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Gerhard Richter, Ohne Titel (20.5.08)
 
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TITLE:  Ohne Titel (20.5.08)
ARTIST:  Gerhard Richter (German, b.1932)
WORK DATE:  2008
CATEGORY:  Paintings
MATERIALS:  Lack auf Papier
MARKINGS:  Signiert und „20.5.08“ datiert auf dem Unterlagekarton
Rückseitig nochmal „20.5.08“ datiert
SIZE:  h: 29.8 x w: 20.9 cm / h: 11.7 x w: 8.2 in
STYLE:  Contemporary
PRICE*:  Contact Gallery for Price
GALLERY:  Galerie Ludorff  +49 (0)211 32 65 66  Send Email
DESCRIPTION:  Gerhard Richter zählt zweifelsohne zu den einflussreichsten Künstlern der heutigen Zeit. Wie kaum ein zweiter arbeitet er in sehr unterschiedlichen Stilen und Techniken, um die Möglichkeiten der Malerei in einer Reihe von Bildgattungen auszuloten. So schafft Richter häufig parallel fotorealistische wie auch abstrakte Gemälde. Er wechselt abrupt zwischen raumfüllenden Leinwänden auf kleinformatige Zeichnungen oder konzentriert sich etwa auf Übermalungen von Fotos in handelsüblicher Größe.
Von 1952 bis 1957 studiert Richter zunächst an der Dresdner Kunstakademie bevor er kurz vor dem Mauerbau 1961 die DDR in Richtung Düsseldorf verlässt. In Düsseldorf angekommen schreibt er sich an der Kunstakademie ein und setzt seine Ausbildung in der Klasse von Karl Otto Götz fort. Hier lernt er mit Sigmar Polke, Konrad Lueg, Manfred Kuttner und Blinky Palermo seine zentralen künstlerischen Weggefährten kennen. Von 1971 bis 1993 ist Richter selbst als Professor an der Akademie tätig. Erste abstrakte Bilder entstehen ab 1976. Zuvor malt der Künstler ausschließlich figurativ und nutzt meist Vorlagen aus Zeitungen oder auch private Fotografien, die er auf die Leinwand überträgt und mittels einer sanften Verwischung verfremdet.
Unsere Papierarbeit aus dem Jahr 2008 gehört zu einer Reihe von abstrakten Arbeiten, in denen der Künstler eine Technik aufgreift, mit der er sich bereits kurz in den frühen 1980er Jahren auseinandergesetzt hatte: Wie von einem dichten Farbenmeer ist das vorliegende Werk von fließenden, polychromen Farbschichten bedeckt. Neben dem flammenden Wechsel aus Weiß und Schwarz am linken Bildrand sind es vor allem die drei Grundfarben Blau, Gelb und Rot, die den Bildträger dominieren und ihn fast zur Gänze bedecken. Nur im oberen Drittel ist die darunter liegende, hellblau schimmernde Ebene an einigen wenigen Stellen sichtbar. Richter verwendet für die vorliegende Arbeit sehr dünnflüssige und intensiv farbige Lacke, die er zunächst auf den Bildträger fließen lässt um sie dann mittels eines dem Autor unbekannten Malwerkzeuges über den Bildträger verteilt. Im Detail entstehen Farbwirbel und flammende Formen, in denen sich die nebeneinander liegenden Farbtöne sehr fein verzweigt annähern und vermischen. Je näher man an unser Werk herantritt, desto reizvoller wird dieses organische Meer aus leuchtenden Tönen.
Richter sucht die verwendeten Farben zwar bewusst aus. Wie diese jedoch ineinanderfließen und sich auf dem Blatt verteilen, ist nur bedingt planbar. Auch in der vorliegenden Arbeit scheint der Zufall eine nicht unerhebliche Rolle zu spielen. Zur Bedeutung des Zufalls in seinen abstrakten Werken äußert sich Richter in einem Interview wie folgt: „Ich habe eben nicht ein ganz bestimmtes Bild vor Augen, sondern möchte am Ende ein Bild erhalten, das ich gar nicht geplant hatte. Also diese Arbeitsmethode mit Willkür, Zufall, Einfall und Zerstörung lässt zwar einen bestimmten Bildtypus entstehen, aber nie ein vorherbestimmtes Bild. […] Ich möchte ja gern etwas Interessanteres erhalten als das, was ich mir selber ausdenken kann. Auch das vorliegende Werk dient Richter bewusst als Experiment, um das Unvorhersehbare kennenzulernen und sich dem Zwang einer bewussten Gestaltung zu entheben. „Ohne Titel (20.5.08)” ist ein beispielhaftes Zeugnis der immensen Energie, mit der Richter seit den 1960er Jahren trotz seiner großen Erfolge unaufhörlich auf der Suche nach dem Neuen und Unbekannten ist. Oft sind es Serien intimer Aquarelle und Arbeiten auf Papier in denen Ideen für Neues entstehen. Nicht zufällig treten die Aquarelle, die übermalten Fotos und seit 2008 die Lackarbeiten an Zeitpunkten auf, da sich Richters Werk rückblickend betrachtet stark weiterentwickelt hat.
PROVENANCE:  Haus der Kunst, München
Siggi und Sissy Loch Stiftung (seit 2008)
Privatsammlung USA
ONLINE CATALOGUE(S):  Galerie Ludorff Inventory
Neuerwerbungen Herbst 2013  Oct 13, 2013 - Mar 22, 2014
TEFAF  Mar 14 - Mar 23, 2014
 
*Prices subject to change

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