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Forever More", diese beiden Worte aus dem Englischen klingen wie eine höchst vielversprechendes aber in menschlichen Dimensionen aussichtslose Hoffnung: "Für immer mehr" - kein Versprechen für die Welt der Sterblichen. Und doch gibt Michael Koch dieses Versprechen in Form einer Sammlung von Fotografien, die eine Gratwanderung darstellen zwischen Inszenierung und psychologischer Analyse der gezeigten Modelle. Besonderer Schwerpunkt dieser Ausstellung ist das Schwanken von Kontrolle und Kontrollverlust, nicht nur zwischen Modell und Künstler. Michael Koch sucht und findet artifiziell wirkende Momente, in denen die Aufnahmen dieses Wechselspiels auf eine geradezu unheimliche Weise changieren: Wo sie den Künstler enthüllen, verbergen sie das Modell, wo sie das Modell entblößen, verbergen sie den Fotografen. Das Künstliche gibt sich natürlich und umgekehrt. Ein Schlüsselbild für dieses Verfahren ist "Eldur", wo Blitzlicht sonnenverbrannte Haut und ein Feuermal des abgebildeten Mannes aus dem Dunkel der Nacht reißt.
Das Irrationale der Forderung "Forever More" spiegelt sich in den Bildern der Ekstase eines Bildes wie "Maya". Für wen oder was entäußert sich die Fotografierte mit geschlossenen Augen und geöffneten Mund? Was geschah mit "Nero", der derart entspannt mit geschundenem Rücken auf dem Terrazzo-Fußboden liegt? Und wie zeugt ein Bild mit der dem Tod aufs engste verbundenen indischen Gottheit "Kali" vom Leben, während "Phönix" der Wiedergeburt mit offenen Augen begegnet?
Koch verstört mit seinen Bildern nicht weniger als mit ihrer Inszenierung. Die Bilder stehen nicht nur für sich, sie ergeben einen erweiterten Sinn im Kontext ihrer Hängung. Koch sucht dabei keine Harmonie. Allein die Bilder sprechen von dem Zwiespalt, der von der Schönheit nur dann zu berichten erlaubt, wo sie den Mut hat, der menschlichen Unvollkommenheit zu begegnen.
Michael Koch untersucht die verletzlichen Seiten des Daseins, die er als eine Stärke erkennbar macht und gestaltet dies mit einer dem Fotografen eigenen Geste zärtlicher Entblößung.
Thomas W. Kuhn
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"Forever More", those words express a highly promising but in reality a rather futile hope: "Forever more" - definitely not a vow for the mortal, but still, Michael Koch makes this promise with his collection of photographs, showing the balancing act between the stageing and psychological analysis of the models. This exhibition focuses on the veering between control and loss of control, not only between model and artist. Michael Koch detects artificial moments, depicting this interplay in a most eldritch way: in disclosing the artist, they cover the model, in divesting the model, they hide the artist. The artificial seems to be natural and vice versa. A key piece for this method is "Eldur": A glaring flash light rips the sunburned skin as well as a stigma on the neck of the depicted man out of the dark.
The irrational of the claim "forever more" is reflected in ecstatic works like "Maya". Who or what does the model abandon herself to with closed eyes and open mouth? What happened to "Nero", lying that relaxed on the venetian floor, his back totally flayed? And how can "Kali", an indian goddess closely connected to death, witness life, whereas "Phoenix" meets reincarnation with open eyes?
Not only his images, but as well the way of arranging them are a means to disquiet the viewer. The pictures not only stand for themselves, they extend their meaning in interaction with the other works. Koch is not trying to find harmony. His works tell about the antagonism that only refers to beauty, when it has the courage to face human imperfection. Michael Koch examines the vulnerable parts of our being, renders them powerful and arranges them with his own act of divestiture.
Thomas W. Kuhn
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