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Florian Baudrexel 'Georgica'    Oct 31 - Dec 5, 2009

besser
Florian Baudrexel
besser, 2009
 
Heeli
Florian Baudrexel
Heeli, 2009
 
hertz
Florian Baudrexel
hertz, 2009
 
Spannungsbild #9
Florian Baudrexel
Spannungsbild #9, 2009
 
  
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Florian Baudrexel
'Georgica'

31. Oktober bis 5. Dezember 2009
Eröffnung: Freitag, 30. Oktober 2009 von 18 bis 20 Uhr

Wir freuen uns sehr, Ihnen neue Arbeiten von Florian Baudrexel (geb. 1968 in München, lebt und arbeitet in Berlin) in unserer Galerie präsentieren zu können. Baudrexel studierte an der Kunstakademie in Düsseldorf und schloss seine Studien 1997 als Meisterschüler von Gerhard Merz ab. Danach folgten Einzelausstellungen in Berlin, Düsseldorf, Zürich, London und Köln. Unter den Gruppenpräsentationen sind die thematischen Ausstellungen Neuer Konstruktivismus im Bielefelder Kunstverein, Die Macht des Dinglichen – Skulptur heute! im Georg-Kolbe-Museum, Berlin und Abstract Art Now – Strictly Geometrical? im Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen besonders erwähnenswert.

Florian Baudrexel gehört zu einer Generation von jungen Künstlern, die sich der Gattung Skulptur widmet und ihre Arbeiten oft in einen installativen Zusammenhang stellt. Für seine Ausstellung in Zürich hat er drei neue Skulpturen geschaffen, zu denen er zwei sogenannte Spannungsbilder und fünf Collagen hinzufügt. Die Ausstellung folgt einer genauen Choreographie, die die Architektur der Galerie und die unterschiedlichen Kunstwerke berücksichtigt und zueinander in Beziehung setzt. Die Skulpturen unterscheiden sich in Gestalt und Grösse stark voneinander. Die grösste Arbeit mit dem Titel C-Moment ist eine Wandskulptur, die im Eingangsraum der Galerie auf einem Regal steht. Die Skulptur besitzt, da sie nur wenig von der Wand absteht, eine klare Schauseite, wodurch sich eine Dynamik zwischen Bildansicht und realem Raumkörper ergibt, die den Skulpturbegriff selbst öffnet. Eine Aufwärtsbewegung von links unten nach rechts oben verleiht der Arbeit ein dynamisches Moment. Die Wände des ersten Raums der Galerie sind mit einer Art falschen, rosa "Stucco-Veneziano"-artigen Wand-Spachtelung überzogen. Diese Technik entstand aus der Idee, die typischen, in jedem Haushalt vorhandenen Farbreste zu verwerten. Durch die Bewegung des Körpers vor der Wand, den rhythmisch-variierenden Druck beim Auftragen der farbigen Spachtelmassen entsteht eine in sich schlüssige Struktur, die alles aufweist, was zu einem Bild gehört – Struktur, Farbe, Raumeindruck – und zudem, im Sinne einer Handschrift, eine sehr direkte Möglichkeit der Entäusserung zu sein scheint. Der räumliche Eindruck oszilliert zwischen Eisdiele und Informel und erzeugt eine gewisse, nicht zu ernste Klassizität. Auf der rosa verputzten Wand zur Strasse hin positioniert der Künstler ein gelbes Spannungsbild, das im mittleren Raum genau an der gleichen Stelle auf der Wand gedoppelt wird. Die zwei "Rücken-an-Rücken" gehängten, lediglich durch die Wand voneinander getrennten Bilder erzeugen so einen Spannungsbogen und das Bewusstsein von räumlicher und zeitlicher Erstreckung.

