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Max Liebermann, Zwei Reiter am Strand nach links
 
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TITLE:  Zwei Reiter am Strand nach links
ARTIST:  Max Liebermann (German, 1847–1935)
WORK DATE:  1901
CATEGORY:  Paintings
MATERIALS:  Öl auf Leinwand
MARKINGS:  Signiert
SIZE:  h: 71 x w: 93 cm / h: 28 x w: 36.6 in
STYLE:  Modern
PRICE*:  Contact Gallery for Price
GALLERY:  Galerie Ludorff  +49 (0)211 32 65 66  Send Email
DESCRIPTION:  Das Werk wird in den in Vorbereitung befindlichen Nachtrag des Werkverzeichnisses der Gemälde von Prof. Dr. Matthias Eberle unter der Nummer 1901/14a aufgenommen.

Expertise: Prof. Dr. Matthias Eberle, Berlin

Nach einem Aufenthalt in Düsseldorf fährt Max Liebermann 1871 zum ersten Mal für einige Tage in die Niederlande, um Amsterdam und Scheveningen zu besuchen. In den nächsten Jahren folgen wiederholte Besuche und 1884 verbringt Liebermann sogar die Hochzeitsreise mit seiner frisch angetrauten Ehefrau Martha in Scheveningen. Zunächst sind seine in Holland entstehenden Arbeiten noch sehr der Landschaft und dem ländlichen Leben verpflichtet. „Berlin aber hielt ihn fest, und Holland rief ihn fast Jahr um Jahr, spendete ihm einen guten Teil des Beobachtungsstoffes, der in seinem „Werke“ verarbeitet ist“. Ab den 1890er Jahren gibt Liebermann die bisherigen naturalistischen Schilderungen des Bauern- und Handwerkermilieus auf. Zeitgleich studiert der Maler die französischen Impressionisten, wobei ihm die Kunst von Edouard Manet und Edgar Degas am nächsten steht. Eine Neuorientierung findet auch in seinen Bildthemen statt: Die Heiterkeit der Urlaubswelt löst die bis dato vorherrschende Bodenständigkeit des bäuerlichen Lebens ab. Von der Ferienatmosphäre angezogen, wird Liebermann selbst zum Badegast, der die Sonne am Strand genießt. Im ersten Sommer des 20. Jahrhunderts entstehen hier erstmalig Studien von Reitern am Strande, die im folgenden Jahrzehnt als Motiv regelmäßig wiederkehren. Max Liebermann ist selbst passionierter Reiter und erinnert sich: „Was mich persönlich betrifft, so bin ich in eine neue [...] Periode getreten: in den drei Monaten, die ich jetzt in Holland war, habe ich mich wieder gehäutet, male Pferde und nackte Weiber“.
Hier an der niederländischen Nordseeküste entdeckt Liebermann 1901 unsere beiden Reiter am Strand und bannt diese in einem absoluten Meisterwerk des Deutschen Impressionismus auf seine Leinwand. Die beiden Reiter sind in zeitgemäßer Sportbekleidung gewandet. Der Vordere hält sein Ross fest im Zaum und reitet es ruhig aus. Dabei scheint er seinem Reitnachbarn etwas zu sagen. Das Pferd des zweiten Reiters scheint derweil etwas unruhig tänzelnd zwischen den Wellen der bewegten See dahin zu traben. Mit bewegtem Duktus erfasst Liebermann die Reiter und ihre Pferde in dunklen Brauntönen und hebt diese hierdurch deutlich von der klaren Stimmung der weiten See im Hintergrund hervor.
Die Komposition ist zu den Rändern hin offen gelassen. Das geschickte Verteilen der pastosen Farbe erinnert an die Meisterwerke des französischen Impressionismus. Als ein ähnliches Strandbild mit Reitern und Pferden zum ersten Mal ausgestellt wird, schreibt ein Kunstkritiker: „Die Pferde – ein Brauner und ein Fuchs – wundervoll in der Bewegung, besonders das Hintere das durch das Wasser unter seinen Hufen nervös gemacht, den Reiter beschäftigt. Fein die Silhouette der dunklen Reiter gegen die bewegte See und die graue Luft.“ Trotz der großen Flüchtigkeit des Moments gelingt es Max Liebermann, die Bewegung beider Reiter und die Bewegung des Wassers meisterlich festzuhalten. „Unübertroffen aber sind seine Pferdebilder und Pferdezeichnungen. Er hat mit unvergleichlicher Sehschärfe geradezu die Seele dieser Renn- und Springtiere künstlerisch enthüllt.“
Im Sommer 1913 wird Max Liebermann zum letzten Mal seine Ferien in Holland verbringen. In seinem Aufsatz „Mit Rembrandt in Amsterdam“ begründet er diese Haltung: „Die ruhige Unbefangenheit, dieses erste Erfordernis zum reinen Genießen von Natur und Kunst, können wir vorerst nur zu Hause finden. Bis wir uns selbst wiedergefunden haben, müssen wir aufs Reisen – auch in Neutralien – verzichten.“

Anm.:
1) Max J. Friedländer, „Max Liebermann“, Berlin o. J., S. 41.
2) Max Liebermann in einem Brief an Franz Servaes, 14. Oktober 1900, zit. in: Matthias Eberle, „Max Liebermann – Werkverzeichnis der Gemälde und Ölstudien“, Bd. II, München 1996, S. 527.
3) Hans Rosenhagen: „ Die dritte Ausstellung der Berliner Secession“, in: Kunst und Alle, Jg. XVI, 1900/01, S. 472, Abb. 473, zit. in: Matthias Eberle, „Werkverzeichnis der Gemälde und Ölstudien 1900-1935“ Bd. II , München 1996, zu Bild 1901/14, S . 572.
4) Hans Oswald (Hg.), „Das Liebermann-Buch“, Berlin 1930, S. 376.

PROVENANCE:  Privatsammlung William Roth, Berlin / New York
Privatsammlung London
ONLINE CATALOGUE(S):  Galerie Ludorff Inventory
Max Liebermann  Sep 9, 2012 - Mar 30, 2013
LITERATURE:  Galerie Ludorff, 'Max Liebermann', Ausst.-Kat. Nr. 140, Düsseldorf 2012, S. 75
Liebermann-Villa am Wannsee Berlin/Museum Kunst der Westküste Alkersum/Föhr, 'Max Liebermann am Meer', Ausst. Kat., Wemding 2011, S. 53
EXHIBITION HISTORY:  Galerie Ludorff, 'Max Liebermann', Düsseldorf 2012
Museum Kunst der Westküste Alkersum/Föhr, 'Max Liebermann am Meer', Alkersum/Föhr 2011/2012
Galerie St. Etienne, 'Max Liebermann', New York 1944, Nr. 11
 
*Prices subject to change

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