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18. JUNI BIS 28. AUGUST 2009
ZUR ERÖFFNUNG DER AUSSTELLUNG
REPORT: HENRI CARTIER-BRESSON,SIBYLLE BERGEMANN,LOREDANA NEMES
IN DER BAUKUNST GALERIE, KÖLN
AM MITTWOCH, DEM 17. JUNI 2009, VON 18 BIS 21 UHR
SIND SIE UND IHRE FREUNDE HERZLICH EINGELADEN.
ES SPRICHT SIMONE KLEIN
EXPERTIN FÜR FOTOGRAFIE, KÖLN
PRESSETEXT
Die Baukunst Galerie eröffnet am Mittwoch, dem 17. Juni 2009 von 18.00 bis 21.00 Uhr die große Gruppenausstellung „REPORT“ mit Fotografien von Henri Cartier-Bresson, Sibylle Bergemann und Loredana Nemes. Die Kölner Fotografiespezialistin Simone Klein wird eine Einführung in das Werk der drei Fotografen geben, die aus unterschiedlichen Generationen und Lebensumfeldern stammen. Ihnen gemeinsam ist das Aufspüren und Festhalten des besonderen Augenblicks, in dessen Mittelpunkt der Mensch steht. Dabei ist der gesellschaftspolitische Kontext stets präsent. Es ist jedoch vor allem das Geschehen am Rand der großen politischen Schauplätze und Ereignisse, dem das besondere Interesse dieser Fotografen gilt. Mit dokumentarischem Ethos und emotionaler Hinwendung zum Sujet entfalten sie die Kraft ihrer sorgfältig komponierten Fotografien. Die aktuelle Schau in der Baukunst Galerie versammelt eine umfangreiche Auswahl schwarz-weißer Silbergelatineabzüge auf Barytpapier, die einen Querschnitt durch die unterschiedlichen Werkgruppen der einzelnen Fotografen repräsentiert.
Henri Cartier-Bresson (1908-2004) ist zweifellos einer der bedeutendsten Fotografen des 20. Jahrhunderts und hat das Bild dieses Jahrhunderts, seiner Gesichter und Geschichten wesentlich mitgeprägt. Seine Gabe mit seiner berühmten Leica den „l’instant décisif“ (den entscheidenden Moment) einzufangen, machte ihn zum Vorbild für Generationen von Reportagefotografen und bildenden Künstlern. Kaum einer hat so viele Ikonen der Fotogeschichte geschaffen. So richtete er den Blick häufig gegen den Hauptstrom der Weltgeschichte und hielt gesellschaftspolitische Großereignisse auf seine ganz eigenen Art fest. Unvergessen ist hier beispielsweise das Mädchen mit den Blumen in der Reihe der Uniformierten auf der Gedenkfeier der UDSSR (1973). Seine Motive fand er jedoch auch in seinem alltäglichen Lebensumfeld und auf seinen Reisen durch Europa, Asien und die Vereinigten Staaten, wie zum Beispiel das prominente Motiv des unter einem Schirm versteckten Liebespaars in „Dieppe“ (1926) oder die mit ihren dunklen Schirmmützen porträtierten „Taxi Drivers“ (1931) in Berlin. Die perfekte Komposition von Flächen, Linien, Licht und Schatten offenbart hier nicht nur sein schnelles Auge und seinen Instinkt für den richtigen Augenblick, sondern auch seine große Imaginationskraft. In der Ausstellung wird eine Auswahl von Motiven aus den Jahren 1926 bis 1975 zu sehen sein.