Im mittleren Raum der Galerie sind die beiden Skulpturen Heeli und Plotono zu sehen. Sie stehen auf sich nach unten verjüngenden Sockeln. Eine grün verspachtelte Längswand, die hier, anders als im Eingangsraum bildhaft-monumental angelegt ist, bietet der kleinen abstrakten Skulptur Heeli einen sich öffnenden Horizont. Eine Gruppe von fünf Collagen aus aktuellen Werbeanzeigen läuft als Strip über die gegenüberliegende Längswand. Diese vom Künstler mit einer Styropor-Einfassung gerahmten Papierarbeiten können als Studien bezeichnet werden, insofern er auf diesem kleinen Spielfeld dieselbe Praxis verfolgt, wie in allen grösseren Arbeiten. Die Collagen zeugen im kleinen Format von grossem räumlichen Verständnis und einem zentralen künstlerischen Anliegen, dem Kompositions-gedanken. Die Idee der Verhältnismässigkeit oder Relationalität ist für den Künstler von grosser Bedeutung – sowohl in einem Bild, als auch in einer Skulptur oder einem Raum scheint Schönheit oder Idealität nur möglich, wenn es verschiedene Elemente gibt, die sich zueinander verhalten wie in einem Organismus, wo jedes Teil eine Rolle spielt und zusammen den ganzen Organismus ausmachen. Formal gesehen geht es also immer um eine gewisse Balance oder ein Miteinander der Kräfte, Farben und Formen. Bei einer Skulptur ist es vor allem das Verhältnis von Form/Kontur zum umgebenden Raum, der Allansichtigkeit eines Volumens im freien Raum, einem Problem, das kubistische und futuristische Skulptur explizit thematisiert: Wo und Wie verhält sich eine Masse unter sich verändernden, sich auflösenden Bedingungen im Raum? Diese Aussagen sind nicht so formalistisch, wie sie zunächst erscheinen: Die Formsuche ist Vehikel für eine Präsenz des Werks, das als Gegenüber des Rezipienten diesen sich selbst erfahren lässt. Der Versuch, es mit der immanenten Problematik einer kompositionellen Kunstpraxis aufzunehmen, muss, zumal heute, auf den Kehraus einer kriegsbedingt agnostisch agierenden Kunstgeneration bezogen werden, für die Sigmar Polkes Bildtitel Höhere Wesen befahlen: obere Ecke schwarz malen wie ein Symbol steht. Jenes Componieren wäre insofern nicht unpolitisch als Alternative zu einer müde gewordenen Zeit der Setzungen zu lesen, die immer nur das Ganze meinen und auf andere Setzungen reagieren, diese verurteilen, ironisieren, metakritisch karrikieren oder affirmativ wiederholen.

"Der einzige Ausweg aus einem diskursiv-postmodernen Kunstprozedere ist es für mich, sich mit der rohen Materie der Kunst – Form, Farben, Volumen – so lange auseinanderzusetzen bis es 'gut' oder 'richtig' ist. Was dabei auf einer kleinen Fläche einer Collage genauso wie in einer Rauminstallation stattfindet, wenn man bei Null beginnt, ohne diese Setzung 'der Künstler macht hier ein Soundso' sondern 'der Künstler hat dieses oder jenes Material und macht daraus Etwas'. Natürlich stellt sich dann irgendwann die Frage, wann etwas als 'richtig' oder 'gut' empfunden wird und warum? Wann weiss man, wann Schluss ist; warum löst jene Kurve Wohlgefallen aus, diese Ecke aber nicht?" Baudrexel geht davon aus, "dass wir eine Art innere Anatomie besitzen, die wir alle in uns haben, weil wir unseren eigenen Körper von frühest an erfahren, physisch und visuell. Dies verleiht uns ein grundlegendes Gefühl von Proportion, Schönheit und Einklang, wenn bestimmte Verhältnisse gefunden werden. Natürlich ist die Abweichung dabei genauso wichtig wie das Mass."

Die Eröffnung findet in Anwesenheit des Künstlers am Freitag, 30. Oktober 2009 von 18 bis 20 Uhr statt.

Florian Baudrexel: 1968 geboren in München, lebt und arbeitet in Berlin.
1991-97 Studium an der Kunstakademie Düsseldorf, Abschluss bei Gerhard Merz.

Seit 2000 zahlreiche Einzelausstellungen, u. a. 2000 Menschensohn (mit Jens Ullrich), Ausstellungsraum Kölnerstrasse, Düsseldorf; Hookipa (mit Jan Wagner), 4E Ausstellungsraum, Düsseldorf; 2002 Vorliebe, Ausstellungsraum Kölnerstrasse, Düsseldorf; 2004 Das Jahr 2004, Adeline Morlon, Düsseldorf; 2005 Jesco von Puttkamer (mit Lin May), Berlin; 2006 Prehistoric Pink, Artforum Berlin, Solo Stand, Arndt & Partner, Berlin/Zürich; Chess (mit Eva Berendes), Adeline Morlon, Düsseldorf; 2007 Das Prinzip des Friedens (mit Alex Jasch), Fennstrasse, Berlin; Chess (mit Eva Berendes), The Reliance, London, UK; 2008 Ti Conosco?, Linn Lühn, Köln; Februar (mit Alex Jasch), Linn Lühn, Köln; Bone Heart (mit Dirk Conrad), Fennstrasse, Berlin; 2009 Florian Baudrexel (mit Tobias Hantmann), Galerie Bernd Kugler, Innsbruck

