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This artwork, Villino della Pera in der Via Senese by Hans Purrmann, is currently for sale at Galerie Ludorff.
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Hans Purrmann, Villino della Pera in der Via Senese
 
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TITLE:  Villino della Pera in der Via Senese
ARTIST:  Hans Purrmann (German, 1880–1966)
WORK DATE:  1940
CATEGORY:  Paintings
MATERIALS:  Öl auf Leinwand
MARKINGS:  Signiert
SIZE:  h: 80 x w: 100 cm / h: 31.5 x w: 39.4 in
STYLE:  Modern
PRICE*:  Contact Gallery for Price
GALLERY:  Galerie Ludorff  +49 (0)211 32 65 66  Send Email
DESCRIPTION:  Werkverzeichnis Lenz/Billeter 2004 Nr. 1940/02

Mit Unterrichtsstunden in Karlsruhe und Studien an der Münchner Kunstakademie legt Purrmann den Grundstein für sein künstlerisches Schaffen und kommt dabei schon frühzeitig mit modernen Strömungen und Tendenzen der zeitgenössischen Kunst in Berührung. Nach Abschluss seines Studiums in München zieht es ihn im Jahre 1904 zunächst nach Berlin und von da aus weiter nach Paris, dem zur damaligen Zeit bedeutendsten Zentrum der modernen Kunst. Dort vermittelt ihm insbesondere der Kontakt zu Henri Matisse und dessen Gefährten entscheidende Impulse für sein eigenes künstlerisches Schaffen. Wichtige Anregungen bieten ihm zudem die Kunstprinzipien von Paul Cézanne, die er in einer eigenständigen, an der Natur orientierten Synthese aus Form und Farbe kraftvoll umsetzt. Vom Kriegsausbruch 1914 während eines Aufenthaltes in Beilstein überrascht, verliert Purrmann sein Atelier in Paris und muss nach Deutschland zurückkehren. Wegen einer Behinderung vom Kriegsdienst ausgemustert, lässt er sich nach einer Zwischenstation in Stuttgart schließlich in Berlin nieder. Hier hält er sich auch nach dem Kauf eines Hauses in Langenargen am Bodensee zu Beginn der zwanziger Jahre immer wieder auf. Die Entwicklungen in Deutschland seit der Machtübernahme der Nationalsozialisten in den frühen dreißiger Jahren bringen Purrmann, dessen Kunst fortan als entartet gilt, in große Bedrängnis: Ausstellungen sind nahezu unmöglich, der Verkauf seiner Bilder wird ihm untersagt. Dadurch der Lebensgrundlage beraubt, sieht er sich gezwungen, sein Heimatland erneut zu verlassen. 1935 übernimmt Purrmann daher die ehrenamtliche Leitung der Villa Romana in Florenz, jenes 1905 von Max Klinger und dem Deutschen Künstlerbund gestiftete Atelierhaus, welches, als staatlich unabhängige Wirkungsstätte, ein Forum für deutsche Künstler in Florenz darstellt.1) „Damit komme ich aus Berlin und dem fruchtlosen Streit. […] Dann sind wir wieder freie Menschen wie früher und können unbesorgt über Kunst und Leben reden, die Sache von außen ansehen“2), begreift Purrmann den Ortswechsel als einzige Chance seine künstlerische Arbeit fortzusetzen. Ganz so frei und unbeschwert, wie gedacht, gestaltet sich das Leben für den Künstler zwar auch in Italien nicht – während eines Florenz- Aufenthaltes von Hitler, wird Purrmann kurzeitig in Schutzhaft genommen und ins Gefängnis gesteckt - , dennoch bekommt er hier eine Wohnung und ein Atelier zur Verfügung gestellt, wo er sich seiner Kunst widmen kann.

Nur wenige Schritte von seiner neuen Wohnstätte, der Villa Romana entfernt, liegt an der Via Senese die kleine Villa della Pera, die Purrmann in unserem Gemälde aus dem Jahre 1940 zum Bildgegenstand wählt. In einer leichten Steigung führt im Vordergrund eine angeschnitten dargestellte Straße entlang zweier Gebäude. Stattlich thront die Villa della Pera mit dem angrenzenden Wirtschafthaus von Palmen und Laubbäumen umgeben auf einer kleinen Anhöhe. Während der Palazzo einen verschlossen Eindruck vermittelt - nur ein einzelnes Fenster ist geöffnet und weist damit auf Bewohner hin -, ist die Straße von mehreren Menschen bevölkert. Im Schatten der das Grundstück eingrenzenden Steinmauer gehen sie beschwingten Schrittes die Straße entlang. Das festliche und an den Lokalfarben orientierte Kolorit fängt das warme Licht der Stadt in der Toskana ein: Unter dem strahlend blauen Himmel, an dem nur einzelne kleine Schleierwolken vorüber ziehen, breitet sich die südländische Stadtszenerie in ihrer lebendigen, schillernden Farbenpracht aus.

Purrmann ist ein sensitiver und am Visuellen orientierte Künstler, er malt das, was er sieht und empfindet: „Sie werden niemals finden, dass ich gegen die abstrakte Malerei bin. Ich habe sehr viel davon gelernt, aber selber suche ich das Gelernte vor der Natur zu intensivieren. Ich habe leider meine Grenzen, und die Malerei ist eine verteufelte Sache. Das Bild muss eine Ordnung repräsentieren. Die Grenze zwischen Natur und Bild zu finden ist das wichtigste. [...] Die Arbeit ist es, die Zeugnis davon ablegt, was einer gefühlt hat.“3) Purrmanns Bilder sind daher keine Abbilder des Gesehenen, sondern immer auch Ausdruck eines prägenden Erlebnisses.

PROVENANCE:  Sammlung de Angelis, Mailand
ONLINE CATALOGUE(S):  Galerie Ludorff Inventory
LITERATURE:  Christian Lenz/Felix Billeter, 'Hans Purrmann Werkverzeichnis - Die Gemälde 1935 - 1966', Bd. 2, München 2004, Nr. 1940/02, m. Abb. S. 63
Haus der Kunst München, Hans Purrmann, München, 1962, Kat. 65, Abb. 29
EXHIBITION HISTORY:  Hans Purrmann, Haus der Kunst, München 1962
Villa Romana Salone, Florenz 1995
 
*Prices subject to change

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