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Erich Heckel, Abschied
 
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TITLE:  Abschied
ARTIST:  Erich Heckel (German, 1883–1970)
WORK DATE:  1914
CATEGORY:  Prints and Multiples
MATERIALS:  Holzschnitt
MARKINGS:  auf der Rückseite eigenhändig beschriebene Postkarte adressiert an Walter Kaesbach
SIZE:  h: 14 x w: 9 cm / h: 5.5 x w: 3.5 in
STYLE:  Modern
PRICE*:  Contact Gallery for Price
GALLERY:  Galerie Ludorff  +49 (0)211 32 65 66  Send Email
DESCRIPTION:  Eine Woche später scheint die prekäre Kriegssituation auch Heckel ergriffen zu haben. Am 18.6.1915 versendet er erneut eine Postkarte an Kaesbach. Diesmal ziert die Front die wesentlich ernsthaftere Darstellung des Holzschnittes „Abschied“ (WVZ Dube Nr. 274), den Heckel im Jahr zuvor gefertigt hatte. Heckel befindet sich zwar immer noch in Berlin, wo er als Künstler nach wie vor frei lebt und arbeitet. Er hat die Zeit jedoch genutzt, sich vom Roten Kreuz als Pfleger ausbilden zu lassen. Er scheint den Ernst der Zeit erkannt zu haben und Kaesbach in Antwort auf dessen vorangegangene Post Mut, Zuversicht und mentale Unterstützung aussprechen zu wollen. Die kleinformatige Darstellung in der für den Expressionismus so typischen Technik des Holzschnitts besticht durch die meisterliche Reduktion der Formen und den starken Kontrast schwarzer und weißer Flächen. Der Bildraum wird fast vollständig von zwei Männern eingenommen, die sich mit ernster Miene und Gewissheit zum Abschied scheinbar ein letztes Mal die Hand reichen und Mut zusprechen wollen. Die Statik der frontalen Figur rechts wird von dem am linken Bildrand nur im Profil sichtbaren Mann aufgelockert. Die ansonsten betont flächige Darstellung erhält derart eine minimale räumliche Tiefe. Heckel gelingt es durch die Perspektivführung, den Betrachter in diese intime Szene einzubinden. Das aus Mimik und Gestik sprechende schmerzvolle Einverständnis der Männer wird eindrucksvoll nachvollziehbar. Der grafisch-linearen Szene wird auf diese Weise Spannung verliehen, die Heckels grafischem Werk der Dresdner Jahre noch fehlt. Der Holzschnitt „Abschied“ gilt als erstklassige Grafik des Künstlers. Insgesamt sind lediglich vier Exemplare bekannt, von denen sich die restlichen drei in den Sammlungen des Brücke-Museums in Berlin, der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe und im Museum Folkwang in Essen befinden. Neben der werkindividuellen Schönheit muss man vor allem die große Bedeutung der vorliegenden Karten als Zeitzeugnisse hervorheben, die sie vor dem historischen Hintergrund und im Hinblick auf die bedeutende persönliche Beziehung zwischen Heckel und Kaesbach innehaben. Es ist ein großes Glück, gleich drei dieser Karten präsentieren und hiermit an eine herausragende Sammlerpersönlichkeit des 20. Jahrhunderts erinnern zu können.
PROVENANCE:  Sammlung Walter Kaesbach (1915-1961)
Privatsammlung Süddeutschland
ONLINE CATALOGUE(S):  Galerie Ludorff Inventory
Neuerwerbungen Frühjahr 2013  Feb 26 - Aug 31, 2013
LITERATURE:  Annemarie und Wolf-Dieter Dube, 'Erich Heckel. Das graphische Werk', Bd. I, Berlin 1964
 
*Prices subject to change

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