Sybille Bergemann (*1941 in Berlin) gehört zu den herausragenden deutschen Fotografen, die mit ihrem Werk Fotogeschichte geschrieben haben. Als einer der zentralen Figuren der subjektiven Autorenfotografie vermochte sie es tief unter die Oberfläche der pseudo-egalitären Gesellschaft der DDR vorzudringen. Sie begann ihre Laufbahn Ende der 60er Jahre in Ostberlin. Nach einer Ausbildung bei Arno Fischer hatte sie erste Veröffentlichungen in den Zeitschriften „Sonntag“, „Das Magazin“ und „Sibylle“. Bekannt geworden durch ihre Arbeit als Modefotografin beschäftigte sie sich parallel intensiv mit Porträtaufnahmen, Reportagen und Bilddokumentationen von Städten und Landschaften und war 1990 Gründungsmitglied der Fotografenagentur „Ostkreuz“. Ihre Mode- und Porträtfotografien beziehen ihre Intensität aus dem Kontrast von Modell und Umgebung. So inszeniert sie ihre modisch gekleideten Modelle meist auf öffentlichen Plätzen oder vor maroden Industriegebäuden und eröffnet somit unterschiedliche Wirklichkeits- und Deutungsebenen. Auch in ihren Reportagen findet sie mit sicherem Instinkt jenen Moment, in dem Mensch und Umgebung eine konzentrierte Verbindung eingehen. Im Vorgriff auf filmische Strategien setzt sie das Beiläufige in Szene und konserviert die Realität in einem Augenblick, der Vergangenes und Zukünftiges in sich trägt. Ihre melancholischen, zeichnerisch komponierten Schwarz-Weiß-Abzüge ohne jegliche Ostalgie haben bis heute nichts an ihrer atmosphärischen Dichte eingebüßt. Dies demonstrierten 2006 und 2007 eindrucksvoll ihre Einzelausstellungen in der Akademie der Künste in der Berlin und dem Museum für Photographie in Braunschweig.
Loredana Nemes wurde 1972 in Sibiu, Rumänien geboren, floh 1986 nach Deutschland und lebt und arbeitet heute in Berlin. In dieser Entwurzelung und dem anschließenden Bemühen um Zugehörigkeit sieht die Autodidaktin ihre anonyme Annäherung an Menschen mit ihrer zweiäugigen Rolleiflexkamera begründet. So versucht sie in „Rumänische Gesichter“ (2001-2007) über Porträtaufnahmen ihrer Landsleute einen Zugang zu der Heimat ihrer Kindheit zu finden. Ähnliches gilt auch für die Serie „Behind the Curtain“ (2001-2003), in der es die Menschen hinter der Kulisse der romantischen Zauberwelt des Zirkus Roncalli sind, deren Individualität und Empfindungen bei ihrer täglichen Routine sie eindrücklich porträtiert. In der 2005 bis 2006 entstandenen Serie „Under Ground“ fotografiert sie die U-Bahn-Fahrgäste in internationalen Metropolen. Die Porträtierten erscheinen seltsam unbeobachtet. Alle Nationalitäten übergreifend verbindet sie in diesen Transit-Minuten ein Moment der Selbstvergessenheit und Intimität. Obgleich uns ihre Gestik und Mimik vertraut erscheint, ist jede Figur ungewöhnlich ausdrucksstark, erzählt jedes Bild ein persönliches Schicksal. Nemes gelingt es hier das eigene Reich einzufangen, das jeden Menschen auch im größten Gedränge noch umgibt. Der Zugang zu den türkischen Männercafés in Berlin bleibt der Fotografin in „Berliner Männerwelten“ (2008-2009) verwehrt. Durch ein fotografisches Konservieren der Außenhaut mit ihren schemenhaften Silhouetten hinter den Milchglasscheiben und Vorhängen, nähert sie sich auch dieser unbekannten Gesellschaft auf ihre unverwechselbare Art.
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18 JUNE TO 28 AUGUST 2009
YOU AND YOUR FRIENDS ARE CORDIALLY INVITED TO THE OPENING OF OUR EXHIBITION
REPORT: HENRI CARTIER-BRESSON,SIBYLLE BERGEMANN, LOREDANA NEMES
AT THE BAUKUNST GALERIE
ON WEDNESDAY, THE 17TH OF JUNE 2009, FROM 6 P.M. TO 9 P.M.