Seit 1997 zahlreiche Gruppenausstellungen, u. a. 1997 Glut, Kunsthalle Düsseldorf; 2001 Pour Alphonse Braun (mit Christian Konrad, Hans-Peter Feldmann, Thomas Ruff, Alex Jasch, Jens Ullrich, Jan Wagner), Ausstellungsraum Kölnerstrasse, Düsseldorf; 2003 Zirve, Platform Garanti Contemporary Art Center, Istanbul, Türkei; 2005 Works on Paper, Arndt & Partner, Berlin; Menschensgladbach, Abteibergmuseum Mönchengladbach; 2006 Abstract art now – strictly geometrical?, Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen; Special Exhibition Space, Arndt & Partner, Berlin; 2007 Die Macht des Dinglichen – Skulptur Heute!, Georg-Kolbe-Museum, Berlin; Neuer Konstruktivismus, Bielefelder Kunstverein, Bielefeld; 2008 Subconchicness, Ballhaus Ost, Berlin

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Florian Baudrexel
'Georgica'

31 October – 5 December 2009
Opening reception: Friday, 30 October 2009 from 6–8pm

We are very pleased to show new works by the German artist Florian Baudrexel (*1968 in Munich, lives and works in Berlin). Baudrexel studied at the Academy of the Arts in Düsseldorf and completed his studies 1997 in the master class of Gerhard Merz. Thereafter followed solo exhibitions in Berlin, Düsseldorf, Zürich, London and Cologne, as well as group and thematic exhibitions including: Neuer Konstruktivismus in the Bielefelder Kunstverein, Die Macht des Dinglichen – Skulptur heute! in the Georg-Kolbe-Museum, Berlin and Art Now – Strictly Geometrical? in the Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen.

Baudrexel belongs to a generation of young artists dedicated to the genre of sculpture and placing the works often in a wider installational context. For his exhibition in Zürich he has made three new sculptures, to which he adds five collages and two so-called Spannungsbilder. In his exhibition Baudrexel folllows a precise choreography, taking into account the architecture of the gallery and the individual works of art and relating them to each other. The sculptures vary considerably in form and dimension. The largest work C-Moment is a wall sculpture, positioned on a shelf in the entry space of the gallery. As the sculpture is placed close to the wall, it has a clear viewing side, therefore creating a dynamic between viewing side and real spatial structure, enlarging the sculptural expression itself. A movement from bottom left to top right lends the work a dynamic movement. The walls of the first room of the gallery are covered with a kind of false, pink "Stucco Veneziano" wall-filling. This technique was developped out of the idea to use the leftovers of paint available in every household. Through the movement of the body in front of the wall, the rhythmically varied pressure while applying the coloured bulk of plaster, emerges a coherent structure, which includes everything an image is made of: structure, colour and spatial dimensions. In addition this technique exhibits a hand touch, a direct way of personal manifestation. The spatial impression oscillates between ice cream parlour and informal art and generates a not too serious classicism. On the pink plastered wall facing the street, the artist positions a yellow Spannungsbild, duplicating it in the following room at exactly the same place on the wall. These two "back-to-back" hanging paintings, only divided from each other by a wall, create a tension, an impression like a clamping of the wall and the awareness of spatial and temporal extension.

