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Die Ausstellungsreihe „Settings“ präsentiert unter der Leitung von Kurator Rüdiger Lange im loop - raum für aktuelle kunst seit sechs Jahren in loser Abfolge Positionen aktueller Kunst. Die Reihe von Gruppenausstellungen wird mit „Settings#4“ am 21. November 2009 fortgesetzt.
Gezeigt werden vier Positionen zum Thema Skulptur und Installation. So zeigt die Künstlerin Sandra Meisel ein Fragment ihrer Rauminstallation „Under the Influence“, das für „Settings#4“ neu arrangiert wird. In der Ausstellung wird ein tischartiges Objekt mit Aufsatz zu sehen sein. Die Künstlerin, deren Arbeiten sich auf C.G. Jungs Ansätze zum persönlichen und kollektiven Unbewussten beziehen, spielt mit der Wahrnehmung des Betrachters. Seinem Wunsch, zu verstehen, einzuordnen, entzieht sie sich. Er muss das „magische“ Denken in sich zulassen, um die Arbeit zu be-greifen.
Flurin Biesig erarbeitet Holzskulpturen. Die Skulptur „Gitter“, eine aus Holzlatten- oder Stäben zusammengefügtes gitterartiges, langgezogenes Achteck steht auf einem dünnen Kreuz aus Metallstäben. Die Konstruktion ist bemalt, gelb-fleckig, rissig auf der einen Seite, neonrot auf der Rückseite. So entsteht eine Skulptur, deren strenge Ästhetik vom Farbauftrag und Farbbehandlung wieder zurückgenommen, dekonstruiert wird.
Bei „O.T. kleine Konstruktion, hängend“ balanciert ein antennenartiges Gebilde auf einem Holzsockel – konstruiert aus einigen Brettern, zusammengehalten von Winkeln. Die rot bemalten Metallstäbe und das Holz erzählen von einem experimentellen Umgang mit Farbe: Spritzer, scheinbar achtlos abgestrichene Pinselflecken, unvollständige Bemalung und rohes Holz auf der Rückseite. Es ist das Spannungsfeld zwischen der fragilen, poetischen Konstruktion aus Metall und Holz und ihrer malerischen Bearbeitung, das die Faszination beim Betrachter von Bisigs Arbeiten weckt.
Archaisch muten die Werke von Matthäus Thoma an. Zusammen gesehen wirken sie wie Konstruktionen einer untergegangenen Zivilisation mit ihrer eigenen, uns verschlossenen Funktion und Ikonographie. Auch hier ist der Betrachter gefordert, sich in die Zwischenwelt von Rationalität und Unbewusstsein zu begeben. Für „Settings#4“ hat Thoma eine Gruppe unterschiedlicher Skulpturen versammelt, die in Aufbau und Intensität die individuelle Botschaft, die verborgene Bedeutung verstärken und untereinander korrespondieren.
Nicoll Ullrichs Installation ist die Kombination von Material (Holzlatten, Stoff, Schraubzwingen, Kunstleder, Farbe) das sie zusammengetragen hat. Wie bei der Komposition eines Musikstückes Noten zusammengestellt werden, so verwendet die Künstlerin die Fragmente ihres Fundus in einer eigenen Formsprache, einer eigenen ästhetischen Semantik, deren innere Logik sich– wie beim Erlernen eines Alphabets – nur durch das Betrachten einer Abfolge unterschiedlicher „Arrangements“ erschließen würde.
Das mag der Grund sein, warum die Arbeit „Fantomas“ genannt wird: sie scheint bekannt und taucht doch immer wieder in neuer Verwandlung auf. Wie die Reihe „Settings“ im loop – raum für aktuelle kunst.
Holle Rauser
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