The exhibition „The Flesh of Fairy Tales“ shows both the painted and the installative work of Katia Bourdarel.
Her works reveal human passion, greed, aggression and sexual desire. However, they are like poetry: they suggest rather than assert.
Flesh is Bourdarel's main actor. It is not just a covering, but it is tactile skin. It becomes a frontier and defines the limits: Outside: it is us. Inside: it might be the other. It is the contact between interior and exterior, between the "I" and the "not I". A naïve link to childhood anchored in each one of us. Katia Bourdarel's art pieces are indispensable tools to cross from one state to another. It is their aim to destroy all first impressions and to reveal the truth that lies behind.
The artist wants to reveal the distance, this void between the image and reality, the almost invisible tension by relatively simple processes: a sound, a colour, a word that literally aggresses the first impression, the assumed “I”. Damaging the surface allows a deep separation, to oppose so better to reveal. But damage means also the feeling of loss and perdition. Katia Bourdarels models, her motifs, the ambivalent situations, the misleading appearances set up an ill-feeling that isn't always recognisable, halfway between desire and repulsion: The little girl's glance implies a certain dreariness, which strongly interferes with the initially gracile and harmonic impression of the watercolour. The idyllic get-together of the deer and her fawn, as shown in the installation “Bambi Forever”, is suddenly interrupted by the haunter's gunshot; terms like “hopeless” or “no dream” are engraved into the emerised deer-sculptures that complete the installation.
Die Ausstellung „The Flesh of Fairy Tales“ widmet sich sowohl dem malerischen als auch dem installativen Werk von Katia Bourdarel.
In ihrer Arbeit findet sich menschliche Leidenschaft, Gier, Aggressivität und sexuelles Verlangen. Dennoch ist ihr Werk wie Poesie: es suggeriert eher, als dass es den Betrachter vor vollendete Tatsachen stellt.
Bourdarel rückt das Körperliche in den Vordergrund. Der Körper ist keine Hülle, sondern vor allem sinnlich wahrnehmende Haut. Sie ist eine Begrenzung und definiert die verschiedenen Lager: Diesseits stehe ich. Jenseits: das Andere. Die Haut ist der Kontakt zwischen dem Inneren und dem Äußeren, zwischen dem „Ich“ und dem „Nicht-Ich“, einer naiven Verbindung zum Kind-sein, die in jedem von uns verankert ist. Katia Bourdarels Arbeiten sind unverzichtbare Werkzeuge, um von der einen Seite auf die andere gelangen zu können. Ihr Ziel ist es, erste Eindrücke zu zerstören, um das freizulegen, was dahinter liegt.
Die Künstlerin versucht, die Distanz, die beinahe unsichtbare Spannung, diese Lücke zwischen dem Bild und der Realität mit einfachen Prozessen sichtbar zu machen: Ein Geräusch, eine Farbe, ein Wort, das im wahrsten Sinne des Wortes die Oberfläche, den ersten Eindruck – das vermeintliche „Ich“ - angreift. Indem sie das Äußere zerstört, erzeugt sie eine starke Trennung; indem sie die Pole gegenüberstellt, offenbart sie die Oberfläche. Aber Zerstörung hinterlässt auch Spuren; ein Gefühl von Verlust und Verdammnis. Katia Bourdarels Modelle, ihre Motive, die ambivalenten Situationen, die irreführenden Erscheinungen verursachen eine Missstimmung, eine Mischung aus Verlangen und Abscheu, die nicht sofort als solche entlarvt werden kann.
So schwingt im Blick des kleinen Mädchens etwas Düsteres mit, das den anfangs so grazilen und allzu harmonischen Eindruck des Aquarells empfindlich stört. Das idyllische Beisammensein des Rehkitz’ mit seiner Mutter wird in der Installation „Bambi Forever“ jäh durch den Todesschuss des Jägers durchbrochen; den die Installation ergänzenden Reh-Skulpturen sind Begriffe wie „hopeless“ oder „no dream“ in den glatt geschmirgelten Körper eingraviert.
Katia Bourdarel (* 1969) lebt und arbeitet in Marseille (F)
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