In the middle room of the gallery stand the two sculptures Heeli and Plotono. They are placed on bases formed from two elements, a smaller one closer to the ground. A light-green plastered wall – applied in a pictorial monumental way and therefore different compared to the wall painting in the entrance room – offers the sculpture Heeli a wide, open horizon. A group of five collages, assembled from current advertisements, hang in a row on the opposite wall. These works on paper framed by the artist with a styrofoam mount can be seen as studies, as he follows on a smaller scale exactly the same working procedure as in the larger works. The collages attest to a spatial awareness and illustrate one of Baudrexel's main artistic interests, the concept of composition. The idea of commensurability or relationality is central to him – in a painting, sculpture or space beauty and ideality are only possible if they are different elements, relating to each other like in an organism, where every element plays its part and which together form the complete organism. A certain balance or cooperation of the forces, colours or forms is a crucial element. A sculpture mainly shows the relation between form/outline and space, the direct overview of a volume in space, a problem dealt with in an exemplary way in Cubism and Futurism sculpture: Where and how a material conducts under changing, dissolving conditions in space? These statements are not as formalistic as they may first appear. The search for form is a vehicle for the presence of the work, that as a counterpart of the viewer allows him to experience himself. The attempt to challenge the inherent problematic of making art with an awareness for the ideas of composition has to be seen behind the matrix of a post-war, agnostic attitude of an artist generation for which Sigmar Polke's work with the title Höhere Wesen befahlen: obere Ecke schwarz malen! (Higher Beings Commanded: Paint Top Corner Black!) 1969 could stand as a symbol. This way of making compositions can be seen as a political statement, considering it as an alternative to a cliched, ongoing time of settings, which always mean the ensemble and react towards other settings, condemning, ironising, meta-critically caricaturing or affirmatively repeating them.

"The only way out of a discursive-postmodern art procedure is for me, to engage with the raw material of art – form, colour, volume - as long as it becomes 'good' or 'right'. What takes place on a small area like a collage, as well as in a spatial installation, if one starts from zero, without this setting 'the artist makes here a thingamabob', but 'the artist has this or that material and makes something out of it.'" Of course the question comes up, when something is perceived as right or good and why? When do you know, when the work is finished, why does this curve triggers pleasure, but this corner not? Baudrexel is convinced "that we possess a kind of inner anatomy, which we all hold in ourselves, as we are experiencing our own body physically and visually from earliest on. This gives us a basic feeling for proportion, beauty and harmony, when certain relations are found. Of course the aberration is as important as the right proportion."

The opening takes place Friday, 30 October from 6 to 8 pm. The artist will be present.

Florian Baudrexel: 1968 born in Munich, lives and works in Berlin. 1991-97 Studies at the Art Academy Düsseldorf, master class at Gerhard Merz.

Since 2000 numerous solo exhibitions, amongst others. 2000 Menschensohn (with Jens Ullrich), Ausstellungsraum Kölnerstrasse, Düsseldorf; Hookipa (with Jan Wagner), 4E Ausstellungsraum, Düsseldorf; 2002 Vorliebe, Ausstellungsraum Kölnerstrasse, Düsseldorf; 2004 Das Jahr 2004, Adeline Morlon, Düsseldorf; 2005 Jesco von Puttkamer (with Lin May), Berlin; 2006 Prehistoric Pink, Artforum Berlin, Solo Stand, Arndt & Partner, Berlin/Zürich; Chess (with Eva Berendes), Adeline Morlon, Düsseldorf; 2007 Das Prinzip des Friedens (with Alex Jasch), Fennstrasse, Berlin; Chess (with Eva Berendes), The Reliance, London; 2008 Ti Conosco?, Linn Lühn, Cologne; Februar (with Alex Jasch), Linn Lühn, Cologne; Bone Heart (with Dirk Conrad), Fennstrasse, Berlin; 2009 Florian Baudrexel (with Tobias Hantmann), Galerie Bernd Kugler, Innsbruck

Since 1997 numerous group exhibitions, amongst others 1997 Glut, Kunsthalle Düsseldorf; 2001 Pour Alphonse Braun (with Christian Konrad, Hans-Peter Feldmann, Thomas Ruff, Alex Jasch, Jens Ullrich, Jan Wagner), Ausstellungsraum Kölnerstrasse, Düsseldorf; 2003 Zirve, Platform Garanti Contemporary Art Center, Istanbul; 2005 Works on Paper, Arndt & Partner, Berlin; Menschensgladbach, Abteibergmuseum Mönchengladbach; 2006 Abstract Art Now – Strictly Geometrical?, Wilhelm-Hack-Museum, Ludwigshafen; Special Exhibition Space, Arndt & Partner, Berlin; 2007 Die Macht des Dinglichen – Skulptur Heute!, Georg-Kolbe-Museum, Berlin; Neuer Konstruktivismus, Bielefelder Kunstverein, Bielefeld; 2008 Subconchicness, Ballhaus Ost, Berlin

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