Hillary Huang: Mao taking a bath in the Yangtse
Im Kunst- und Kulturraum 301 an der Seefeldstrasse 301a
Vernissage: 27. November 2009 18.00-21.00 Uhr
Finissage: 19. Dezember 2009 12.00-18.00 Uhr
Einführung in die Werke durch Hillary Huang: 18.30; 19.30 Uhr
Samstag 15.30; 17.00 Uhr
weitere Einführungen auf Anmeldung (mail to: info@artseefeld.com)
„Rot ist die Farbe des Glücksverheissenden, aber leider auch
die Farbe des Blutes.“ Mit dieser Feststellung beginnt Hillary
Huang den ersten Zyklus ihrer Werkreihe „Maotrilogy“, einem
konzeptionellen Kunstprojekt, das die Vergangenheit, die
Gegenwart und die Zukunft Chinas kritisch reflektiert.
In ihren fotorealistischen Arbeiten verwendet Huang auffallend
originalgetreu die Mittel der sozialistischen Politpropaganda,
diesem vom Staat verordneten, ideologisierten und
kontrollierten Kunstkitsch, der bis weit nach Maos Tod im
ganzen Land bis in die hinterste Stube verbreitet war. Kunst –
oder besser, was Diktatoren dafür halten -, missbraucht als
ein Machtinstrument, dessen Wirkung direkt auf die Emotionen
der Betrachter abzielt und das allein dazu dient, die
patriotischen Emotionen wach zu halten und die Gesinnung einer
unfreien Gesellschaft totalitär zu lenken.
Vordergründig wirken Huangs Bilder genauso plakativ und
irritierend ideologisiert. Sie zeigen vor Gesundheit
strotzende, strahlenden Blickes zu Sieg und Erfolg vorwärts
schreitende Volksgenossen; darunter immer wieder mal der
glorifizierte Vorsitzende Mao. Die Intensität der simplen
Botschaft wird durch die vorherrschende Farbe Rot noch
verstärkt. Doch indem Huang die Maximen oder Slogans variiert
und verändert oder deren Schriftzeichen austauscht, entlarvt
sie auf subtile Weise die wahren Hintergründe und den
menschenverachtenden Zynismus eines Systems, wo Armut und
Hunger, Denunziation, Folter und Hinrichtungen zur
Tagesordnung gehörten. Huang stellt sich damit in die Reihe
der Künstler, die versuchen, Zeugnis abzulegen über ein Land,
das mit seinem schweren Erbe ringt und trotz angekündigter
Veränderung nach wie vor in alten Fahrwassern fährt.
Hillary Huang wurde 1970 in Taiwan geboren. Noch als sie ein
Kleinkind war, wanderte ihre Familie nach Singapur aus.
Nachdem sie ihr Wirtschaftsstudium beendet hatte, bereiste sie
einige Jahre die Welt und lebte schliesslich in New York,
bevor sie in die Schweiz übersiedelte, wo sie heute mit ihrer
Familie lebt. Die letzten acht Jahre widmete sie sich
vorwiegend Projekten im Graphik- und Designbereich. Vor fünf
Jahren begann sie mit dem Konzept und den malerischen
Vorarbeiten zu ihrem aktuellen Kunstprojekt, der „Maotrilogy“.
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