstellungsraum. Eine Art
«Gesamtkunstwerk» entsteht, in dem eine Scheibe zugleich
transparent und reflektierend sein kann, immaterielles Licht zu
materiellen Schriftzeichen wird, die sich wiederum von ihrer
Bedeutung lösen und zu einem abstrakten Bild werden.
Brigitte Kowanz ist seit 1997 Professorin an der Universität für
angewandte Kunst in Wien. 2010 widmet ihr das Museum Moderner
Kunst in Wien (MUMOK) eine umfassende Einzelpräsentation.
Die Arbeiten von Brigitte Kowanz werden vom 28. August bis zum
14. November 2009 bei Häusler Contemporary Zürich zu sehen sein.
Für weitere Informationen sowie Bildmaterial in hochwertiger
Auflösung wenden Sie sich bitte an Frau Barbara Staubli Tel +43 810
04 26 oder bs@haeusler-contemporary.com.
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