INTRODUCTION: SIMONE KLEIN
PHOTO SPECIALIST, COLOGNE
PRESS RELEASE
On Wednesday, the 17th of June 2009 from 6 to 9 p.m., the Baukunst Galerie opens the large group-exhibition “REPORT“ with photos of Henri Cartier-Bresson, Sibylle Bergemann and Loredana Nemes. The Cologne based photo specialist Simone Klein will give an introduction in the œuvre of the three photographers from different generations and social environments. They all focus on the detection and capture of the perfect moment with the human being as the central point. Thereby the socio-political context is always visible. Though in the first instance the incidental occurrences at the side scene of major national events arouse their special interest. The strength of their elaborately composed photos is unfolded with documentary ethos and emotional approach to the subject. The current show at the Baukunst Galerie combines an extensive selection of black and white gelatin silver prints on baryta paper, which represent a cross section of the diverse groups of works in the œuvre of each photographer.
Henri Cartier-Bresson (1908-2004) is one of the most important photographers of the 20st century and exerted main influence on its images, faces and stories. He became an idol for generations of reportage and artistic photographers because of his ability to catch the “l’instant décisif” (the decisive moment) with his famous Leica. Hardly anyone has created as much icons of the photographic history. Thus he often directed his view against the main flow of world history and documented major national and international events in his own way. For instance the girl with the flowers in the line of uniformed men at the commemoration of the USSR (1973) remains unforgettable. Anyhow he also found his subjects in his daily environment – as the prominent motif of the lovers hidden below the umbrella in “Dieppe” (1926) – and on his travels through Europe, Asia and the United States, as the men with their dark peaked caps in “Taxi Drivers” (1931). The perfect composition of faces, lines, light and shadow does not only unveil his rapid eye and expert instinct for the perfect moment, but also his exceptional power of imagination. In the current exhibition a selection of motifs from 1926 to 1975 will be shown.
Sybille Bergemann (*1941 in Berlin) belongs to the outstanding German photographers, whose opus made photographic history. As a protagonist of the subjective author photography she was able to intrude deep into the surface of the pseudo-egalitarian society of the former German Democratic Republic (GDR). She started her career at the end of the 60s in East Berlin. After her apprenticeship by Arno Fischer she had her first publications in the journals “Sonntag”, “Das Magazin” and “Sibylle”. She became famous as a fashion photographer, but parallel intensively worked on portraits, reportages and pictorial documentations of cities and landscapes. In 1990 she was a founder member of the photo agency “Ostkreuz”. Her fashion and portraiture photography derives its intensity from the contrast of the model and the surrounding. New levels of interpretation are opened up by staging the stylish models in front of public places and ruinous industrial buildings. In her reportages she is also searching for the certain moment, when the person and the environment establish a focused correlation. In anticipation of filmic strategies she stages the incidental and conserves the reality in a moment, which internalises the past and the future. Up to now her melancholic, graphically composed black and white prints without any nostalgia for the supposed delights of the GDR did not loose any atmospheric density. This was impressively demonstrated by the remarkable solo-exhibitions at the Arts Academy in Berlin and the Museum of Photography in Braunschweig in 2006 and 2007.
Loredana Nemes was born in 1972 in Sibiu, Rumania, fled to Germany in 1986 and today lives and works in Berlin. The autodidact sees the motivation of her anonymous approach to other people with her Rolleiflex camera in this social dislocation and subsequent endeavour to affiliate. Thus she tries to find an access to the homeland of her childhood by taking pictures of her fellow countrymen in the series “Rumanian Faces” (2001-2007). In “Behind the Curtain” (2001-2003) she is likewise interested in the human beings behind the stage of the romantic magic world of the circus Roncalli and vividly portraits their individuality and emotions during their daily business. In another series entitled “Under Ground” (2005-2006) she is taking pictures of passengers in subway vehicles in international metropolises. The portrayed people seem to be strangely unobserved. In these minutes of transit humans of all nationalities are affiliated with each other by a moment of absent-mindedness and intimacy. Although their facial expressions and gestures seem to be familiar with us, the physiques are extraordinary expressive. Every picture is telling a personal story. Nemes succeeds to grasp the private realm, which encloses every individual even in a crowd. In Berlin the photographer does not get the permission to enter the Turkish men cafés for her current series ”Berlin’s Men’s Worlds” (2008-2009). Nevertheless she finds an approach to this foreign society by photographically retaining the outer surface with the dimly silhouettes behind the frosted glass and the curtains in her own inimitable way.
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