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This artwork, Sitzende by Georg Kolbe, is currently for sale at Galerie Ludorff.
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TITLE:
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Sitzende
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WORK DATE:
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1926
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CATEGORY:
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Sculptures
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MATERIALS:
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Bronze
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MARKINGS:
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Signiert mit dem Monogramm auf der Unterseite
Gießerstempel: "H. Noack, Berlin" auf der Unterseite
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SIZE:
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h: 28 cm / h: 11 in
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STYLE:
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Modern
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PRICE*:
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DESCRIPTION:
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Georg Kolbe wird 1877 als Sohn eines künstlerisch interessierten Malermeisters im
sächsischen Waldheim geboren. Schon als kleiner Junge beschäftigt er sich mit der
Malerei und auch seine Geschwister sind kunstsinnig geprägt. Sein Bruder schlägt später
sogar eine Laufbahn zum Architekten ein. Eine Anekdote schildert die schon früh
beginnende Kunstfertigkeit Kolbes: Als Zehnjähriger reist Kolbe mit seinem Vater nach
Dresden. In einer Auslage sehen sie einen Elefanten, den der Vater seinem Sohn nicht
kaufen kann. Daraufhin sagt der kleine Kolbe trotzig: „Dann mache ich mir meine Tiere
selber.“1)
Von 1891 bis 98 studiert Kolbe Malerei und Zeichnung in Dresden, München und in Paris.
In München lernt er Hans Albrecht Graf Harrach kennen, der Kolbes erster Förderer wird
und ihn seinem großen Bekanntenkreis empfiehlt. Hier bekommt Kolbe seine ersten
Aufträge, die ihm ein geregeltes Einkommen bescheren. Zunächst beschäftigt er sich mit
symbolischer Malerei, wechselt dann um die Jahrhundertwende zum Modellieren. Der
Übergang vom Maler zum Bildhauer ist kein plötzlicher Umschwung, mehr als fünf Jahre
arbeitet er in beiden Gattungen parallel. In dieser Zeit heiratet Kolbe seine große Liebe
Benjamine und aus der Ehe wird die Tochter Eleonore geboren. 1904 zieht Kolbe nach
Berlin und erst hier gibt er die Malerei völlig auf, wie er selbst in einem Gespräch von
1937 berichtet: „Um 1900 begann ich zu modellieren, und diese Arbeit vollzog sich von
Anfang an so selbstverständlich, als hätte ich nie etwas anderes getan. Eine der ersten
Arbeiten, übrigens ein Knabenkopf, erhielt einen Preis. Einige Jahre modellierte und malte
ich nebeneinander, dann begriff ich, dass es ein Unding ist, Bildhauer und Maler
gleichzeitig sein zu wollen. […] Seither lag der Weg klar vor mir. Ich hatte gefunden, was
ich bisher entbehrt hatte: das Körperliche, die Form […].“2)
Das Hauptthema in Kolbes plastischem Werk ist die menschliche Gestalt. Der junge
Bildhauer macht sich schnell einen Namen in der deutschen Hauptstadt. Er ist Mitglied
der Berliner Secession und wird vom bedeutendsten Kunsthändler der Stadt, Paul
Cassirer, repräsentiert. 1905 ermöglicht ihm das Stipendium der Villa Romana, einige
Monate in Florenz zu verbringen. Nach seiner Rückkehr nach Berlin erfährt seine Karriere
um 1911/12 einen großen Aufschwung. In seinem bildhauerischen Werk findet er zu
einer eigenständigen plastischen Formensprache, die in der „Tänzerin“ (Nationalgalerie,
Berlin) ihren Höhepunkt findet. Diese Bronzefigur, ein Unikat, zählt zu den bekanntesten
deutschen Kunstwerken des 20. Jahrhunderts. Hier verdeutlicht Kolbe sein Streben nach
einer autonomen und zeitgemäßen Menschendarstellung, die den Zeitgeist und seine
Ideale verkörpert. Der Tanz nimmt im gesamten Werk des Künstlers eine große Rolle ein.
Durch den Erfolg der „Tänzerin“ ergeben sich die ersten öffentlichen Aufträge für
Denkmäler, beispielsweise das Ehrenmal für Heinrich Heine in Frankfurt am Main. Zum
Ausbruch des Ersten Weltkrieges lässt sich Kolbe zum Kriegsdienst verpflichten. Gegen
Ende des Krieges nutzt er die Chance, sich nach Istanbul versetzen zu lassen. Hier kann
er relativ ungestört arbeiten und fertigt insbesondere Portraits für Botschaftsmitarbeiter
an. Zurückgekehrt nach Berlin, hat hier eine grundlegende Umstrukturierung in der
Bildhauerszene stattgefunden. Die Wilhelminischen Bildhauer geraten ins Abseits und
Kolbe kann seine Stellung als führender Künstler ausbauen. In den zwanziger Jahren ist
Kolbe besonders für seine Kleinplastiken bekannt, die eine lebensnahe Intuition und eine
große Schlüssigkeit im Aufbau zeigen. 1926 entsteht unsere Plastik „Sitzende“, die ein
besonders schönes Beispiel aus der besten Schaffenszeit des Künstlers verkörpert.
Niedergelassen, mit beiden Beinen angewinkelt und umschließenden Armen, neigt die
Mädchenfigur ihr Haupt. Die angeraute und lockere Oberfläche lässt die Patina in braungoldener
Bronzefarbe changierend leuchten. Die Plastik strahlt Ruhe und Harmonie aus,
auch wenn die Körperspannung noch von der gerade vollzogenen Bewegung zeugt. Kolbe
zeigt hier keine naturalistische Schilderung einer gestellten Pose, sondern gibt dem
Ausdruck Vorrang. Mit Leichtigkeit und Grazie nimmt die kleine Skulptur ihren Platz im
Raum ein. Kolbe erinnert sich an seine Arbeitsweise wie folgt: „Als ich meine
modellierenden Hände im Film sah, war ich verblüfft, wie selbstständig sie sich
gebärdeten. Eine völlig geschlossene Handlung sah ich. Wie bauende Tiere, die wühlen,
zusammenschleppen und ihren Bau errichten, erschienen mir meine Hände. Ein
Schaffensprozess, wie er nicht eindringlicher dargestellt werden kann.“3)
Anm.: 1) Georg Kolbe zit. in: Ursel Berger, „Georg Kolbe – Leben und Werk“, Berlin 1990,
S. 11.
2) Georg Kolbe im Interview mit Carl Dietrich Carls, 1937, zit. in: Ebd. S. 23.
3) Kolbe in einem Brief an Hans Cürlis am 27.11.1926 (Cürlis hat Georg Kolbe in seinem
Film „Schaffende Hände“ bei der Arbeit dargestellt), in: Maria Frfr. von Tiesenhausen
„Georg Kolbe – Briefe und Aufzeichnungen“, Tübingen 1987, S. 105.
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PROVENANCE:
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Privatsammlung Rheinland
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LITERATURE:
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Ursel Berger, “Georg Kolbe 1877-1947', Ausst.-Kat. Georg-Kolbe-Museum, München 1997, Nr. 56 mit Abb. S. 57 Ursel Berger, “Georg Kolbe – Leben und Werk, mit dem Katalog der Kolbe-Plastiken im Georg-Kolbe-Museum Berlin', Berlin 1990, Nr. 91 mit Abb.
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EXHIBITION HISTORY:
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Georg-Kolbe-Museum, Berlin/Gerhard Marcks-Haus, Bremen, 'Georg Kolbe 1877-1947', 1997/98
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